Aggression gegenüber anderen Hunden | PARTNER HUND Magazin

Aggression gegenüber anderen Hunden

Machogehabe Ihres Vierbeiners sollten Sie auf keinen Fall tolerieren. Ob irgendwer oder irgendwas verteidigt werden muss, entscheidet der Rudelführer. Und das sind doch Sie, oder?
 
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Neigt ihr Hund zu aggressivem Verhalten gegenüber anderen Vierbeinern?

Kriegsgebiet Hundewiese

Ein typisches Treffen zwischen vierbeinigen Machos läuft so ab: sie plustern sich auf, laufen breitbeinig aufeinander zu, schnüffeln ausgiebig herum, suchen sich einen Baum und veranstalten einen Markierungswettkampf (wer kann höher?). Hat einer von beiden schlecht geschlafen, wird vielleicht auch gebellt und vielleicht sogar gerauft. Bei sozialisierten Hunden ist dies allerdings nicht viel mehr als eine Balgerei, die meist glimpflich ausgeht. Besondere Vorsicht ist bei den angeblich sanftmütigen Hündinnen angesagt: Ihre Auseinandersetzungen enden häufig in ernsthaften Konkurrenzkämpfen mit schweren Verletzungen.

Jede Rauferei ist eine zuviel

Ob Rüde oder Hündin – jede Rauferei ist eine zuviel und sollte möglichst schon im Ansatz unterbunden werden. Denn ist sie erst mal im Gange, wird es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, den Hund aus dieser Situation abzurufen. Manche "Schaukämpfer" lassen voneinander ab, wenn beide Besitzer sich entfernen, aber eben nicht alle.

Entschuldigen Sie nicht das Verhalten Ihres Hundes

Sollte Ihr Hund zu aggressivem Verhalten gegenüber anderen Vierbeinern neigen, müssen Sie ohnehin aktiver agieren. Als erstes hören Sie auf sich einzureden, dass er eben ein gesundes Selbstbewusstsein hat – oder was auch immer Sie bisher als Entschuldigung für sein Verhalten hatten. Fragen Sie sich lieber, wie es mit Ihrem bestellt ist. Offenbar hat Ihr Hund nämlich das Bedürfnis, Sie zu beschützen. In seinen Augen sind Sie also schwach!

Was Sie tun können

Als erstes meiden Sie alle Wege, auf denen es zu unliebsamen Begegnungen kommen kann, zumindest bis Ihr Hund das freundlichere Verhalten einstudiert hat. Das können Sie mit ihm einüben. Das wichtigste dabei ist, dass Sie selbst ruhig und entspannt bleiben (oder zumindest so tun). Rufen Sie ihren Hund frühzeitig zu sich und kreischen Sie nicht hysterisch herum. Führen Sie ihn an der Leine in sicherer Entfernung am Gegner vorbei. Lassen Sie sich dabei nicht herumzerren, wechseln Sie notfalls mehrmals die Richtung. Unterbinden Sie Bellen mit einem scharfen "Nein!" und loben Sie ruhiges Verhalten ausgiebig. Bestehen Sie darauf, dass Ihr Hund "Platz" macht. Damit fordern Sie Unterordnung und das sollten Sie auch, denn mit seinem Gekeife gegenüber dem anderen Hund verweigert er die ja genau. Sie müssen Ihrem Hund klar machen, dass Sie derjenige sind, der entscheidet, ob es einen Konflikt gibt oder nicht. Aber Vorsicht: Nicht jeder Hund reagiert gleich. Es liegt an Ihnen zu wissen, was mit Ihrem Hund möglich ist. Wenn Sie Zweifel haben, dann gönnen Sie sich und Ihrem Hund lieber ein paar Einzelstunden bei einem Experten.
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