Rübe auf Rügen | PARTNER HUND Magazin

Rübe auf Rügen

Die malerische Ferieninsel in der Ostsee getestet vom Pon-Rüden Rübe und Familie Kress.
 
© Image courtesy of Mister GC at FreeDigitalPhotos.net
Rügen lohnt sich mit Hund.

Die malerische Ferieninsel in der Ostsee

Unser Pfingsturlaub begann ganz cool, da mein Herrchen, klug wie er ist, den starken Verkehr auf der Autobahn nach Berlin meiden wollte. So fuhren wir erst am späten Abend los – und es lief wie geschmiert. Kein Stau, kein Hecheln. Ich habe mich in München in den Rücksitz gekuschelt und fast die ganze 1000 km lange Strecke quer durch Deutschland verschlafen. In den frühen Morgenstunden waren wir schon in Stralsund und kamen dort auch problemlos über den Rügendamm, dessen Brücke in Abständen hochgeklappt wird, damit die großen Schiffe passieren können. Bei viel Verkehr steht man dort oft lange. Wir fuhren dann auf der B 96 über Bergen an Binz und Sellin vorbei, weiter auf die Halbinsel Mönchgut in das kleine Seebad Baabe. Mit unserem Quartier, der Villa Granitz, hatten wir einen guten Griff getan. Ich war in diesem vornehmen Haus überall gerne gesehen und weil ich so brav unter dem Tisch lag, durfte ich sogar mit in den Frühstücksraum. Unser Appartement hatte einen großen Balkon, der mir einen idealen Ausblick bot. Die Appartements im Erdgeschoss hätten sogar einen Vorgarten gehabt. Die Villa liegt sehr nahe an einem schönen Wald, durch den wir – fernab vom Verkehr – zum Strand wandern konnten. Es mussten nur eine Straße und die Bahngleise vom "Rasenden Roland"überquert werden, und schon waren wir in schönster Auslauf- Landschaft.

Mit Volldampf auf Erkundungstour

Der Rasende Roland ist eine kleine, dampfende Schmalspurbahn, die von Göhren bis nach Putbus mit viel Rauch und Getöse unterwegs ist. Eine Fahrt damit wollten wir uns nicht entgehen lassen, da es unterwegs viel zum Schauen gibt: zum Beispiel das in wunderschöner Badearchitektur restaurierte Sellin; das Jagdschloss Granitz, welches nach den Plänen von Schinkel erbaut wurde. Die Wendeltreppe in seinem Inneren allerdings war für mich Furcht erregend. Da blieb ich mit Herrchen lieber unten. Dann Binz, das bekannteste und sehenswerteste der Seebäder. Vielleicht wurde da ein wenig zu viel gebaut. Und schließlich Putbus mit sehr vielen alten klassizistischen Bauwerken und einem stimmungsvollen Park mit altem Baumbestand. Das Highlight einer Rügenreise – zumindest für meine Menschen, als Hund ist man davon weniger begeistert – ist eine Fahrt mit dem Ausflugsschiff von Sellin an der Küste entlang, vorbei an Prora, diesem endlosen Stahlbeton-Koloss aus dem Dritten Reich, der bis jetzt allen Sprengungen widerstand. Natürlich kamen wir auch zu den weltberühmten Kreidefelsen und zu den Wissower Klinken, die Caspar David Friedrich malte. Wenn Sie mich fragen: Dort war es viel schöner als auf den Pfaden der Kultur. Deshalb fuhren wir später auch noch mal mit dem Auto hin und wanderten im Nationalpark Jasmund von Lohme aus auf den 118 Meter hohen Königsstuhl. Auch das Kap Arkona, der nördlichste Zipfel Deutschlands, kann einem Hund gefallen. Schließlich gibt es im denkmalgeschützten Fischerdorf Vitt geräucherten Fisch, der köstlich schmeckt. Natürlich mussten meine Menschen noch weiter nach Ralswiek, das durch seine Freiluft-Festspiele über den Seeräuber Störtebeker bekannt ist.

Auf der Jagd nach goldenen Steinen

Am besten aber gefiel es mir in unserem Ferienort Baabe. Hier konnte man Kilometer lange Wanderungen am Strand unternehmen – und mein Frauchen lief immer mit gesenktem Kopf an der Wasserkante entlang, weil sie da einige kleine Bernsteinstücke fand. Ach, es gäbe noch so viel zu erzählen: zum Beispiel über die Moritzburg, die mit einer Minifähre zu erreichen ist. Man läutet eine Glocke, der Fährmann kommt und setzt seine Passagiere für zwei Mark pro Person über. Oder über einen Ausflug in die Boddenlandschaft Groß- und Klein-Zicker mit den Zickerschen Alpen. Über Middelhagen mit dem uralten Schulhaus und einer wunderschönen Töpferei, in der auch Bernsteinbrocken verkauft werden, wenn die Schatzsuche weniger ergiebig ist. Über die wunderschönen alten Baumalleen mit ihrem heimeligen Blätterdach und den tiefen Schlaglöchern, die uns zur Langsamkeit ermahnten. Über die alten sehenswerten Hünengräber in Groß-Lanken, die Zeugnis einer frühen Besiedlung ablegen. Vor allem aber über die vielen hundefreundlichen Menschen. Ob in den Restaurants, an den Sehenswürdigkeiten, im Zug oder auf dem Ausflugsschiff – ich wurde überall nett begrüßt und musste nirgendwo extra bezahlen. Das lag vielleicht aber auch daran, dass wir außerhalb der Hochsaison da waren und dass ich ein so wohlerzogener Hund bin. So haben meine Menschen und ich nur gute Erfahrungen auf Rügen gemacht und wollen euch mit diesem Reisebericht sagen: Fahrt einfach mal hin und überzeugt euch selbst. Eure Rübe mit Rudel.

Weitere Info

Tourismusverband Rügen e.V.
Am Markt 4
18528 Bergen
Tel. 03838/8 07 70
www.ruegen.de

In der Hochsaison Mitte Juni bis Mitte September dürfen Hunde nur an die diversen Hundestrände, über die viele der Ostseebäder verfügen. Sie dürfen dort frei laufen. Hundefreundliche Quartiere sind auf Rügen zahlreich und in den Prospekten ausgewiesen. Preiswerte Quartiere sind allerdings immer schnell ausgebucht.
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