Bindehautentzündung: vorbeugen, erkennen, behandeln

Eine Entzündung der Augen ist für Hunde sehr unangenehm und mitunter auch schmerzhaft. Wie Sie Ihrem Hund helfen und wann hinter dem Problem mit den Augen auch mehr stecken kann, erfahren Sie hier.
 
 
Hund mit Bindehautentzündung © Stock.adobe.com/nadisja
Rote, tränende Augen sollten ein Alarmzeichen für den Hundehalter sein.
Wenn die Schleimhaut des Auges entzündet ist, spricht man von einer Bindehautentzündung, auch Konjunktivitis genannt. Diese zählt zu den häufigsten Erkrankungen bei Hunden. Die Bindehautentzündung kann als eigenständige Erkrankung oder als Begleiterscheinung auftreten. Lesen Sie hier, was eine Bindehautentzündung beim Hund auslöst, wie Sie diese erkennen, behandeln und künftig vorbeugen.
 

So erkennen Sie eine Bindehautentzündung

Die Entzündung kann ein oder beide Augen betreffen und äußert sich zunächst meist durch vermehrtes Blinzeln und Lichtempfindlichkeit, eine gerötete und geschwollene Schleimhaut des Auges sowie verstärkten Tränenfluss. Das austretende Sekret kann klar, weißlich oder gelblich-eitrig sein. Bei starkem Tränenfluss kann das Sekret das gesamte Auge verkleben, dabei entsteht häufig eine verklebte Spur seitlich des Augeninnenwinkels.
 
An Bindehautentzündung erkrankte Hunde lassen sich meist ungern am Kopf berühren und versuchen häufig, die Beschwerden zu lindern, indem sie sich am Kopf reiben.
 
Auf diese Symptome müssen Sie achten:
  1. Augen sind gerötet und geschwollen, häufig klarer bis eitrig-trüber Ausfluss.
  2. Starker Juckreiz lässt Hund verstärkt blinzelt und Augen mit den Pfoten reiben.
  3. Hund meidet helles Licht, lässt sich nur ungern am Kopf berühren.
  4. Bindehautentzündung tritt häufig beidseitig auf.
 
Achtung:
Bindehautentzündungen, die durch Bakterien oder Viren hervorgerufen wurden, sind ansteckend. Daher sollte direkter Kontakt zu anderen Hunden oder Katzen vermieden werden. Auch Menschen sollten sich, nachdem Sie den Hund gestreichelt haben, nicht ins Gesicht fassen und gründlich die Hände waschen.
 
Hund kratzt sich am Auge
Erkrankte Hunde kratzen sich, um den Juckreiz zu lindern. ©Stock.adobe.com/kerkezz
 

Auslöser für eine Bindehautentzündung beim Hund

Auslöser für eine Bindehautentzündung beim Hund sind oft Erreger wie Bakterien, Viren oder Pilze. Aber auch eine allergische Reaktion , eine Irritation des Auges durch Fremdkörper oder eine Fehlstellung des Augenlides sowie Reizungen durch Rauch oder Zugluft können eine Entzündung verursachen.
 
Erblich bedingt leiden Hunderassen wie Cockerspaniel, Deutsche Dogge  oder Deutscher Boxer aufgrund ihrer Augen- und Lidform häufiger an einer Bindehautentzündung als andere Rassen. Die Gründe dafür sind meist erblich bedingte Fehlstellungen des Lids (z. B. Roll-Lid), eine verkleinerte Lidspalte, Lidfalte nah am Auge oder aber auch nach innen wachsende Haare.
 

Muss der Hund bei Bindehautentzündung zum Tierarzt?

Schon beim ersten Verdacht auf eine Bindehautentzündung sollten Sie zum Tierarzt gehen. Da die Bindehaut direkt an die Hornhaut grenzt, sind eine rasche Diagnose und Behandlung erforderlich, um das Auge vor weiteren und schwerer wiegenden Schäden zu schützen.
 
Der Tierarzt wird zunächst das gesamte Auge und vor allem die Hornhaut auf Schäden untersuchen und geeignete Therapiemaßnahmen einleiten.
 
Bei einer Infektion durch Mikroorganismen kann der Erreger mittels eines Bindehautabstrichs bestimmt werden, um gezielt medikamentös mit Tropfen oder einer Augensalbe dagegen vorgehen zu können. Bei Fremdkörpern im Auge oder Fehlstellungen des Augenlids kann ein operativer Eingriff nötig sein. Die Dauer einer Bindehautentzündung variiert je nach Auslöser und Schweregrad der Erkrankung zwischen mehreren Tagen bis hin zu Wochen.
 
Tritt die Bindehautentzündung nicht als eigenständige Erkrankung auf, kann sie einen Hinweis auf das Vorliegen einer Grunderkrankung liefern. Die gründliche Untersuchung und Diagnosestellung durch den Tierarzt sind die Grundlage der Therapie.
 
Regelmäßig wiederkehrende Bindehautentzündungen können auf eine allgemeine Abwehrschwäche hindeuten. Der Allgemeinzustand des Hundes sollte dann von einem Tierarzt gründlich untersucht werden, um eventuelle Grunderkrankungen zu erkennen und behandeln zu können.
 
Hund bekommt Augentropfen
Der Tierarzt verschreibt ein passendes Medikament. ©Stock.adobe.com/135pixels
 

Bindehautentzündungen beim Hund vorbeugen

Um eine Bindehautentzündung bei Ihrem Hund vorzubeugen, sollten Sie darauf achten, den Hund keiner Zugluft auszusetzen. Untersuchen Sie die Augen des Hundes nach dem Spaziergang auf mögliche Fremdkörper. Gerade wenn der Hund durch Felder und Wiesen streift, geraten kleine Pflanzenteilchen ins Auge. Milde Augentropfen wie Euphrasia sorgen bei kleineren Rötungen für Linderung.
 
Auch ein intaktes Immunsystem kann das Risiko einer Bindehautentzündung minimieren. Achten Sie daher auf eine optimale Ernährung Ihres Hundes, ausreichend Bewegung und regelmäßige Check-Up Untersuchungen beim Tierarzt.