Lektionen fürs Leben

Welpen erziehen: 8 Dinge, die ein Welpe wirklich können muss

Welpenkurse, Ratschläge von anderen Hundehaltern und Ratgeber – überall prasseln auf Hundeeltern Tipps für die Welpen-Erziehung ein. Doch übertriebener Ehrgeiz ist beim Hunde-Baby fehl am Platz. Wir verraten Ihnen, was ein Welpe wirklich können muss.
 
Welpen erziehen © shutterstock.com / ANURAK PONGPATIMET
Übertriebener Ehrgeiz ist bei der Welpenerziehung fehl am Platz!
„Meiner macht schon Platz auf Pfiff.“ „Meiner kann apportieren.“ Hundeeltern sind genauso stolz auf ihre Babys wie Menscheneltern auf ihren Nachwuchs. Doch manchmal schießen sie bei der Welpen-Erziehung übers Ziel hinaus und überfordern so den jungen Hund.  Dabei sind es nur acht Dinge, die ein Welpe wirklich können sollte. Für alles andere ist auch noch später Zeit!


8 Dinge, die ein Welpe können muss

Folgende Lektionen sollte Ihr Welpe in den ersten Monaten seines Lebens lernen:
 
1. Auf seinen Namen hören
 
Der Name ist wichtig, deshalb sollte sich die ganze Familie auf einen Rufnamen für den Welpen einigen. Später können Sie ihn gern „Mäuschen“, „Schlawiner“ oder „Supermann“ rufen. Doch in den ersten Monaten muss der Welpe seinen Namen erkennen und ihn als Aufforderung zur Kommunikation verstehen. Sie rufen, und er schaut zu Ihnen. „Leo“ bleibt also „Leo“, bis er automatisch alles unterbricht und mit Blick darauf wartet, was Sie ihm zu sagen haben.
 

2. An der Leine gehen

Leinenführigkeit ist wichtig. Beim Welpen bedeutet das aber nicht, dass er akkurat neben Ihnen herlaufen muss. Er soll nur nicht vorwärtsziehen und auch nicht zögernd zurückbleiben. Das üben Sie mit einem weichen Welpen-Geschirr, Leckerli in der Tasche und aufmunternden Worten. Aber Achtung: Wenn der Welpe an der Leine ist, sind Sie der große Beschützer. Dulden Sie keine neugierigen Hunde, die sich aufs Hundebaby stürzen, und keine Menschen, die ihn entzückt knuddeln wollen. Die Leine - das lernt er dann ganz schnell - bietet ihm viel Sicherheit.

Welpen erziehen. An der Leine gehen.
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3. Wann Schluss ist mit den Mätzchen

Auch ein bisschen Frust muss sein. Der Welpe muss Tabuzonen kennenlernen und erfahren, dass er nicht alles darf. Wenn er beispielsweise zu heftig wird im Spiel, stehen Sie auf und entfernen sich. Wenn er sich über einen Ihrer Schuhe hermacht, nehmen Sie ihm diesen mit einem scharfen „Nein!“ weg und verstauen ihn welpensicher. Auch andere nicht erwünschte Handlungen unterbrechen oder beenden Sie mit immer dem gleichen „Nein“ oder „Schluss“. So wird Ihr Welpe schnell verstehen, wann er zu weit gegangen ist.
 
Welpen erziehen: Schluss damit!
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 4. Was das Kommando „Aus“ bedeutet

Das „Aus“ ist im Hinblick auf Unverdauliches oder Giftiges eine unverzichtbare Lektion, die Sie wieder und wieder üben sollten. Wenn er einen Ball ergattert hat, lassen Sie ihn ein paar Minuten damit spielen, fordern Sie dann das „Aus“, indem Sie den Ball ein bisschen stärker in Richtung Hundeschnauze drücken. Das öffnet das Gebiss, der Welpe wird gelobt und erhält (ab und zu) dafür einen Leckerbissen. Später üben Sie das „Aus“ sofort, wenn er etwas ins Maul nehmen will, das er nicht soll.

Welpen erziehen: Kommando Aus
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 5. Stubenrein zu sein

Bringen Sie dem Welpen von Anfang an bei, dass Pfützchen und Häufchen nach draußen gehören und nicht in die Wohnung. Das ist gar nicht so schwer. Tragen Sie den Welpen, wenn es nach einer Schlafpause aufwacht oder nach dem Fressen unruhig wird, hinaus zum von Ihnen ausgesuchten Löseplatz und setzen Sie es dort ab. Säuseln Sie ihm entzückt zu, wenn er sich gelöst hat, und belegen Sie den Akt gleich mit einem Schlüsselwort: Pfütze, Seechen, Häufchen, was immer Sie wollen. Bleiben Sie konsequent dran, dann klappt’s bald sogar nach einer Aufforderung. Und wenn doch was danebengeht: ignorieren, wortlos aufwischen und die nächste Chance abwarten.

Welpen erziehen: stubenrein werden
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6. Beißen tut weh und ist nicht erlaubt
 
Beißhemmung müssen alle Hunde lernen. Unter Hunden erfahren Welpen im Spiel, dass kräftiges Zubeißen bei erwachsenen Hunden einen rüden Rüffel einbringt. Beim Menschen lernen sie es am schnellsten, wenn Sie mit einem quietschigen „Au“ Hand oder Fuß wegziehen und den „bissigen“ Hund ein paar Minuten ignorieren.
 

7. Alleine bleiben ist kein Drama
 
Nicht gleich am ersten Tag, aber schon in der ersten Woche bei Ihnen sollten Sie den Welpen für ein paar Minuten allein in einem Raum lassen. Am besten, wenn er schläft. Diese Minuten dehnen Sie allmählich immer weiter aus. Es gibt vorher keinen großen Abschied, und hinterher wird auch kein „Wiedersehen“ zelebriert. Auf diese Weise lernt der junge Hund am schnellsten und sehr nachhaltig, dass Sie immer wieder zurückkommen und allein zu bleiben kein großes Drama ist.
 

8. Das Spannendste sind Sie
 
Das „Hier“ müssen Sie mit einem Welpen nicht trainieren, er folgt Ihnen ja ohnehin in den ersten Wochen. Trotzdem sollten Sie ein Ritual daraus machen. Denn wenn der Junghund in die Pubertät kommt und sich zunehmend nach außen orientiert, sitzt das „Hier zu mir“ dann so fest, dass es die Oberhand gewinnt über die Neugier. Wie Sie das trainieren können? Wenn er auf Ihren Ruf hin bei Ihnen ankommt, bieten Sie ihm etwas an: einen kleinen Leckerbissen, ein kurzes Lieblingsspiel oder eine Kuschelrunde auf Augenhöhe. So lernt er, dass es sich immer lohnt, zu Ihnen zukommen, wenn Sie ihn zu sich rufen.


Dafür ist auch später noch genug Zeit

Wenn die oben genannten Lektionen gut sitzen, können Sie stolz auf Ihren Welpen sein. Alle anderen Lektionen wie „Sitz“, „Platz“, „Bei Fuß“ und andere Kommandos verschieben Sie am besten auf die zweite Hälfte des ersten Lebensjahres. Schließlich muss das Hundebaby mit so vielen anderen Erfahrungen zurechtkommen und braucht zudem auch genug Freizeit. Es ist ja noch ein Kind!
 
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