Seminar 21.10.2017

Psychische Störungen bei Hunden – Traumafolgestörungen bei Hunden aus neurobiologischer, humanpsychologischer und -therapeutischer Sicht

Referent: Robert Mehl

Hunde, die in ihrem Leben in Situationen geraten sind, in denen sie sich lebensgefährlich bedroht und hilflos gefühlt haben, die in irgendeiner Form missbraucht wurden, aus desolaten Aufzuchtbedingungen stammen oder sich plötzlich in einer Umgebung wiederfinden, deren Anforderungen ihre Anpassungsfähigkeit überfordern, zeigen häufig Verhaltensauffälligkeiten, die man als Traumafolgestörungen beschreiben kann. Dies kann z. B. Hunde betreffen, die in (Verkehrs-) Unfälle verwickelt waren, misshandelt wurden, von anderen Hunden schwer gebissen wurden oder aus Tiertransporten oder dem (Auslands-) Tierschutz stammen.

Diese Hunde zeigen manchmal Verhaltensauffälligkeiten, die sich durch normales Hundetraining nicht bewältigen lassen. Gelegentlich sind sie unberechenbar, rasten aus, ziehen sich zurück, sind übermäßig schreckhaft oder neigen zu unbeherrschter Flucht vor harmlosen Reizen. Andere leiden unter Schlafstörungen, fressen schlecht oder fügen sich selbst Verletzungen zu.

Im Seminar besprechen wir zunächst, was ein Trauma ist und wie es sich auf das Gehirn des Hundes auswirkt. Anschließend beleuchten wir die psychischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten, die sich aus dem Erleben eines Traumas beim Menschen entwickeln können und betrachten deren Symptome. Dazu gehören u. a. die posttraumatische Belastungsstörung, verschiedene Angst- und Zwangsstörungen sowie Depressionen, Suchtverhalten und unangemessenes Aggressionsverhalten. Wir überlegen dann, welche Symptome dieser Störungen wir auch bei Hunden infolge eines Traumas finden können.

Aber nicht alle Individuen entwickeln nach einem schrecklichen Erlebnis psychische Auffälligkeiten. Die Resilienzforschung hat angeborene und erworbene Faktoren identifiziert, die die Widerstandsfähigkeit gegenüber psychischen Verletzungen beeinflussen. Die Beschäftigung mit diesen Faktoren kann erste Ansätze und Ideen für die Überwindung eines Traumas liefern.

Gemeinsam denken wir dann noch einen Schritt weiter und überlegen, welche traumatherapeutischen Ansätze aus der Humanpsychotherapie auf Hunde übertragbar sind, die bereits unter Symptomen leiden und anhand von Fallbeispielen entwickeln die Teilnehmer erste Ideen für traumatherapeutische Ansätze bei Hunden.

Das Seminar richtet sich an Hundetrainer, Hundehalter und Tierschützer, die sich für die neuropsychologischen Zusammenhänge bei Traumafolgestörungen interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden, so dass die Teilnehmer erste eigene Ideen für Trainings- und Therapieansätze entwickeln und die Qualität vorhandener Trainings- und Therapiemethoden kritisch beurteilen können. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht besprochen. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.

Interessant für Hundetrainer - Tierarzthelferinnen - ambitionierte Hundehalter - Tierheimmitarbeiter

Die Fortbildung wird als Nachweis anerkannt von: TÄK NS + SH

Interessant für Hundetrainer - Tierarzthelferinnen - ambitionierte Hundehalter - Tierheimmitarbeiter

Veranstaltungsort:
Queißer`s PET-TREFF
 
Drommershäuser Str. 11, 35781Weilburg-Hirschhausen
Beginn:
09:30
Ansprechpartner:
Katharina Queisser
Anmerkungen: 

Wenn Sie mehr als einen Hund mit bringen, sprechen Sie sich bitte mit mir ab.