Um mit Frauchen begraben zu werden

Horror-Story: Hund wird ohne Grund eingeschläfert

Frauchens letzter Wille: Im US-Bundesstaat Virginia sorgte eine Hundebesitzerin nach ihrem Ableben für die Einschläferung ihres geliebten Hundes. Grund dafür war der sehnliche Wunsch danach, mit ihrer Hündin gemeinsam begraben zu werden.
 
Hund wird ohne Grund eingeschläfert © chaoss - stock.adobe.com
Die Frau wollte ihren Shih-Tzu-Mischling unbedingt mit ins Grab nehmen (Symbolbild)

Kaum zu glauben! In Virginia wurde eine Hundedame eingeschläfert, obwohl sie keine gesundheitlichen Probleme aufwies und kerngesund war. Lediglich der letzte Wille des Frauchens sorgte dafür, dass Emmas Leben ein Ende gesetzt wurde. Denn diese hatte ihren sehnlichsten Wunsch, gemeinsam mit ihrer Shih-Tzu-Mischlingsdame begraben zu werden, in einem Testament festgehalten. Ob es ihrem kleinen Liebling gesundheitlich an nichts fehlt, schien die Amerikanerin nicht zu interessieren.

Tierschützer sind geschockt

Bereits am 8. März 2019 kam die kleine Shih-Tzu-Hündin nach dem Tod ihres Frauchens ins Tierheim. Zwei Wochen lang versuchten die Tierpfleger vor Ort alles, um Emma vor ihrem schrecklichen Schicksal zu retten. „Sie war ein Hund, für den wir ganz leicht ein neues Zuhause hätten finden können“, so Carrie Jones, die Managerin des Tierheims. Deshalb hatte man angeboten, den Hund zu übernehmen. Doch leider ohne Erfolg. Im Testament der verstorbenen Besitzerin stand ganz klar, dass Emma nach ihrem Tod eingeschläfert und mit ihr begraben werden soll. Und daran musste sich auch das Tierheim halten.

Und so wurde eine Urne mit Emmas Asche dem Sarg der Frau beigelegt und – so wie es ihr Wunsch war – gemeinsam mit ihr begraben.

Einschläfern ohne Grund verstößt gegen das Tierschutzgesetz

Doch wann darf man sein Tier einschläfern lassen? Tierärzte haben immer wieder mit diesen schweren Entscheidungen in Deutschland zu kämpfen. Im Tierschutzgesetz heißt es in Paragraph 17: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.“
Doch auch hier scheiden sich die Geister, was ein wirklich vernünftiger Grund ist. Der Wunsch, sich gemeinsam mit dem geliebten Haustier begraben zu lassen, obwohl dieses kerngesund ist, gilt in Deutschland aber als strafbar.

Gemeinsames Begräbnis von Mensch und Tier: erlaubt oder verboten?

Auch wenn derartige Nachrichten bei Tierfreunden auf enormes Unverständnis treffen, ist der Wunsch einer gemeinsamen Bestattung schon längst keine Ausnahme mehr. Bis vor wenigen Jahren war ein gemeinsames Begräbnis von Mensch und Tier undenkbar. Doch immer mehr Friedhöfe notieren derartige Anfragen. Und auch die rechtliche Frage ist längst nicht mehr ungeklärt. Auf die Frage, ob eine gemeinsame Bestattung rechtlich erlaubt ist, erklärt Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries gegenüber der Tasso e.V.: „Ja. Eine solche Entscheidung obliegt allerdings den Betreibern der Tier-Mensch-Friedhöfe und muss in den jeweiligen Friedhofssatzungen der Städte und Gemeinden oder in den Friedhofsordnungen der kirchlichen Träger festgelegt werden.“

Zusammengefasst kann jeder Friedhofsbesitzer in Deutschland also selbst entscheiden, ob er Gemeinschaftsgräber anbietet oder nicht. Dennoch wird es strafrechtlich verfolgt, wenn man nur aufgrund eines eigenen Wunsches das Leben eines Hundes beendet, ohne dass ein triftiger Grund vorliegt.

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