Villnösstal, Südtirol: Samt Hund über den Brenner | PARTNER HUND Magazin

Villnösstal, Südtirol: Samt Hund über den Brenner

Wandern Sie gerne und auch Ihr Hund ist gut zu Fuß? Dann wagen Sie doch eine längere Tour über den Brenner. Collie-Mischling Sindi und Herbert Kraft waren begeistert. Lesen Sie hier ihre Erlebnisse!
 
Villnösstal, Südtirol: Mit Hund über den Brenner © pixabay.com/pcdazero (CC0 Public Domain)
Einfach mal die Gipfelaussicht genießen!

Der weite Weg über den Brenner nach Italien lohnt sich

Während Hunde in Italien sowohl in Urlaubsquartieren als auch in Lokalen immer häufiger unerwünscht sind, kann man sie in Südtirol noch nahezu überall mitnehmen. Bei einigermaßen gutem Benehmen sind sie meistens sogar herzlich willkommen, so auch im langgezogenen Seitental der Eisack zwischen Brixen und Klausen. In fast allen Pensionen, Berggasthöfen und Ferienwohnungen ist Urlaub mit dem Hund ohne Aufpreis möglich.

Dagegen ist es am Gardasee beinahe unmöglich, eine hundefreundliche Pension zu finden. Schriftliche Anfragen blieben ausnahmslos unbeantwortet. Deshalb fuhren wir persönlich in die entsprechenden Orte und versuchten, eine Ferienwohnung für zwei Personen mit Hund zu buchen. Alle Vermieter lehnten ab! Selbst bei der intensiven Suche nach einem Lokal, in dem auch Hunde Zutritt haben, hatten wir kein Glück.

Also besser ein paar Tage im Villnösstal verbringen. Zur Eingewöhnung haben Sie die Wahl zwischen einer Vielzahl von Spaziergängen. In der Gegend um St. Jakob gibt es gemütliche Wege ohne große Höhenunterschiede. Es geht über Almwiesen und durch Fichtenwälder. Dabei liegt rechterhand immer die langgezogene Kulisse der Geislergruppe im Blickfeld.

Auf der Weiterreise nach St. Magdalena stehen für die anschließende Erholung gemütliche Gasthöfe zur Einkehr bereit. Im ganzen Tal sind wir auf kein einziges Lokal gestoßen, in dem der Hund unerwünscht gewesen wäre. Selbst in Zwei-Sterne-Hotels sind Hunde (auch zu Übernachtungen) erlaubt. Nur der Speisesaal ist manchmal tabu. Man kann aber im offiziellen Gastraum essen. Weiter geht es schließlich mit dem Auto bis zur 1680 Meter hoch gelegenen Zanser Alm – mit großem Parkplatz –, ein idealer Ausgangspunkt für Bergwanderungen.

Sindi ist zum Abmarsch bereit

Den Rucksack umgeschnallt, bieten sich zwei Touren an. Eine führt durch Fichten- und Zirbenwald zur Glatschalm (ca. 1 Std.). Die Zimmer haben Dusche/WC und Balkon – Hunde sind willkommen. Von hier geht’s weiter zwischen Schuttkaren der Geislergruppe. Je nach Lust lässt sich ein Steig weiterverfolgen, man kann aber auch zwischendurch zum Parkplatz absteigen. Der zweite Wandervorschlag führt durch Hochwald, anfangs auf steinigem Weg, zur Gampenalm (11/2 Std.). In diesem gemütlichen Berggasthof neuerer Bauart ist besonders die exzellente Küche hervorzuheben. Für die Übernachtung stehen drei Doppelzimmer mit Dusche/WC sowie mehrere Matratzenlager zur Verfügung. Der gut geführte Familienbetrieb steht inmitten beinahe baumfreier Hochalmwiesen.

Ein schöner, aber steiler Weg führt weiter zur Schlüterhütte (45 min.). Auch hier besteht Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit. Von hier aus können zwei Gipfel in jeweils einer halben Stunde erstiegen werden: Medalges (2450 m) und Sobutsch (2486 m). Von beiden bietet sich eine wunderbare Aussicht auf zahllose Dolomitengipfel. Der Rückweg kann wie der Anstieg erfolgen oder man geht die einfachere Version über eine Forststraße hinab.

Ein zweiter Ausgangspunkt für Wanderungen im Villnößtal liegt nördlich der Berggruppe Aferer Geisler. In St. Peter biegt man nicht Richtung St. Magdalena ab, sondern fährt weiter bis zum Würzjoch, wo es eine Einkehrmöglichkeit gibt. Seit einiger Zeit berechnet das Berggasthaus als einziges der angegebenen Quartiere Übernachtungskosten für den Hund (DM 10,–).

Mit Sicherheitsleine zum Gipfel

Vom Parkplatz aus geht es entlang der Felswände des Peitlerkofels in 11/2 Stunden teilweise recht steil zur Peitlerscharte (2361 m). Von hier aus ist über flaches Almgelände die bereits erwähnte Schlüterhütte erreichbar.

Man kann aber auch eine Besteigung des 2875 m hohen Peitlerkofels in Betracht ziehen. Voraussetzung ist aber, dass sich der Hund sicher in steilem Felsgelände bewegen kann. Dazu muss langsam die notwendige Erfahrung gesammelt werden. Für diesen 21/2-stündigen Aufstieg ist es Voraussetzung, dass der Hund mit einem reißfesten Gurt gut gesichert ist. Denn der letzte Teil der Tour führt über einen leichten Klettersteig. Sindi lässt sich den Gurt anstandslos anlegen und hat auch diese Besteigung mit Bravour hinter sich gebracht. Und es wird sicherlich nicht die letzte gewesen sein...

Weitere Info

gültige Tollwutimpfung; Maulkorb und Leine sind bei Reisen nach Italien mitzuführen. Beste Reisezeit: Juni–Sept.
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