Bandscheibenvorfall beim Hund

So wie wir Menschen können auch Hunde einen Bandscheibenvorfall bekommen. Meistens tritt dieser ganz plötzlich auf. Lesen Sie hier, wie Sie einen Bandscheibenvorfall bei Ihrem Hund erkennen und was zu tun ist, wenn der Hund einen Bandscheibenvorfall hat.
 
Hund spielt © Shutterstock/otsphoto
Ein Bandscheibenvorfall ist auch für den Hund sehr schmerzhaft.

Bei Hunden treten Bandscheibenvorfälle seltener auf als bei Menschen, dennoch zählt der Bandscheibenvorfall zu einer der häufigsten neurologischen Erkrankungen des Hundes. Unter dem Bandscheibenvorfall ist eine Erkrankung der Wirbelsäule zu verstehen, bei der Teile der Bandscheibe in den Rückenmarkskanal oder Spinalnervenkanal vortreten.

So entsteht ein Bandscheibenvorfall beim Hund

Die Bandscheiben liegen als Puffer zwischen den knöchernen Wirbeln der Wirbelsäule. Sie bestehen aus einem Ring aus Bindegewebe und einem Gallertkern. Als derb-elastische Kissen federn sie Stöße ab. Sie dienen aber auch der Beweglichkeit der Wirbelsäule. 

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Typen eines Bandscheibenvorfalls:

Der Bindegewebsring reißt und der Gallertkern drückt auf das Rückenmark.
  • tritt plötzlich auf
  • oft Schwellung sichtbar
  • sehr schmerzhaft
Der Bindegewebsring verliert seine Festigkeit und der Gallertkern schiebt ihn in Richtung Rückenmark.
  • tritt plötzlich auf
  • oft Schwellung sichtbar
  • sehr schmerzhaft

Der Druck auf das Rückenmark verursacht die Symptome des Bandscheibenvorfalls. Wird das Rückenmark verletzt, sind je nach Ort und Schwere der Verletzung, wichtige Körperfunktionen gestört. Im schlimmsten Falle kommt es zur vollständigen Lähmung. 
 

Die 5 Grade eines Bandscheibenvorfalls beim Hund

Bandscheibenvorfälle werden in fünf Grade unterteilt. Je nach Schwere der Erkrankung treten verschiedene Symptome auf. 

Bandscheibenvorfall 1. Grades

  • Hund reagiert überempfindlich auf Berührungen der Wirbelsäule
  • Rücken kann schmerzhaft aufgekrümmt sein
  • Rückenmuskulatur ist verspannt und hart
  • Hund bewegt sich unwillig, aber noch durchaus normal


Bandscheibenvorfall 2. Grades

  • unsicherer Stand 
  • Bewegungen wirken steif, übertrieben und „eckig“
  • Hund kann noch gehen


Bandscheibenvorfall 3. Grades

  • deutliche Muskelschwäche 
  • Hund kann sich nur mit seitlicher Abstützung aufrecht halten


Bandscheibenvorfall 4. Grades

  • Lähmung der Muskulatur hinter dem Ort des Bandscheibenvorfalls
  • in der Regel sind Hinterbeine gelähmt
  • Funktion der Schließmuskeln von Blase und Darm kann gestört sein


Bandscheibenvorfall 5. Grades

  • Wahrnehmung von Schmerzen versagt
  • Hund kann sich nicht mehr bewegen


Dackel
Lange Rücken machen anfällig für Probleme. ©shutterstock/Anna_Bondarenko
 

Heilungschancen bei Bandscheibenvorfall des Hundes

Entscheidend für die Heilungsaussichten des Hundes ist der Schweregrad der Symptome. 

Einen Bandscheibenvorfall ersten und zweiten Grades kann der Tierarzt noch ohne Operation in den Griff bekommen. Dazu verordnet er dem Hund strenge Käfigruhe bis zu zwei Wochen. Die Käfigruhe ist die entscheidende Maßnahme bei der Behandlung. Wird sie nicht eingehalten, kann es zur Verschlimmerung des Vorfalls kommen. Nach der Käfigruhe darf der Hund auf keinen Fall springen oder Treppen steigen. Das bedeutet kurze Spaziergänge an der Leine und physiotherapeutische Übungen. 

Hunde mit einem Bandscheibenvorfall dritten und vierten Grades müssen operiert werden .

Bei einem Bandscheibenvorfall fünften Grades stehen die Chancen für den Hund schlecht. Selbst bei einer sofortigen Operation bleiben viele gelähmt und müssen von ihren Haltern lebenslang gepflegt werden, wenn diese sich nicht für eine Einschläferung entscheiden.
 

Diese Hunde sind von Bandscheibenproblemen besonders betroffen

Hunde mit kurzen Beinen und einem langen Rücken können bereits von einem Jahr Probleme mit den Bandscheiben haben. Daher wird der Bandscheibenvorfall beim Hund oft auch als „Dackellähme“ bezeichnet. Wenn auch andere Hunderassen einen Bandscheibenvorfall erleiden können, tragen Dackel  ein besonders hohes Risiko für dieses Rückenproblem. Sie gehören, wie z.B. Pekinesen oder Französische Bulldoggen zu den Rassen, deren Körperbau die Folge einer gewollten Entwicklungsstörung des Skeletts ist.

Hunde anderer Rassen sind in der Regel erst ab einem Alter von fünf Jahren gefährdet, an einem Bandscheibenvorfall zu erkranken. 

 

 
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