Nachweis für Hundehalter

Hundeführerschein: Prüfung, Pflicht und Kosten

Vor allem, wenn es zu Beiß-Vorfällen kommt, die in den Medien breit aufgegriffen werden, werden die Stimmen nach einem Hundeführerschein laut. Wir haben Ihnen die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Hundeführerschein zusammengestellt.
 
Hundeführerschein © shutterstock.com / petrunjela
In der Praxisprüfung für den Hundeführerschein zeigt der Hundehalter, dass er den Hund in allen Alltagssituationen im Griff hat.
Oft wird der Begriff Hundeführerschein nicht eindeutig verwendet. Was also konkret ist ein Hundeführerschein? Ist es Pflicht, einen zu machen? Wie muss man sich die Prüfung für den Hundeführerschein vorstellen und welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich den Hundeführerschein machen will? Lesen Sie hier die Antworten auf die häufigsten Fragen in Zusammenhang mit dem Hundeführerschein.


Was ist ein Hundeführerschein?

Der Hundeführerschein ist ein Nachweis für Hundehalter, der bescheinigt, dass der Hundehalter seinen Hund im Alltag so unter Kontrolle hat, dass dieser weder für Menschen noch andere Tiere eine Gefahr darstellt. Der Begriff wird allerdings nicht einheitlich gebraucht und dient oft auch als Synonym für „Wesenstest“ oder „Sachkundenachweis“. In einigen Bundesländern wird der Hundeführerschein auch als Sachkundenachweis anerkannt.


Wie sieht die Prüfung für den Hundeführerschein aus?

Die Prüfung für den Hundeführerschein enthält einen theoretischen und einen praktischen Teil. Denn verantwortungsvolle Hundehaltung setzt Fachwissen voraus. Nur wer Bescheid weiß über die Bedürfnisse, die Körpersprache und die natürlichen Verhaltensweisen des Hundes, kann ihn tatsächlich sicher, qualifiziert und letztlich tiergerecht „führen“. Im theoretischen Teil müssen Hundehalter 30 bis 40 Fragen zu Hundeverhalten , Hundeerziehung und Hundehaltung beantworten. Wer den theoretischen Teil bestanden hat, ist für den praktischen Teil zugelassen. Dort stellen Hundehalter unter Beweis, dass sie ihren Hund jederzeit und in jeglicher Alltagssituation unter Kontrolle haben. Geprüft wird von speziell geschulten Prüfern mit nachgewiesener Qualifikation. Sie achten einerseits darauf, wie der Hund sich gegenüber Menschen und anderen Tieren verhält, andererseits bewerten sie auch das tiergerechte und vorausschauende Verhalten des Hundehalters. Geprüft wird also das jeweilige Gespann und nicht der Hund oder Hundehalter im Einzelnen.
Viele Vereine und Hundetrainer bieten auch Vorbereitungskurse für den Hundeführerschein an, um Übungen und Prüfungssituationen gezielt zu trainieren.


Ist der Hundeführerschein Pflicht?

Generell gibt es keine bundesweite Pflicht zum Hundeführerschein. In Bayern beispielsweise ist der Hundeführerschein nicht verpflichtend, wird aber von vielen Gemeinden mit Steuervergünstigungen bei der Hundesteuer gefördert. In Niedersachsen besteht Hundeführerschein-Pflicht. In anderen Bundesländern ist es verpflichtend, für bestimmte Hunde einen sogenannten Sachkundenachweis zu erbringen. In Abhängigkeit der im jeweiligen Bundesland geltenden Hundegesetze und Bestimmungen kann der Hundeführerschein als Sachkundenachweis anerkannt werden.


Wer braucht einen Hundeführerschein?

Da der Hundeführerschein anders als der Sachkundenachweis bisher nicht verpflichtend ist (Niedersachsen ausgenommen), kann jeder selbst für sich entscheiden, ob er den Hundeführerschein machen will oder nicht.


Wo kann ich den Hundeführerschein machen?

Offizielle Hundeführerscheine werden beispielsweise vom IBH (Internationaler Berufsverband der Hundetrainer und Hundeunternehmer), VHD (Verband für das deutsche Hundewesen), BHV (Berufsverband der Hundeerzieher) und von der Tierärztekammer angeboten.


Wieviel kostet ein Hundeführerschein?

Je nachdem, wo sie den Hundeführerschein machen, belaufen sich die Kosten auf etwa 80 bis 130 Euro für die zweiteilige Prüfung bestehend aus Theorie und Praxis.