Mit dem Hund in das Elbsandsteingebirge | PARTNER HUND Magazin
Reisetipp

Mit dem Hund in das Elbsandsteingebirge

Die sächsische Schweiz ist ein Wanderparadies für Mensch und Hund. Es gibt zahlreiche Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Die Sightseeing-Punkte im Nationalparks versprechen eine traumhafte Aussicht. Unsere Autorin Ulrike Haverkamp hat mit ihrem Gefährten Tom, Terrier Keule und Schäferhund-Mix Ruby den Nationalpark erkundet.
 
Wandern mit dem Hund © Pixabay/Antranias
Das Elbsteingebirge bietet viele Wanderwege, die auch für den Hund geeignet sind
Unseren ersten Urlaubstag im Elbsandsteingebirge beginnen wir mit einem Besuch der Bastei und genießen aus fast 200 Metern Höhe den atemberaubenden Blick auf die Elbe. Unseren Hunden Keule und Ruby ist die grandiose Aussicht vom markantesten Sightseeing-Punkt des Nationalparks Sächsische Schweiz schnuppe! Sie klettern viel lieber begeistert über die schroffen Felsformationen und markieren respektlos den berühmten Malerweg, auf dem sich Künstler wie Casper David Friedrich für ihre Gemälde inspirieren ließen. Für Juni ist es außergewöhnlich heiß, und da unser Keulchen pechschwarz und schon etwas älter ist, müssen wir achtgeben, ihn nicht zu überfordern. Zum Glück gehört zum exzellenten Service unserer Unterkunft im Schwenkehof eine detaillierte Gäste-Mappe, die uns über die besten Wanderwege für Hundebesitzer sowie deren Schwierigkeitsgrade informiert. So wählen wir „leichte“ und schattige Wanderwege und nach knapp zweistündiger Bastei-Erkundungstour geht es zum Eis Essen ins beschauliche Pirna mit seiner wunderschön restaurierten Altstadt. Während Keule und Herrchen Tom anschließend in der Ferienwohnung faulenzen, erkunden Ruby und ich unseren Urlaubsort Königstein und machen einen ausgiebigen Gassigang auf dem Elberadweg, dem beliebtesten Radwanderweg Deutschlands, der von Hamburg bis Tschechien verläuft.


Ausflug ins Kirnitzschtal

An Tag zwei steht das märchenhafte Kirnitzschtal auf dem Plan. Der Name „Kirnitzsch“ stammt aus dem Tschechischen (kiernice) und bedeutet: Wasserrinne. Gemeint ist damit der gleichnamige Nebenfluss der Elbe, der sich windungsreich seinen Weg durch wildromantische Schluchten bahnt. Ausgangspunkt für die „Talfahrt“ ist der Kurort Bad Schandau, eine der touristischen Hochburgen der Region und bekannt durch die „Siebenbrüderhäuser“, historische Fachwerkbauten, die dicht an den Felshang gepresst im Schatten der Schrammsteine stehen und der Sage nach von einem Schiffer für seine Söhne errichtet wurden. Wer’s gemächlich mag, zuckelt mit der Straßenbahn (Kirnitzschtalbahn) vom Stadtpark Bad Schandau bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Wir bleiben unserem Auto treu, machen Halt an der erstmals im 16. Jahrhundert erwähnten Mittelndorfer Mühle, die heute als Gaststätte und Restaurant dient, bewundern die fünf Meter hohe Grotte, über die der Lichtenhainer Wasserfall sprudelt, und geben dann Keules und Rubys deutlichen „Beschwerden“ nach, die Sehenswürdigkeiten hinter uns zu lassen und mit ihnen eine Wanderung im Wildensteiner Wald zu unternehmen. Über den Fremdenweg erreichen wir bequem eine der regionalen Attraktionen: den Kuhstall, ein mächtiges, durch Erosion entstandenes Felsentor. Von dort aus klettert Tom allein über eine „Himmelsleiter“ (nur für Schwindelfreie!) zum Gipfelplateau hinauf. Für Hunde sind die steilen, bei Regen rutschigen Metallstufen nicht geeignet.


Tolle Düfte bei den Affensteinen

Umso besser gefällt es unseren Vierbeinern bei den Affensteinen. In dem zerklüfteten Felsareal mit seinen unzähligen Höhlen gibt es die tollsten Düfte zu erschnüffeln. Erschöpft und glücklich rollen sich die beiden ein paar Stunden später auf ihre Kuschelkissen im Kofferraum unseres Autos und lassen sich nach Sebnitz „schaukeln“. Sebnitz war in der DDR-Zeit die Produktionsstätte für Seidenblumen und exportierte die Kunstblüten in 30 Länder. Heute begeistert eine ganz andere Kunst die Besucher des 9.000- Einwohner-Städtchens. Neben prachtvollen Häusern aus der Gründerzeit beeindruckt die folkloristische Architektur der so genannten Umgebindehäuser: Fachwerkhäuser mit individuellen, farbenfrohen Holzfassaden, die ursprünglich die Statik der Gebäude verbesserten. Ausklingen lassen wir den spannenden Tag „zu Hause“ im Schwenkehof bei frischem Räucherfisch, den die Pensionsbetreiber Jana und Klaus Richter auf Wunsch bei lokalen Fischern bestellen.


Stippvisite in der Goldenen Stadt

Königsteins Nähe zu Tschechien macht einen Tagestrip nach Prag zum Muss. So brechen wir am dritten Tag in die „Goldene Stadt“ im Herzen Böhmens auf. Der schnellste Weg (142 km) führt über die teils noch im Bau befindliche Autobahn D8. Nach zirka zwei Stunden erreichen wir Tschechiens Hauptstadt und starten unser Touristenprogramm: Von der Prager Burg über der Moldau, bis zum Wenzelsplatz und dem Altstädter Ring mit Rathaus und astronomischer Uhr sehen wir uns viele Sehenswürdigkeit an. Selbstverständlich unterbrechen wir die Tour regelmäßig für ausgiebige Trink- und Ruhepause für Ruby und Keule. Doch beide Hunde stecken voller Tatendrang. Neugierig tapsen sie durch die fremde Stadt, bestaunen auf der Karlsbrücke die Musikanten und Performancekünstler und stören sich kein bisschen an den Touristenmassen. Vor der Heimfahrt gibt es eine Stärkung im Biergarten, wobei Toms zünftiger böhmischer Braten größeres Interesse Ruby und Keule weckt als mein vegetarisches Rote-Beete-Carpaccio.


Entspannung ist das A & O

In den nächsten Tagen ist Entspannung das A und O, und so konzentrieren wir uns auf kurze Trips wie einen Abstecher zur Festung Königstein, eine der größten Bergfestungen Europas, die auf dem namensgebenden Tafelberg 240 Meter über dem linken Elbufer thront. Energiebündel Ruby möchte den 1800 Meter langen Wallgang zu gern als Rennparcours nutzen. Doch auch wenn Hunde auf der Festung Königstein herzlich willkommen sind, gilt hier Leinenpflicht. Ebenso wie auf der Burg Hohnstein, die auf eine bewegte Vergangenheit als Sitz des böhmisch-mährischen Adelsgeschlechts von Dubá, Kriegsgefangenenlager im Zweiten Weltkrieg und Jugendherberge während der DDR zurückblickt. Geschichte interessiert unsere Hunde nicht. Sie bekommen ein Alternativprogramm: einen Wandertag im Bielatal. Im Labyrinth, dem schönsten „Abenteuerspielplatz“ der Gegend, dürfen sie sich austoben. Hier hat die Natur Tunnel und Irrwege geschaffen, die zum Spielen und Verstecken einladen. Den Abschluss unserer einwöchigen Reise bildet eine Wanderung zu der 43 Meter aufragenden Felsnadel Barbarine, einem der berühmtesten Wahrzeichen des Elbsandsteingebirges – und wir schwören: Wir kommen wieder!

Text: Ulrike Haverkamp
 

Wohnen im Hunde-Paradies

In der Pension Schwenkehof in Königstein sind Gäste mit Hund herzlich willkommen. Die Betreiber Jana und Klaus Richter sind selbst glückliche Besitzer des bezaubernden Jack-Russell-Mädchens Stella. Der Schwenkehof ist ein alter, liebevoll renovierter Bauernhof mit neun großzügigen, modernen Ferienwohnungen. Hundebesitzer mit Kids finden einen großen Spielbereich für die lieben (zweibeinigen) Kleinen. Das Frühstücksbuffet ist herausragend und die Apartmentpreise sind unschlagbar. www.schwenkehof.de  

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Fotos: 
Pixabay/Antranias und Pixabay/Ronile
Artikel aus Partner Hund Ausgabe 10/2015. Jetzt abonnieren!
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