Schlimme Verletzungen im Gesicht

Hundeangriff: American Staffordshire Terrier greifen Schüler an

Schrecklicher Zwischenfall in Baden-Württemberg! Zwei Hunde greifen einen 15-jährigen Jungen an und fügen ihm schlimme Verletzungen im Gesicht zu. Doch wie konnte es zu diesem Vorfall kommen? Wir klären auf.
 
 
American Staffordshire Terrier greifen Schüler an © farbkombinat - stock.adobe.com
American Staffordshire Terrier zählen in Baden-Würtemberg zu der Kategorie 2 der Listenhunde

Im baden-württembergischen Leimen bei Heidelberg spielte sich eine schreckliche Tragödie ab. Drei Schüler fuhren mit ihren Fahrrädern durch die Karlsruher Straße, als sie einem 16-Jährigen mit zwei Hunden begegneten. Beide Hunde waren nicht angeleint, sondern wurden lediglich am Halsband gehalten. Aus einem noch unbekannten Grund griffen die zwei Hunde, die eigentlich dem Bruder des 16-jährigen Jungens gehörten, einen der Radfahrer an, fielen gemeinsam über ihn her und verbissen sich in seinem Gesicht. Nur mit einem enormen Kraftaufwand konnte der Hundeführer die zwei Hunde vom Gesicht des Opfers wegreißen. Der 15-jährige Radfahrer wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Bei beiden Tieren handelte es sich um die Rasse  American Staffordshire Terrier , die in vielen Bundesländern als Listenhunde geführt werden. Vor allem in Baden-Württemberg fällt diese Rasse unter die Kategorie 2 der Listenhunde. Die Kategorien 0, 1 und 2 bezeichnen aufsteigend den Gefährlichkeitsgrad der Hunde.

Um einen Listenhund aus der Kategorie 2 in Baden-Württemberg halten zu dürfen, sollte der Hundebesitzer folgende Auflagen der seit dem 16.08.2000 in Kraft getretenen Polizeiverordnung einhalten:

  • Erlaubnis der Ortspolizeibehörde
  • Leinenpflicht in der Öffentlichkeit
  • ein Wesenstest des Hundes
  • ein Sachkundenachweis des Halters = Hundeführerschein
  • eine Versicherungspflicht
  • Hund muss vom Tierarzt gekennzeichnet sein
  • ein polizeiliches Führungszeugnis des Halters
  • Volljährigkeit des Halters
  • eine erhöhte Hundesteuer
Doch wie konnte es zu diesem Angriff kommen? Mannheims Polizeisprecher Dieter Klumpp berichtet: „Die gerade mal elf Monate alten Kampfhunde waren bei der Stadt angemeldet und gechipt. Zudem sollten sie ab nächsten Monat zum Wesenstest.“

Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den 16-jährigen Hundehalter, der so ziemlich alles falsch gemacht hat. Denn durch den fehlenden Wesenstest bei den zwei Hunden, gilt eine Leinen- und Maulkorbpflicht. Doch die Kampfhunde waren weder angeleint noch trugen sie einen Maulkorb. Zudem hätten die Hunde nur einzeln und erst von einem Erwachsenen ab 18 Jahren geführt werden dürfen. Die zwei Hunde wurden deshalb von der Polizei beschlagnahmt.
 
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