Rasseportrait: Australian Shepherd

Der Australian Shepherd: ein prächtiges Power-Paket

Der Australian Shephard ist kein Hund für alle, die es lieber gemütlich mögen. Australian Shepherds brauchen Action. Bei ausreichender Auslastung für Körper und Köpfchen ist der Aussie ein intelligenter und pflichtgetreuer Gefährte in allen Lebenslagen. Hier erfahren Sie alles über Aussehen, Herkunft, Wesen und Erziehung des Australian Shepherds.
 
 
Zwei Australian Shepherd stehen nebeneinander auf einer Wiese © shutterstock.com/ Eve Photography
Australian Shepherds sind sehr soziale und aktive Hunde.

Der Australian Shepherd ist die absolute Sportskanone unter den Hunden. Doch gerade deshalb ist es bei dieser Rasse so wichtig, das richtige Verhältnis aus Übungen am Grundgehorsam, körperlicher Auslastung, Arbeit fürs Köpfchen und Ruhepausen zu finden.
 

Die Herkunft des Australian Shepherds

Auch wenn der Name des Australian Shepherds eindeutig darauf schließen lässt, dass der Hund seinen Ursprung in Australien hat, ist das leider falsch. Die Ursprünge des Australian Shepherds liegen in den USA. Und dennoch steckt im Australian Shepherd ein richtiger Mix aus verschiedenen europäischen Hunderassen. Einwanderer, die im 18. und 19. Jahrhundert in die USA kamen, haben auch ihre Hunde mitgebracht. Der Australian Shepherd ist das Ergebnis aus vielen Begegnungen verschiedenster Hütehunde. Zu seinen Ahnen zählen neben den in Nordamerika heimischen Hütehunderassen nordspanische Hütehunde, die  Border Collies  schottischer Einwanderer und australische Cattledogs, die gemeinsam mit australischen Merino-Schafen nach Amerika gebracht worden sind. Durch die unterschiedlichen Verpaarungen waren die ersten Australian Shepherds in ihrem Wesen und Aussehen zu Beginn noch sehr unterschiedlich. Auf den amerikanischen Ranches wurden natürlich besonders die Hunde weitergezüchtet, die die erwünschten Qualitäten aufwiesen: Intelligenz, Hüteinstinkt, Wachsamkeit und Attraktivität. Da die Hunde in erster Linie die aus Australien importierten Merino-Schafe hüteten, erhielten sie ihren Namen: Australian Shepherd, Australischer Hirte. Doch auch bei Rindern, Enten und anderen Tieren erwies sich der Australian Shepherd als geschickter und zuverlässiger Hütehund. 
 
In den 1950er Jahren tauchten auf amerikanischen Rodeo-Shows immer mehr Australian Shepherds auf, die in den Pausen mit allerlei Tricks und Kunststücken das Publikum unterhielten. Kein Wunder, dass die Hunde so auch außerhalb des Ranchbetriebs immer attraktiver wurden. Ab den 1970er Jahren wurde die Zucht der Australian Shepherds noch einmal verstärkt und die ersten Vereine gegründet. Schließlich wuchs die Bekanntheit außerhalb der USA und der Australian Shepherd kam nach Europa. Noch immer steckt im Australian Shepherd ein begnadeter Hüte- und Treibhund, doch heute ist er auch ein äußerst beliebter Familienhund.
 

Aussehen, Fell und Farben des Australian Shepherds

Australian Shepherds sind mittelgroße Hunde mit einer Schulterhöhe von 45 bis 57,5 Zentimetern. Hündinnen sind etwas kleiner und zierlicher als Rüden. Erwachsene Tiere bringen in der Regel zwischen 13 und 22 Kilogramm auf die Waage. Größe und Knochenbau des Australian Shepherds sind gut ausgewogen, die Hunde sind etwas länger als hoch. Am ausdrucksstarken Kopf des Australian Shepherds sitzen seitlich die Ohren, die bei voller Aufmerksamkeit vorwärts fallen und sich zu einem Viertel bis zum Einhalbfachen ihrer Länge aufrichten. Stehohren und jagdhundetypische Ohren gelten in der Zucht als schwerer Fehler. 
 

Steckbrief Australian Shepherd

Herkunft: USA
Klassifikation: FCI-Gruppe 1: Hüte- und Treibhunde
Schulterhöhe: 45–57,5 cm
Gewicht: ca. 13–22 kg
Wesen: intelligent, lernwillig, aktiv
Lebenserwartung: ca. 12–15 Jahre
Funktion: Arbeitshund mit ausgeprägtem Hüte- und Wachinstinkt, liebevoller Familienhund bei entsprechend sportlicher Beschäftigung und geistiger Auslastung
Fell: mittellang, üppig
Fellfarben: Blue-Merle, Rot-Merle, Rot mit und ohne weiße oder kupferfarbigen Abzeichen

 

Das Fell des Australian Shepherds ist mittellang, glatt und üppig. Der Pflegeaufwand ist recht gering. Gründliches Durchbürsten einmal pro Woche reicht aus, um Schmutzpartikel und kleine Verfilzungen zu entfernen. Nur während des Fellwechsels  im Frühjahr und Herbst empfiehlt sich häufigeres Bürsten, um die abgestorbenen Haare aus dem Fell zu entfernen. Bei den Fellfarben des Australian Shepherds sind kaum Grenzen gesetzt. Neben den Grundfarben Rot, Schwarz, Redmerle und Bluemerl sind Kombinationen und Abzeichnungen in Weiß oder Kupferfarbe zugelassen. Die Augen des Australian Shepherds sind Braun, Blau und Amber, durchaus auch in Kombinationen und Variationen mit Sprenkelungen und Marmorierungen.
 
Australian Shepherd springt über Stange
Australian Shepherds haben viel Spaß an jeglichem Hundesport. ©shutterstock.com/Juha Saastamoinen
 

Charakter und Wesen des Australian Shepherds 

Der Australian Shepherd ist ein aufmerksamer, lebhafter und schlauer Hund, der viel Kraft und Ausdauer zeigt. Er wird zu den intelligentesten Hunderassen gerechnet. Gerne übernimmt er auch selbst einmal die Initiative, wenn ihm die Anweisungen von Frauchen oder Herrchen komisch erscheinen. Nicht immer ist das, was dem Hund in so einer Situation sinnvoller oder lustiger erscheint (z.B. Socken zerkauen) das, was Herrchen oder Frauchen ebenso sinnvoll oder lustig finden. Wer sich einen Australian Shepherd ins Haus holt, braucht eine ganze Menge Feingefühl und Hundeverstand, um dem Hund klar zu machen, dass er seinem Menschen vertrauen kann und auch gehorchen muss. Eine harte Hand bringt in der Erziehung des Australian Shepherds dagegen gar nichts, denn Aussies sind sehr sensible Hunde und verlieren das Vertrauen in ihren Halter, wenn sie zu streng oder gar grob behandelt werden. Als klassischer Arbeitshund ist das Hütebedürfnis des Australien Shepherds heute bei den Rassevertretern ganz unterschiedlich ausgeprägt. 

Die freundlichen Australien Shepherds eignen sich bei richtiger Haltung und Auslastung wunderbar als Familienhunde, die mit ihrem offenen und freundlichen Wesen überzeugen und auch gerne als Therapiehunde eingesetzt werden. Am liebsten lebt der Australian Shepherd mit einem Artgenossen, mit dem er spielen und toben kann. Australian Shepherds sind äußerst kommunikative und soziale Hunde. Der perfekte Artgenosse ist natürlich ein weiterer Vertreter derselben Rasse, der dieselben Ansprüche an Halter und Umfeld stellt. 
 

Haltung, Erziehung und Beschäftigung des Australian Shepherds

Das ideale Zuhause des Australian Shepherds liegt auf dem Land oder in der Vorstadt mit einem großen, sicher eingezäunten Grundstück. Der Hund sollte sich hier möglichst frei bewegen können. Australian Shepherds brauchen ständig Kontakt und sind nicht gerne jeden Tag acht Stunden alleine zuhause, wenn Frauchen oder Herrchen in der Arbeit ist. Erwachsene Aussies, die es gewohnt sind, können natürlich auch mal bis zu vier oder fünf Stunden alleine bleiben, anschließend muss aber auch etwas wirklich Spannendes für den Hund passieren, wofür sich das Warten gelohnt hat. Sonst sucht sich der Australian Shepherd beim nächsten Mal ganz einfach eine eigene Beschäftigung. Neben viel Zeit, die sie mit dem Hund verbringen können, sollten Besitzer eines Australian Shepherds auch Freude an einem aktiven Leben mitbringen und sich nicht daran stören, bei Wind und Wetter genauso viel Zeit mit dem Hund draußen zu verbringen wie bei Sonnenschein.

Tägliche Fahrradtouren und lange Spaziergänge kommen dem Aussie gerade recht. Er eignet sich auch wunderbar als Reitbegleithund und freut sich, wenn er seinen Menschen auf dem Pferd bei langen Ausritten begleiten darf. Neben Spaziergängen, die wunderbar mit verschiedenen Spiel- und Lernaufgaben kombiniert werden können, eignet sich der Australian Shepherd auch sehr gut für den Hundesport.  Agility  oder  Obedience-Training sorgen für eine abwechslungsreiche Auslastung des Aussies. Doch der intelligente Australian Shepherd braucht neben der physischen Auslastung auch Arbeit fürs Köpfchen. Das  Erlernen von Tricks , Apportieren und Suchspiele forden den Australian Shepherd auch geistig. Da die Hunde seit jeher in ganz verschiedenen Einsatzgebieten tätig waren, sind gezielte und abwechslungsreiche Aktivitäten besonders wichtig. 
 
Doch auch ein Aussie muss mal zur Ruhe kommen. Zu großer Leistungsdruck stresst den Australian Shepherd, zu viel Sport lässt ihn total aufdrehen und zur absoluten Sportskanone werden. Am besten wechselt man immer Phasen mit Spannung und Sport mit Phasen der Entspannung und Ruhe ab. Da Australian Shepherds kleine Spätzünder in Entwicklungsdingen sind, sollte am Anfang besonders viel am Grundgehorsam gearbeitet werden, ehe man mit Leistungssport beginnt. 
Junger Australian Shepherd steht vor einem Menschen
Eine gute Grunderziehung ist bei Australian Shepherds sehr wichtig. ©shutterstock.com/ Eve Photography
 

Australian Shepherd in klein: Der Miniature Australien Shepherd 

Eine Variante des Australian Shepherds ist der Miniature Australien Shepherd, der nur eine Schulterhöhe von 35 bis 46 Zentimeter erreicht. Die positiven Eigenschaften (Arbeitseifer, Auffassungsgabe) und das Aussehen des Australian Shepherds wurden beibehalten, aber nur besonders kleine Aussies miteinander verpaart, sodass nach und nach diese Miniaturausgabe des Australian Shepherds entstanden ist. Diese wurde 2015 zwar vom Australian Kennel Club anerkannt, der FCI jedoch erkennt diese Hund nicht als eigenständige Rasse an. Deshalb ist die Zucht der Miniature Australian Shepherds in Deutschland bislang noch sehr undurchsichtig. 
 

Einen Australian Shepherd beim Züchter kaufen 

Wer kompetente Anspechpartner für Australian Shepherds sucht, ist beim  VDH  bestens aufgehoben. Beim  Club für Australian Shepherd Deutschland e.V.  finden Sie zudem seriöse Züchter, bei denen Sie sich umfassend über die Anschaffung eines Welpen informieren können. Ein Australian Shepherd Welpe kostet zwischen 1300 und 2000 Euro. 

 

 
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