Hund will nicht mehr Gassi gehen: Das können Sie tun

Viele Halter haben es bereits erlebt, dass sich der eigene Hund dagegen sträubt, nach draußen zu gehen. Woran das liegt und wie Sie Ihrem Hund das Gassigehen wieder schmackhaft machen können, lesen Sie hier.
 
Hund Gassi will nicht mehr © adobestock.com/nataba
Finden Sie heraus, warum er nicht mehr Gassi gehen möchte.
In der Regel freut sich jeder Hund über das Gassigehen mit Frauchen oder Herrchen. Doch es kommt durchaus vor, dass der Hund den Spaziergang plötzlich und auch immer wieder verweigert. Finden Sie heraus, wo genau das Problem liegt und helfen Sie Ihrem Hund mit unseren Tipps, wieder Freude an den Gassirunden zu finden.

 

So erkennen Sie, dass Ihr Hund keinen Spaß beim Spaziergang hat

1. Gespannte Leine
Zieht Ihr Hund permanent an der Leine, stimmt etwas nicht. Dies kann ein deutliches Zeichen dafür sein, dass Ihr Hund unzufrieden ist und den Spaziergang entweder so schnell wie möglich hinter sich bringen oder nicht weitergehen möchte.

2. Körperliche Signale
Mit bestimmten Verhaltensweisen zeigt Ihr Hund, dass er mit der aktuellen Situation überfordert ist. Dazu gehört häufiges Gähnen, wiederholtes Ablecken der Lefzen, hektisches Umhersehen, übermäßiges Hecheln oder intensives Grasfressen. Zeigt er dieses Verhalten beim Spazierengehen, stimmt etwas nicht.

3. Der Hund ist unkonzentriert
Wenn Ihr Hund während der Gassirunden nicht auf Ihre Signale reagiert, ist er womöglich unkonzentriert und zu nervös, um Ihren Worten zu folgen. Das kann ein Hinweis dafür sein, dass Ihr Hund sich beim Gassigehen nicht wohlfühlt.

4. Der Futter-Test
Ob Ihr Hund Futter entgegennimmt, kann ein Indiz dafür sein, ob er sich im Augenblick wohlfühlt: Bieten Sie ihm während des Spaziergangs bekanntes Futter an. Nimmt er es nicht an, steht Ihr Hund womöglich unter Stress und möchte deshalb nicht fressen. 
 


Wenn Sie feststellen, dass sich Ihr Hund beim Gassigehen unwohl fühlt, müssen Sie jetzt herausfinden, woran das liegt.


Der Hund hat beim Gassigehen schlechte Erfahrungen gemacht

Möchte Ihr Hund plötzlich nicht mehr rausgehen, kann es daran liegen, dass er draußen schlechte Erfahrungen gemacht hat. Für uns Menschen ist es oft nicht offensichtlich, was unseren Hund verschreckt hat. Jetzt ist es wichtig, dass Sie Ihrem Hund Sicherheit schenken.

Das tun Sie am besten, indem Sie ihren Hund nicht spüren lassen, dass Sie besorgt sind. Bemühen Sie sich um eine entspannte Körpersprache, wenn Sie mit ihm rausgehen möchten. So vermitteln Sie dem Hund, dass es keinen Grund zur Besorgnis gibt. Wenn Sie Selbstbewusstsein und Sicherheit ausstrahlen, weiß Ihr Hund, dass er sich auf Sie verlassen kann und ist selbst entspannter.
 
Tipp: Bei ängstlichen Hunden ist ein Hundegeschirr für den Spaziergang empfehlenswert. Ängstliche Hunde ziehen häufig an der Leine – durch das Geschirr verteilt sich der Druck besser auf dem Körper. Außerdem gelten Geschirre als ausbruchssicherer als Halsbänder.


Gesundheitliche Probleme können den Hund vom Gassigehen abhalten

Auch gesundheitliche Beschwerden können der Grund dafür sein, dass Ihr Hund keinen Spaziergang mehr machen möchte. Vor allem im Alter machen sich bei Hunden bestimmte gesundheitliche Probleme, wie Arthrose bemerkbar.

Verweigert Ihr Hund also die Gassirunden, ist ein Besuch beim Tierarzt immer ratsam. Bei kurznasigen Rassen machen beispielsweise mögliche Atembeschwerden die Bewegung zur Herausforderung. Bei älteren Hunden ist ebenfalls Vorsicht geboten: Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Hundesenior körperlich nicht überfordern.
 

Hitze kann Hunden beim Gassigehen zu schaffen machen

Manche Hunde sind mit hohen Temperaturen überfordert und würden die pralle Sonne lieber meiden. Nehmen Sie darauf Rücksicht! Die Lösung hierfür ist es, einfach mehrere kleinere Spaziergänge zu unternehmen. Wenn die Sonne nicht stark scheint, also früh am Morgen oder spät abends, können Sie versuchen, ihren Hund wieder etwas länger auszuführen.

Planen Sie außerdem genug Pausen für Ihren Hund ein, in denen Sie ihm frisches Wasser zum Trinken anbieten. So vermeiden Sie, dass Ihr Hund überhitzt und schenken ihm wieder Freude an den Gassirunden.


Sorgen Sie stets für Erfrischung.     ©adobestock.com/chalabala
 

Regen, Schnee und Kälte schrecken Ihren Hund ab

Nicht nur ältere oder kranke Hunde weigern sich häufig, bei kalten Temperaturen das Haus zu verlassen. Auch für gesunde Tiere bestimmter Hunderassen kann die Kombination aus Nässe und Kälte gefährlich werden. Hunde mit kurzem Fell ohne Unterwolle und kurzen Beinen sind besonders der Gefahr einer Unterkühlung während der kalten Jahreszeiten ausgesetzt.

Friert Ihr Hund draußen und möchte deshalb ungern spazieren gehen, sollten Sie ihn unbedingt mit spezieller Hundebekleidung ausstatten. Wenn Ihr Hund nicht mehr friert, wird er sicherlich auch wieder gerne mit Ihnen spazieren gehen.


Dunkelheit kann Hunde vom Gassigehen abhalten

Manche Hunde fühlen sich nicht wohl dabei, frühmorgens oder nachts draußen zu sein. Häufig liegt das daran, dass der betroffene Hund eine Augenschwäche hat und im Dunkeln schlechter sieht. Helfen Sie Ihrem Hund, indem Sie einfach eine Taschenlampe mitnehmen. Beleuchten Sie während den Weg, sodass Ihr Hund seine Umwelt wieder klar wahrnehmen kann.

Außerdem: Lassen Sie Ihren Hund stets an der Leine, damit er sich immer an Ihnen orientieren kann. Das gibt ihm zusätzliche Sicherheit.


Der Welpe will nicht nach draußen gehen

Es kommt sogar häufig vor, dass Welpen nur ungern das Haus verlassen. Hundewelpen haben einen instinktiv begrenzten Radius, da sie sich von der sicheren Heimat nicht zu weit entfernen möchten. Mit zunehmendem Alter wird dieser auch größer.

Will der Welpe absolut nicht das Haus verlassen, müssen Sie langsam vorgehen: Führen Sie ihn schrittweise in die unbekannte Umgebung ein. Tragen Sie Ihren Welpen ein Stück weit von Zuhause weg und belohnen Sie ihn beispielsweise mit dem Lieblingsspielzeug. Außerdem ist es wichtig, dass Sie Ihren Welpen beim Gassigehen nicht überlasten – auch das kann ihm die Lust am Spazierengehen nehmen.


Nicht jeder Welpe geht gerne nach draußen.     ©adobestock.com/fotoatelier.hamburg
 

Ihr Hund findet das Gassigehen zu langweilig

Dass Ihr Hund nicht mehr Gassi gehen möchte, kann aber auch einfach daran liegen, dass ihm die bekannten Routen zu langweilig sind. Überlegen Sie: Hat Ihr Hund dort oft genug die Gelegenheit zu schnüffeln und treffen sie oft genug auf andere Hunde?

Für mehr Abwechslung beim Gassigehen sorgen Sie beispielsweise auch durch Suchspiele oder integrierte Trainingseinheiten. Außerdem: Schenken Sie Ihrem Hund während des Spaziergangs genug Aufmerksamkeit? Wenn Sie immer nur telefonieren oder sich anderen Dingen als Ihrem Hund widmen, kann auch das ihn langweilen.

Genießen Sie die Zeit mit Ihrem Hund während der gemeinsamen Spaziergänge. So hat auch Ihr Vierbeiner wieder Freude an den Gassirunden.