Rasseportrait: Golden Retriever

Der Golden Retriever – Glückskind mit Ausstrahlung

Der Golden Retriever ist ein temperamentvolles Energiebündel, das ausreichend Beschäftigung braucht, um ausgeglichen zu sein. Verstehen Menschen dann noch Spaß, ist das Glück für einen Golden Retriever perfekt. Hier erfahren Sie alles über Aussehen, Herkunft, Wesen und Erziehung des Golden Retriever.
 
 
Golden Retriever auf Wiese © shutterstock.com/bigandt.com
Das sonnige Gemüt des Golden Retrievers ist ansteckend.
Der Golden Retriever ist ein richtiger Allrounder. Aus vielen Gebrauchshundesparten ist der blonde Golden Retriever heute nicht mehr wegzudenken. Andererseits haftet ihm seit längeren das Image des schicken Modehundes an, der in manchen Kreisen als besonders „in“ gilt. Leider wird jedoch seine einstige Bestimmung als ausdauernder, zäher Arbeitshund vergessen, der er nach wie vor liebend gerne nachgeht. Um die Rasse des Golden Retriever besser verstehen zu können, ist ein Blick in ihre Geschichte unerlässlich. 
 

Die Herkunft des Golden Retrievers 

Die ersten Golden Retriever waren passionierte Jäger. Als Retriever galten in Großbritannien Hunde, die geschossenes Wild aufsuchen und apportieren mussten. Diese Aufgabe war zunächst an keine bestimmte Rasse gebunden, einzige Voraussetzung waren Vorliebe für Ausdauer im Wasser, Freude am Apportieren und ein Fell mit dichter Unterwolle. Als die Engländer im 19. Jahrhundert eine eigene Retriever-Rasse züchten wollten, fiel ihre Wahl auf Hunde aus Neufundland und Labrador, die mit dem Kabeljauhandel auf die Britischen Inseln kamen. Nach und nach kristallisierten sich dann durch verschiedene Kreuzungen unterschiedliche Retriever-Typen heraus.
 
Als Urvater aller Golden Retriever gilt der Rüde „Nous“. Ihn verpaarte Lord Tweedmouth 1868 mit „Belle“, einem Tweed Waterspaniel, der heute als ausgestorben gilt. In der Folge kreuzte man immer wieder Tweed Waterspaniel und außerdem Irish Setter . Auch ein sandfarbener Bloodhound  mischte in die Zucht mit, um die Nasenleistung der Golden Retriever zu verbessern. Die ersten Golden Retriever-Züchter waren durchweg Jäger, die alle begeistert waren von dessen Nervenstärke, verlässlicher Sucharbeit und seinem Eifer. Der passionierte Retriever ließ sich durch nichts ablenken und zeigte eine große Bringfreude.
 

Aussehen, Fell und Farben des Golden Retrievers

Zuerst galt der Golden Retriever wegen seines Haarkleides als Unterart des Flat Coated Retrievers. Erst 1913 wurden sie durch den Kennel Club als eigenständige Rasse unter dem Namen „Golden oder Yellow Retriever“ anerkannt. Wie beim Labrador entwickelten sich drei unterschiedliche Zuchtlinien:
  • Standardzucht: Legt Schwerpunkt auf das äußere, möglichst imposant wirkende Erscheinungsbild des Golden Retrievers.
  • Leistungszucht oder Field-Trial-Linie: Legt Schwerpunkt auf Arbeitsleistung, Arbeitswillen und Temperament (gezielt für jagdlichen Gebrauch gezüchtet). 
  • Dual-Purpose-Linie: Mehrzwecklinie, also Kombination aus äußerst schönen und gleichzeitig perfekt arbeitenden Hunden.
Das Fell des Golden Retrievers ist glatt oder leicht wellig mit guter Befederung. Gerade im Winter trägt er eine dichte Unterwolle, die ihn vor Kälte und Nässe schützt. Bei den Farbschlägen ist jede Schattierung von Gold und Cremefarben zugelassen. 
 

Steckbrief Golden Retriever

Herkunft: Großbritannien
Klassifikation: FCI-Gruppe 8: Apportierhunde
Schulterhöhe: 56–61 cm Rüde bzw. 51–56 cm Hündin
Gewicht: 25 bis 38 kg
Wesen: Wille zum Gehorsam, intelligent mit natürlicher Anlage zu arbeiten, freundlich, liebenswürdig und zutraulich
Lebenserwartung: 12 Jahre +
Funktion: ursprünglich Apportierhund für die Flintenjagd
Fell: glattes oder welliges Fell mit guter Befederung, dichte Unterwolle
Fellfarben: jede Schattierung von Gold/Cremefarben; weder Rot noch Mahagoni  


Charakter und Wesen des Golden Retrievers

Der Golden Retriever gewann zunehmend als Familienhund an Bedeutung wegen seiner Anpassungsfähigkeit und seiner tollen Charaktereigenschaften. Allerdings muss man dem reinen Familienhund eine andere Aufgabe geben, die ihn körperlich und mental fordert. Erst dann kann der liebenswerte Golden Retriever sein tolles Wesen voll und ganz entfalten. Ein Golden Retriever ist grundsätzlich für jeden Spaß zu haben. Gerne begleitet er seine Menschen neben dem Fahrrad herlaufend, beim Joggen oder auf Wanderungen. Außerdem ist er für fast jede Hundesportart zu begeistern. Seine große Apportierfreude zeigt der Golden Retriever, indem er keine Gelegenheit auslässt, seine Menschen mit Geschenken zu beglücken. Diese Anlage sollte man ausnützen und fördern – hier hat sich die Dummy-Arbeit  bewährt.
Neben dem Apportieren ist Schwimmen eine Leidenschaft des Golden Retrievers. Das dritte große Hobby aller Golden Retriever ist Buddeln. Und: Alle drei Beschäftigungsvorlieben werden fantasievoll miteinander kombiniert. Durch das freundliche Wesen des Golden Retrievers ist er normalerweise auch in einer Gruppe gut verträglich – sowohl untereinander als auch mit anderen Hunderassen. Seine Nervenstärke macht ihn auch zu einem geeigneten Mitglied in einem Haushalt mit Kindern. 
 
Golden Retriever schwimmt im Wasser
Schwimmen und Apportieren liebt der Goldie.    © shutterstock.com/Marina Plevako
 

Haltung, Erziehung und Beschäftigung des Golden Retrievers

Hat ein Golden Retriever sich ausgetobt, mutiert er zur zärtlichen Schmusebacke. Alleinbleiben gefällt ihm nicht sonderlich, trotzdem kann man ihn aber dazu erziehen, drei bis vier Stunden zu Hause  alleine zu bleiben . Bei einer angemessenen Auslastung zeigt er sich generell im Haus ausgeglichen und ruhig. Der Golden Retriever ist ein einfühlsamer Hund, der sich auf die Stimmungslage seiner Besitzer einstellt. Der stete „will to please“, seine rasche Auffassungsgabe und große Unterordnungsbereitschaft kommen Erstlingshaltern und Fortgeschrittenen zugute. Dies bedeutet nicht, dass ein Golden Retriever sich von selbst erzieht.
 
In der Erziehung des sensiblen Golden Retriever ist intensive Beschäftigung für eine optimale Herr-Hund-Beziehung wichtig. Er will seinem Besitzer gefallen, was die Erziehung erleichtert. Ein Golden Retriever möchte als Partner angesehen werden, der mit seinem Menschen zusammen ein Team bildet. Grundsätzlich reagiert der intelligente Golden Retriever sehr gut auf Stimme und Körpersprache. Außerdem spricht er hervorragend auf eine humorvolle, spielerische und liebevolle konsequente Erziehung an. Die Wachsamkeit ist bei jedem Hund unterschiedlich ausgeprägt. In der Regel werden jedoch Fremde freundlich begrüßt. Ein Golden Retriever macht auch keinen Hehl daraus, wenn er begeistert ist. Daher ist für das Begrüßungsritual eine gewisse Standhaftigkeit vonnöten, damit man dem Ansturm gewachsen ist. 
 
In der Pflege stellen Golden Retriever durchaus Ansprüche. Golden Retriever haaren das ganze Jahr, aber besonders stark zum Fellwechsel. Regelmäßiges Kämmen und Bürsten ist daher empfehlenswert. Für die Zeit des Fellwechsels heißt es: Weg mit der Unterwolle . Hierfür können Sie eine spezielle Unterwollbürste verwenden. Nach einem Bad im Freien (Tümpel, See, Bach) sollten Sie Ihren Golden Retriever gut abtrocknen. 
 
 

Einen Golden Retriever beim Züchter kaufen

Längst ist der vielseitige und liebevolle Golden Retriever zu einem Modehund geworden. Zwischenzeitlich stieg die Nachfrage so an, dass Massenzuchten entstanden, die Probleme mit sich brachten. Umso wichtiger ist es, einen Golden Retriever aus seriöser Zucht zu erwerben, um dieses gewissenlose Geschäft nicht zu unterstützen. Einen gesunden und geimpften Welpen mit Ahnentafel von einem seriösen Züchter bekommen Sie ab etwa 1500 Euro. 
Mehr Informationen und Züchteradressen erhalten Sie beim Golden Retriever Club e.V.  und dem Deutschen Retriever Club e.V.

Drei Golden Retriever Welpen sitzen auf einer Steinmauer
Golden Retriever sollte man nur aus seriöser Zucht erwerben. © shutterstock.com/Zayats Svetlana
 
 
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