Kanufahren mit Hund auf der Werre | PARTNER HUND Magazin

Kanufahren mit Hund auf der Werre

Mit dem Hund im Kanu einen Fluss hinunter und über Stromschnellen paddeln. Brigitte und Yousuf Ali und ihr Cairn Terrier "Ivenhoe" haben das mitten in Deutschland gemacht! Lesen Sie hier Ihren Erfahrungsbericht!
 
Kanufahren mit Hund? Warum nicht! © pixabay.com/skeeze (CC0 Public Domain)
Kanufahren mit Hund? Warum nicht!

Das klingt nach Trapper-Urlaub in Nordamerika oder African Queen

Dabei ist es ein Wochenendvergnügen mitten in Deutschland. Es ist Wandern ohne große körperliche Anstrengung, für Anfänger geeignet und trotzdem mit vollem Abenteuer-Faktor.

Crashkurs für den Bootshund

Ein gefährliches Gewässer ist die Werre bei Herford nicht. Sie fließt so ruhig, wie man es sich als Paddel-Neuling oder für einen Familienausflug nur wünschen kann.  Deshalb hat sich hundewandern.de dieses Revier für eine geführte Kanu-Wanderung mit Hund ausgesucht. Die Führung übernimmt dabei ein Partner, ein  erfahrener Kanuveranstalter. Brigitte und Yousuf Ali und ihr Cairn Terrier "Ivenhoe" fuhren im August mit. Sie trafen sich an einem Sonntagvormittag mit 20 anderen Teilnehmern und 17 Hunden am Startpunkt am Fluss.  Mit von der Partie waren u.a. noch: zwei Jack Russell Terrier, 3 Border Collies,  ein Cavalier King Charles Spaniel, ein schwarzer Schnauzermischling und ein Retriever. „Erst wurde von einem erfahrenen Kanuten an Land eine gründliche Einführung in das Kanadierfahren als solches gegeben und darüber gesprochen, welche Reaktionen Hunde zeigen können und wie wir darauf reagieren sollten. Also dem Hund einen Platz im Bereich der Beine geben, Zeichen von Unsicherheit ignorieren, nicht darauf eingehen, wenn er Angst zeigt, ganz souverän bleiben. Und falls er gar nicht im Boot bleiben möchte, wie man ihn dann behutsam und sicher raussetzt ins Wasser.“

Den Border-Collies war es zu ruhig

Dann wurden Boote, Paddel, Schwimmwesten und wasserdichte Transport-Tonnen für Gepäck in den Booten verteilt, und es ging los. „Wir haben für Ivanhoe ein Geschirr gehabt, und konnten ihn  im Boot auch mal festhalten bzw. ihn damit ganz behutsam ins Wasser setzen. Die ersten Meter auf dem Wasser waren für uns sehr aufregend. Das wackelige Boot, unser neugieriger Hund, flüchtende Enten und kleine Stromschnellen machten uns den Anfang nicht gerade leicht – trotz der ausführlichen Einweisung. Da war es gut, dass wir auf dem Wasser vom Veranstalter begleitet wurden. Nach kurzer Zeit waren wir drei dann ein eingespieltes Team. Unser Hund stand wie eine Galionsfigur am Bug, hielt Ausschau, das Boot glitt ohne jede Anstrengung dahin, und wir genossen die idyllische Umgebung.“ Nur den Border Collies war das wohl zu geruhsam. An einer seichten Flussstelle sprangen sie über Bord, schwammen ein Stück und liefen dann eine Weile am Ufer nebenher.

Manchmal war Kraft gefragt

Da keine Straße und kein Haus in der Nähe waren, und sich am Fluss nur Wiesen dehnten, durften sie laufen. An der nächsten passenden Einstiegsstelle paddelten ihre Leute ans Ufer, riefen ihre Hunde, und die Border stiegen wieder ein. Auf etwa der Hälfte der Strecke wurde eine „Bewegungs“-Pause am Ufer eingelegt. „Wir verspeisten unseren mitgebrachten Proviant, und unser Hund tobte mit seinen Artgenossen.“ Danach wurde es dann abenteuerlich. Auf den rund 15 Kilometern Flussstrecke des Tages waren drei Wehre zu bewältigen. Zwei dieser Staumauern im Fluss sind so hoch, dass sie umtragen werden müssen, d.h. vorher anlegen am Ufer, alles Gepäck ausladen, Gepäck und Boot schultern, um das Wehr herumtragen, Boot wieder flott machen und weiterfahren. Das dritte Wehr ist als befahrbar gekennzeichnet. Es bildet eine Stromschnelle mit rund 150 cm Höhenunterschied. Trotzdem wagten alle Boote die Überfahrt. Ein Paar kenterte, kam aber ohne jede Schramme davon. Und da alle vorgewarnt waren und Ersatzkleidung mitgenommen hatten (in den wasserdichten Tonnen), war es nur ein kleiner Zwischenfall. Dass es zwischendurch am Tag  kurz regnete, war bis zum Abend auch bereits vergessen. „Es waren sechs Stunden mit Action und Abenteuer pur!

Die Hunde waren abends "fertig"

Am Endpunkt war vom Veranstalter ein Grillpicknick für uns vorbereitet. Damit ließen wir den Tag ausklingen.“ Alle Hunde waren buchstäblich hundemüde und wollten nur noch schlafen. Ihre Menschen berieten schon die nächste Tour: Im Juli wird eine Zwei-Tages-Tour mit Kanus geben, mit Übernachtung in einem Naturcamp, sprich im Indianertipi oder Wohnwagen, mit Frühstückszelt und Lagerfeuer. Wer muss da noch nach Kanada? (Jutta Aurahs)
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