Diät statt Todesspritze

Übergewichtiger Hund soll eingeschläfert werden – doch er kämpft sich zurück ins Leben!

Golden Retriever „Kai“ bringt unglaubliche 80 Kilogramm auf die Waage – zu viel für seine Besitzer. Der extrem fettleibige Hund wird ihnen zur Last, sie wollen ihn einschläfern lassen. Doch die Tierärztin weigert sich – und „Kai“ zeigt allen, was wirklich in ihm steckt!
 
Übergewichtiger Golden Retriever schaut traurig. © shutterstock.com
Übergewicht birgt viele Gesundheitsrisiken. (Symbolbild)
Golden Retriever „Kai“ ist einer von den ganz schweren Jungs, mit einem Kampfgewicht von 172 Pfund, das sind rund 80 Kilogramm. Seine Besitzer, die ihm offenbar nur wenig Bewegung und eine unausgewogene Ernährung bieten, sind überfordert. Statt einer Diät droht „Kai“ die Spritze – er soll aufgrund seines Übergewichts eingeschläfert werden!
 
Gott sei Dank weigert sich seine behandelnde Tierärztin, ihm die tödliche Spritze zu verabreichen. Stattdessen greift sie zum Telefon und nimmt Kontakt mit der Organisation Misfits of Alberta Animal Rescue auf – einer Stelle für alle Not-Felle. Hier soll „Kai“ geholfen und ein neues Zuhause für ihn gefunden werden. Schließlich zieht der zehnjährige Goldie bei Pam Heggie ein. Die ist zunächst geschockt vom seinem Zustand:
 
„Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Seine Leibesfülle war unglaublich. Die Bilder zeigen nur einen kleinen Teil des Ausmaßes. Selbst ein paar Schritte zu gehen war enorm schwierig für ihn.“
 
 

Damit „Kai“ wieder ein erfülltes Hundeleben führen kann, muss er abspecken – unbedingt! Doch Pam Heggie weiß, dass sie nichts überstürzen darf. Die Last seiner Kilos liegt massiv auf „Kai“, er kann keine drei Schritte gehen, ohne sich auszuruhen. Es dauert ganze 20 Minuten, bis er sich die kleine Treppe zu Pam Heggies Haus emporschleppt.
 
 

Doch statt die ehemaligen Besitzer von „Kai“ zu verurteilen, schaut Pam Heggie nach vorne:
 
„Ich weiß nichts über seine ehemaligen Besitzer, und das ist auch gut so. Wir als Tierpfleger haben die Pflicht, den Tieren ein gesundes Leben zu ermöglichen – das sind wir ihnen schuldig. Und ich glaube, dass wir den Leuten zeigen müssen, wie sie ihre Tiere richtig versorgen – das ist so viel effektiver als Schuldzuweisungen und Beleidigungen.“
 
Knapp ein Jahr ist es nun her, dass „Kai“ zusammen mit Pam Heggie seine Diät begann. Eine strikte Futterumstellung und Wasser-Therapie machten den Anfang, dazu dreimal täglich kurze Spaziergänge, die „Kai“ nicht überforderten. Langsam aber sicher baute er mehr Kondition auf, die Spaziergänge wurden länger. Mit jedem Pfund, das er verlor, blühte „Kai“ weiter auf.
 
„Seine wiedergewonnene Freiheit war für uns aufregender zu beobachten als die Zahlen auf der Waage. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass er rennen, spielen und sein Leben genießen könnte. Er war zehn Jahre alt, als er zu uns kam – jetzt ist er elf Jahre alt und so voller Leben!“



Innerhalb eines Jahres schaffte es „Kai“, sein Gewicht mehr als zu halbieren: Er verliert ganze 100 Pfund, rund 45 Kilogramm. Endlich darf er wieder Hund sein – mit allem, was dazu gehört!
 
Übergewicht bei Haustieren ist ein weltweites Problem. Das Institut für Tierernährung an der Universität Leipzig schätzt, dass rund 40 Prozent der Hunde und Katzen in den Industrieländern Mitteleuropas übergewichtig sind. Höchste Zeit, sich „Kai“ als inspirierendes Vorbild zu nehmen und dem überflüssigen Hundespeck den Kampf anzusagen!

 
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