Gefährliche Infektion

Frau verliert beide Hände und Beine wegen Hundespeichel

Marie Trainer aus Ohio (USA) steckte sich über den Speichel ihres Hundes mit einem gefährlichen Bakterium an. Was mit leichten Erkältungssymptomen begann, endete im künstlichen Koma. Als Marie Trainer schließlich erwacht, ist ihre Welt nicht mehr dieselbe.

 
Frau infiziert sich an Hundespeichel mit gefährlichem Bakterium. © shutterstock.com
Ein Bakterium aus dem Speichel ihres Hundes wurde Marie Trainer zum Verhängnis.

Marie Trainer war gerade mit ihrem Ehemann aus dem Urlaub zurückgekehrt, da plagten sie plötzlich leichte Erkältungssymptome und Rückenschmerzen. Als sich der Schmerz quälend in Hände und Füße frisst und hohes Fieber dazukommt, beschließt Matthew Trainer, seine Ehefrau ins Krankenhaus zu fahren. Nur einen Tag später setzt Maria Trainers Atmung aus, ihre Organe versagen den Dienst. Die Ärzte legen sie in ein künstliches Koma. Ein Schock für alle Beteiligten!

Trotz aggressiver Therapie verschlechtert sich Marie Trainers Zustand. Das Gewebe an ihren Gliedmaßen stirbt ab, die mysteriöse Infektion wütet weiterhin in ihrem Körper. Drei Tage nach ihrer Einlieferung fassen die Ärzte in Absprache mit den Angehörigen einen schweren Entschluss: Um Marie Trainers Leben zu retten, müssen alle von der Sepsis befallenen Gliedmaßen – beide Hände, sowie beide Beine – amputiert werden. Weitere sieben Tage vergehen, bis Marie Trainer aus dem Koma erwacht.

In der Zwischenzeit wurde die Ursache für die Infektion durch Bluttests identifiziert: Maria Trainers Körper reagierte auf das Bakterium Capnocytophaga canimorsus, das normalerweise im Speichel von Hunden und Katzen vorkommt und für die Tiere selbst nicht schädlich ist. Gelangt das Bakterium jedoch über kleine Wunden in die menschliche Blutbahn, drohen Wundbrand, Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen.

Capnocytophaga canimorsus ist noch weitgehend unerforscht. Seine Besonderheit: Es wird vom menschlichen Immunsystem nicht erkannt und kann sich ungehemmt im Körper vermehren – mit fatalen Folgen. Ärzte warnen vor der Unberechenbarkeit des Bakteriums: So können Menschen C. Canimorsus jahrelang ausgesetzt sein, ohne dass der Körper darauf reagiert.

Marie Trainer ist kein Einzelfall. Im Jahr 2013 verlor die Kanadierin Christine Caron drei Gliedmaßen aufgrund einer C. canimorsus-Infektion, nachdem ihr Shih Tzu „Buster“ sie spielerisch gezwickt hatte. Ein weiterer Fall ereignete sich im Jahr 2018: Greg Manteufel aus Wisconsin büßte Teile seiner Hände, Füße und seiner Nase ein, nachdem ihn sein achtjähriger Pitbull unbemerkt mit C. canimorsus infiziert hatte.

Auch Marie Trainer muss nun wieder ins Leben zurückfinden. Ihr Ehemann unterstützt sie dabei. Auch ihre beiden Hunde sind ihr eine große Stütze: Sie abzugeben, das kam für Marie Trainer nämlich nie in Frage. Selbst nach 80 Tagen im Krankenhaus und insgesamt acht überstandenen Operationen liebt sie ihre Hunde über alles – und freut sich bereits auf ein Wiedersehen mit ihnen.