Wenn Tiere für Schönheit leiden

Dem Hund das Fell färben – keine gute Idee!

Zu einem großen Vertrauensbruch zwischen Hundebesitzerin und Hundesalon kam es vor einigen Tagen in den USA. Frauchen brachte ihren Hund zur Fellpflege und bekam ihn mit buntem Fell und völlig traumatisiert zurück. Was es damit auf sich hat und warum es keine gute Idee ist, Hunden das Fell zu färben, lesen Sie hier.
 
Goldendoodle-Dame Lola mit bunt gefärbtem Fell © Kara Duffy (@KaraDuffyCBS12) / twitter.com
Goldendoodle-Dame Lola völlig traumatisiert nach dem Fellfärben.
Wenn man seinen Hund in den Hundesalon bringt, bleibt einem nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, den Hund in professionelle und verantwortungsvolle Hände gegeben zu haben. Dieses Vertrauen wurde von einem Hundesalon in Lake Worth Beach (Florida, USA) bitter enttäuscht. Wie üblich brachte Lolas Frauchen die Goldendoodle-Dame zur Fell-, Krallen- und Zahnpflege in den Hundesalon. Als sie sie kurze Zeit später wieder dort abholt, kann sie kaum fassen, was sie sieht: Lolas helles Fell ist stellenweise neon-bunt gefärbt! Grüne Augenbrauen, rosa Ohren und eine grüne Schwanzspitze leuchten Frauchen entgegen, wie in einem Tweet von CBS12-Journalistin Kara Duffy zu sehen ist.
 
Doch nicht nur, dass Lola völlig verunstaltet ist, sie ist auch noch zutiefst traumatisiert und erleidet eine Hautinfektion am Bauch.
 
„Es war offensichtlich eine traumatisierende Erfahrung für meinen Hund“, schreibt Lolas Besitzerin auf Facebook.
 
Lolas Fall ist noch glimpflich ausgegangen. Dass das Fellfärben sogar lebensgefährlich sein kann, zeigt ein weiterer Fall aus den USA. Dort hat ein Hundebesitzer seine weiße Malteser-Mix-Hündin lila gefärbt. Der große Fehler: Er benutzte ein Haarfärbemittel für Menschen. Die ätzende Substanz verbrannte die Haut des kleinen Hundes so sehr, dass dieser fast daran starb, wie galileo.tv berichtete. Mit Schmerzmitteln und Antibiotika konnten Tierärzte die Hündin retten. Drei Monate hat es gedauert, bis sie sich von dieser schrecklichen Tortur erholt hat.


Dem Hund das Fell färben: Deswegen ist es eine schlechte Idee!

Auf Social Media, auf Hundemessen- und Ausstellungen sieht man es immer wieder: Hunde mit buntgefärbtem Fell. Was aber für uns Menschen witzig aussieht, kann zu schweren Gesundheitsschäden, Stress und Verhaltensstörungen bei den betroffenen Hunden führen. Aus folgenden Gründen ist es eine absolut schlechte Idee, Hunden das Fell zu färben.


1. Haarfärbemittel können Vergiftungen, Hautkrankheiten und Allergien auslösen!

Haarfärbemittel können schädliche Substanzen enthalten. Das kann zu Reizungen, Juckreiz, Verbrennungen, Ekzemen und anderen Hautproblemen führen. Zudem können Toxine, die vom Tier bei der Fellpflege aufgenommen werden, ins Verdauungssystem geraten. Die Tiere vergiften sich auf diese Weise. Durchfall, Erbrechen und schlimmstenfalls der Tod sind die tragischen Folgen.
 
Niemals sollte man Haarfärbemittel benutzen, die für Menschen bestimmt sind. „Sie können Verbrennungen, Blindheit und Vergiftung verursachen“, warnt ein Tierarzt, der die oben genannte Malteser-Mix-Hündin behandelt hatte, auf Facebook.
 
Selbst die Farbstoffe, die für Haustiere entwickelt wurden, können nicht garantieren, dass der Hund die Prozedur unbeschadet übersteht. Auch sie können zu Hautproblemen und Allergien führen.
 

2. Die Prozedur des Fellfärbens verursacht beim Hund großen Stress!
 
Das Fellfärben ist eine langwierige Angelegenheit, die nicht jeder Hund gern aussteht. Fell befeuchten, einwirken lassen, ausspülen und trocknen – das alles kostet viel Zeit und die Tiere empfinden diese Behandlung als unangenehm. Hinzu kommt noch der ätzende und fremde Geruch des Färbemittels, der die sensible Hundenase reizt. Die Prozedur wird für den Hund zur Qual, löst Angst und Nervosität aus. Und auch für denjenigen, der die Behandlung ausführt, kann das gefährlich werden. Denn der Hund könnte sich wehren und dabei zuschnappen.
 

3. Durch das Fellfärben sind Verhaltens- und Kommunikationsprobleme vorprogrammiert!
 
Die Veränderung des Fells kann bei Hunden Wesens- und Verhaltensänderungen provozieren. Das ist auch bei Hunden zu beobachten, die im Sommer das Fell geschoren bekommen. Auch die Fell-Modifikation durch das Färben bewirkt ähnliche Veränderungen im Verhalten: Die Hunde werden lustlos, wollen nicht mehr aufstehen und sind nicht einmal mehr zur Gassi-Tour zu bewegen.
 
Hinzu kommen Probleme bei der Kommunikation mit Artgenossen. Der betroffene Hund sieht nicht nur fremd aus, er riecht auch nicht mehr nach Hund. Denn die Aromen des Farbstoffes übertünchen den Hundegeruch. Das kann dazu führen, dass Artgenossen den Hund ablehnen und sich ihm nicht mehr nähern oder ihm gegenüber gar aggressiv reagieren. Die Sozialisierung des Hundes ist damit gefährdet. Wenn ein kontaktfreudiger Hund nicht die Aufmerksamkeit der anderen Hunde bekommt, kann er Verhaltensprobleme entwickeln.
 
Es gibt also keinen vernünftigen Grund, dem Hund das Fell zu färben. Es dient einzig allein der Belustigung des Menschen. Verantwortungsvolle Hundehalter verzichten darauf, seinen Hund einer solchen Tortur auszusetzen und betreiben Hundepflege auf artgerechte Art. Lesen Sie dazu unsere Hinweise zu den Themen Fellpflege , Krallenschneiden und Zahnhygiene beim Hund.