Flugreise mit dem Hund | PARTNER HUND Magazin

Flugreise mit dem Hund

Wenn Sie nicht für mindestens vier Wochen verreisen, sollten Sie größeren Hunden die Strapazen eines Fluges ersparen.
 
Flugreise mit dem Hund © Angelina Ströbel/pixelio.de
Ab in den Flieger?

Kleine Hunde

Kleine Hunde, meistens bis 5 kg, in Einzelfällen auch darüber (6-8 kg), dürfen bei den meisten Airlines mit in die Kabine, alle anderen müssen in den Gepäckraum. Das Transportbehältnis für die Kabine darf die üblichen Maße für das Handgepäck nicht überschreiten (45-55 cm x 35-40 cm x 20-25 cm), und die Tiere müssen die gesamte Flugzeit darin unter dem Sitz zubringen. Es gibt aber auch reizende Stewardessen, die Ausnahmen zulassen. Tiere werden oftmals auch nur in der Kabine mitgenommen, wenn eine bestimmte Anzahl von Haustieren auf dem jeweiligen Flug nicht überschritten wird und nicht jede Fluggesellschaft erlaubt gleichzeitig Hunde und Katzen an Bord.
Daher unbedingt früh buchen! In jedem Fall müssen Sie das Tier rechtzeitig anmelden und "aufgeben"!

Die Transportbox

Alle Flug-Transportboxen für Haustiere (Kennels genannt) müssen stabil, ausbruchsicher und wasserdicht sein. Das Tier muss sich darin aufrecht hinstellen, bequem drehen und hinlegen können. Von zwei Seiten muss Luftzufuhr gewährleistet und jegliche Verletzungsgefahr sollte ausgeschlossen sein. Falls das Tier so lange unterwegs ist, dass es unterwegs Futter braucht, muss der Käfig Gefäße für Wasser und Nahrung enthalten. Kissen, Tücher, Holzwolle oder Sägemehl sind zur Auspolsterung erlaubt, nicht jedoch Heu oder Stroh.

Solche Transportboxen sind im Zoofachhandel erhältlich, direkt bei den meisten Fluggesellschaften und an großen Flughäfen am Frachtschalter. Erkundigen Sie sich auf jeden Fall frühzeitig! Flugboxen sind nicht billig. Je nach Größe und Gewicht Ihres Hundes kosten sie zwischen 50 Euro und 150 Euro. Unser Tipp: Schauen Sie Ihre Anzeigenblätter unter der Spalte "Tiermarkt" durch. Dort werden immer wieder von privat gute gebrauchte Kennels billig angeboten. Auch Online finden Sie günstige Varianten.

Eingewöhnen an die Transportbox

Damit dem Tier wenigstens ein Teil der Angst genommen wird, sollten Sie die Transportbox mind. 5 Tage vor Abflug kaufen, ihren Vierbeiner darin schlafen lassen, ihn darin füttern, sodass er sich an den Käfig und das Eingesperrtsein gewöhnen kann. Schreiben Sie auf jeden Fall neben Ihrem Namen, Adressen und (ggf.) Futteranweisungen den Namen des Tieres mit an die Box, damit das Flugpersonal es anreden kann. So fühlt er sich wenigstens etwas wohler.
Nehmen Sie möglichst die Futternäpfe mit, an die Ihr Tier gewöhnt ist. Dazu geben Sie ihm sein Lieblingsfutter und legen ihm noch ein Spielzeug und etwas, das nach Frauchen oder Herrchen „duftet“, mit in den Käfig. Das beruhigt.

Die Transportbox richtig auskleiden

Wenn Sie Ihr Tier während eines längeren Fluges schlafen legen, sollten Sie seine Transportbox dick auskleiden. Schlafende Tiere kühlen schnell aus. Geben Sie Ihrem Tier 12 Stunden vor Abflug zuletzt (nur leichtes!) Futter, und gehen Sie mit Hunden mehrmals bis kurz vor dem Einchecken „Gassi“. So sollten sie längere Zeit aushalten, ohne mal zu „müssen“.
Bei langen Flugzeiten muss das Tier aber notgedrungen irgendwann in sein „Bett machen“. Polstern Sie die Box deshalb mit saugfähigem Material wie Krankenunterlagen oder einer dicken Lage Küchenpapier. Babywindeln sind dagegen völlig ungeeignet, da sie nicht mit Zellstoff gefüllt sind, sondern mit Kunststoffmaterial, das zu einer gallertähnlichen Masse aufquillt.

Keine Flüge mit Zwischenstopps

Wählen Sie bei Fernreisen möglichst einen Flug, der NONSTOP geht, also keine Zwischenaufenthalte mit Aussteigen, Umladen etc. Das verlängert nur den Stress für die Tiere und erhöht die Gefahr, dass sie evtl. falsch eingeladen werden.

Beruhigungsmittel gegen den Stress?

Wenn Sie von Ihrem Tier wissen, dass es auf Reisen sehr unruhig und nervös reagiert, könnten Sie den massiven Stress des Fluges mit einem Beruhigungs- oder Schlafmittel abfedern. Klären Sie aber unbedingt mit Ihrem Tierarzt, ob dies sinnvoll erscheint, welches Mittel für Ihr Tier am besten geeignet wäre, und testen Sie es vor Antritt der Reise mindestens einmal, damit Sie am Flughafen keine Überraschung erleben (umgekehrte Wirkung!). Achtung: Beruhigungsmittel können in der Höhenluft ca. dreimal so stark wirken wie auf dem Boden!

Die Kosten

Die Transportkosten variieren von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft, und da wiederum von Strecke zu Strecke. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Reisebüro oder direkt bei der Gesellschaft. Darf Ihr Tier als "Handgepäck" mit in die Kabine, fliegt es manchmal umsonst, manche Fluggesellschaften verlangen aber auch hierfür Geld. Der Preis beginnt ab 20 Euro pro Strecke. Bei Transport im Laderaum zählt Ihr Tier als Übergepäck, für das unterschiedliche Tarife berechnet werden. Bei einigen Airlines wird das Gewicht von Hund und Box verrechnet mit dem erlaubten Gesamtgewicht Ihres sonstigen Gepäcks, bei anderen zahlen Sie von vornherein für das Gewicht Ihres tierischen Begleiters samt Käfig den üblichen Übergepäcktarif. Oftmals kommt es auch darauf an, ob Sie Inland oder Ausland fliegen oder ob es sich um einen Langstreckenflug handelt. Tatsache ist, ein Flugticket für den Hund kann bis zu 300 Euro kosten.

Blindenhunde und andere vergleichbare Servicehunde hingegen reisen grundsätzlich kostenlos und in der Kabine mit. Es gibt aber nach wie vor Fluggesellschaften, die gar keine Tiere transportieren.

Achten Sie auf die Einreisebestimmungen

Wichtig für Flüge ins Ausland sind zudem die jeweiligen Einreisebestimmungen . Verbindliche Auskünfte erhalten Sie bei der Botschaft des jeweiligen Reiselandes, beim Kreisveterinäramt oder bei Ihrem Zuchtverband. Meist wird ein Gesundheitszertifikat oder Internationaler Impfausweis als Nachweis für durchgeführte Schutzimpfungen verlangt. In einigen Ländern besteht eine mehrmonatige Quarantänepflicht, was einen Urlaubsbesuch von vorn herein ausschließt.

GANZ WICHTIG

Verlassen Sie sich nicht nur auf die Auskünfte Ihres Reisebüros. Sich um die Auflagen der Zielländer zu kümmern, ist letztendlich ausschließlich Ihre Sache!



Foto: © Angelina Ströbel/ www.pixelio.de
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