Mietrecht mit Hund

Hundehaltung in der Mietwohnung: 7 Tipps für Mieter mit Hund

Hundebesitzer haben es bei der Suche nach einer Wohnung nicht leicht. Wichtig ist deshalb, dass Sie Ihre Rechte kennen und es sich nicht selbst durch Unachtsamkeit schwer machen. Unsere Tipps helfen dabei, zu verstehen, was Sie bei der Hundehaltung in einer Mietwohnung beachten sollten.
 
Hundehaltung in der Mietwohnung: Tipps für Mieter mit Hund © pressmaster - stock.adobe.com
Tipps für Mieter mit Hund

Eine passende Wohnung zu finden, kann sich für Hundebesitzer als außerordentlich schwierig erweisen. Denn nicht viele Vermieter dulden die Vierbeiner in ihren Mietobjekten. Grund dafür sind jedoch oft Vorurteile, die sie gegen Hunde haben: „Sie sind laut und verursachen Schmutz sowie Angst bei den Nachbarn“. Oft spricht der Vermieter dann ein Verbot gegen eine Hundehaltung in der Mietwohnung aus. Doch ist ihm das rechtlich erlaubt? Und wie sollten potentielle neue Mieter vorgehen, um ihren Vierbeiner in die Hausgemeinschaft einzuführen, ohne für Ärger zu sorgen? Hier kommen sieben Tipps für einen guten Start im neuen Heim.
 

1. Darf der Vermieter die Hundehaltung in der Mietwohnung verbieten?

Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Ein generelles Haustierverbot wurde abgeschafft. Künftig muss der Vermieter einen triftigen Grund liefern, warum er die Tierhaltung in seinen Mietobjekten nicht duldet. Meist behelfen sich die Vermieter mit einem ausdrücklichen Hundeverbot oder mit der Klausel, dass Tierhaltung der Zustimmung des Vermieters bedarf, was laut Bundesgerichtshof dann wirksam ist. Doch ganz ohne Begründung darf der Vermieter den Hund nicht ablehnen. Das gilt auch, wenn im Mietvertrag die Tierhaltung gar nicht erwähnt ist. Wer trotz eines bestehenden Verbots seinen Hund in der Wohnung hält, kann aus dem Mietverhältnis gekündigt werden.
 

2. Spielen Sie mit offenen Karten

Den Hund heimlich mit einziehen zu lassen oder sich ohne Erlaubnis später einen Hund anzuschaffen, kann fatal enden. Schlimmstenfalls folgt darauf eine Kündigung des Mietverhältnisses. Nehmen Sie deshalb den Hund zur Vertragsunterschrift oder schon vorher mit zu Ihrem Vermieter und demonstrieren Sie seine Menschenfreundlichkeit und den engen Bezug zu Ihrer Familie. Viele Vermieter, die eigentlich gegen die Haustierhaltung sind, lassen sich bei einem persönlichen Treffen oft umstimmen. Und auch wenn Sie schon Mieter sind und sich später für einen Hund entscheiden: Beziehen Sie den Vermieter (und die Nachbarn) in Ihre Überlegungen ein. Sie ersparen sich so nervige Diskussionen, denn ein Hund bleibt, im Gegensatz zu anderen Haustieren, ganz sicher nicht auf Dauer unbemerkt.
 

3. Kleine Hunde haben gute Chancen

Die Amtsgerichte sind sich uneins, was als Kleintier (also grundsätzlich nicht genehmigungspflichtig) gilt. Bei Katzen muss der Vermieter laut Gerichtsbeschlüssen sehr gute Argumente gegen die Haltung haben – meistens werden diese erlaubt. Doch auch bei Kleinhunden gibt es oft Urteile im Sinne der Mieter. So konnte sich in Hamburg (Az. 334 S 26/01) beispielsweise ein Ehepaar durchsetzen und durfte seinen Zwerghund in der Mietwohnung behalten. Grundsätzlich haben kleine Hunde bessere Chancen als große Vierbeiner – selbstverständlich hängt das aber am Ende immer noch von dem Vermieter ab.
 

4. Die Hausordnung gilt auch für Hunde

Die Hausordnung sollten Sie genau studieren, denn darin ist meist auch festgehalten, ob der Hund im Treppenhaus angeleint sein muss, dass er den Sandkasten im Hof nicht „nutzen“ darf, dass das Treppenhaus sauber gehalten werden muss und die Grünflächen nicht für Hunde gedacht sind. Auch wenn es nicht schriftlich festgehalten ist, sollte es für Sie als Hundebesitzer selbstverständlich sein, die Hinterlassenschaften sofort zu beseitigen. Auch wird empfohlen, den Hund öfter als nötig zu bürsten, damit keine Haare überall herumfliegen, und ihn, so gut es geht, an übermäßigem Gebell zu hindern. Denn Geruchs- und Lärmbelästigung sowie starke Verschmutzung der hausgemeinschaftlichen Flächen sind die Hauptgründe für eine Klage der Vermieter auf Abgabe des Hundes.
 

5. Sagen Sie „nein“ zu Zecken, Flöhen & Co.

In größeren Mietshäusern wohnen auch Kinder bzw. ältere oder vielleicht auch kranke Menschen. Neben der Tatsache, dass sie besonders anfällig für Zecken, Flöhe und Würmer sind, kann ein Befall auch gesundheitliche Folgen haben. Um diesbezüglich jeglichen Konflikt zu vermeiden und Ihre Nachbarn zu beruhigen, sollten Sie Ihren Hund vorbeugend gegen die kleinen Parasiten schützen und alle Impfungen regelmäßig durchführen lassen. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Hund vor Parasiten schützen können.
 

6. Leben bereits andere Tiere im Haus?

Informieren Sie sich vor Ihrem Einzug, ob bereits andere Tiere im Haus leben, um Ärger zu vermeiden. Freilaufende Katzen im Treppenhaus könnten Ihren Hund aufs Blut reizen oder das Gebell anderer Hunde ihn zum Mitmachen verführen.
Außerdem: Gibt es bereits einen Fall von Hundehaltung in einer der Mietwohnungen, tut sich der Vermieter schwer, ausgerechnet Ihnen die Haltung zu verbieten.
 

7. Auf eine gute Nachbarschaft!

Versuchen Sie, einen guten Start für sich sowie Ihren Hund in der Nachbarschaft zu schaffen. Bestimmt haben Sie ein schönes Foto von Ihrem Hund. Drucken Sie das auf eine Karte und schreiben Sie Ihren neuen Nachbarn eine Willkommensnachricht in seinem Namen. Führen Sie ihn ein mit all seinen Stärken und Schwächen. So haben Ihre Mitmieter die Möglichkeit, ihn schon ein wenig kennenzulernen und freuen sich dann vielleicht umso mehr auf eine persönliche Begegnung. Das zeigt meistens positive Wirkung.
 

Hund zu Besuch: Erlaubt oder verboten?

Auch wenn die dauerhafte Hundehaltung in einer Mietwohnung untersagt ist, darf ein Hund dennoch zu Besuch kommen. Um jedoch keinen Unmut bei dem Vermieter auszulösen, sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass dies nicht zu lang und zu häufig vorkommt. Denn auch hier gilt: Selbst regelmäßiger Hundebesuch ist verboten, wenn der Mietvertrag die Hundehaltung untersagt (Amtsgericht Hamburg, Az. 49 C 29/05).

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Haltung von Hunden und Katzen darf in der Mietwohnung nicht mehr generell vertraglich verboten werden. Die Begründung des 8. Zivilsenats in Karlsruhe lautete damals: "Die Vertragsklausel benachteiligt den Mieter unangemessen, weil sie ihm eine Hunde- und Katzenhaltung ausnahmslos und ohne Rücksicht auf besondere Fallgestaltungen und Interessenlagen verbietet". Dies hieße aber gleichzeitig nicht, "dass der Mieter Hunde oder Katzen ohne jegliche Rücksicht auf andere halten kann". Vor allem in Großstädten sind Hunde immer noch ungerne gesehen. So werden die Entscheidungen zu Hunden und Katzen nun stets im Einzelfall getroffen.

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