Allgemeine EU-Einreisebestimmungen | PARTNER HUND Magazin

Allgemeine EU-Einreisebestimmungen

Hier erfahren Sie, was Sie beim Reisen innerhalb der Europäischen Union (EU) beachten müssen. Zudem erhalten Sie allgemeine Informationen über gelistete Drittländer und nicht gelistete Drittländer.
 
Allgemeine EU-Einreisebestimmungen für Hunde © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Was gibt es für Hunde bei der Einreise in EU-Länder zu beachten?

Neue EU-Einreisebestimmungen

Seit dem 1.10.2004 findet die EU-Verordnung (Verordnung 998/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26.05.2003) über die Ein- und Ausfuhr von Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) zwischen EU-Mitgliedsstaaten sowie aus Drittländern in die EU-Mitgliedsstaaten Anwendung. Hiermit soll ein verbesserter Schutz vor Einschleppung und Verbreitung der Tollwut gewährleistet sein. Tollwut ist tödlich für Mensch und Tier! Diese Einreisebestimmungen gelten für folgende Länder: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien / Nordirland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern. Die Verordnung 998/2003 gilt nicht für Tiere, die Gegenstand eines Verkaufs oder einer Eigentumsübertragung sind. Die Verordnung besagt, dass Heimtiere zur eindeutigen Identifikation elektronisch gekennzeichnet sein müssen (ISO-Norm 11784 oder 117859 Fall der Chip diesen Normen nicht entspricht, muss vom Tierhalter ein entsprechendes Lesegerät zur Verfügung gestellt werden. Bis zum Jahr 2011 kann die Kennzeichnung auch in einer gut lesbaren Tätowierung bestehen. Bei Reisen muss der Heimtierausweis mitgeführt werden, der von einem Tierarzt ausgestellt ist und aus dem hervorgeht, dass im Einklang mit den Empfehlungen des Impfstoffherstellers eine gültige Tollwutimpfung des betreffenden Tieres – gegebenenfalls eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut – mit einem inaktivierten Impfstoff (WHO-Norm) vorgenommen wurde. Die deutsche Tollwut-Verordnung wurde am 20.12.2005 dem EU Entscheid 2005/91/EG angepasst. Danach muss ein Welpe bei Erstimpfung mindestens drei Monate alt sein und die Impfung wird als gültig bezeichnet, wenn sie mindestens 21 Tage zurückliegt (einige Botschaften, Konsulate geben noch 30 Tage an). Im Fall der Wiederholungsimpfung sollen Impfungen innerhalb des Zeitraumes durchgeführt worden sein, den der Hersteller angibt. Ihr Tierarzt bzw. Ihre Tierärztin berät Sie gerne. Die Mitgliedsstaaten (exkl. Schweden, Irland, Malta, Großbritannien/Nordirland) gestatten die Einreise eines jungen Heimtieres, das nicht geimpft ist, sofern für dieses Tier ein EU-Ausweis mitgeführt wird, es gechippt/tätowiert ist und es seit seiner Geburt an dem Ort gehalten wurde, an dem es geboren ist, ohne mit wild lebenden Tieren, die einer Infektion mit dem Tollwutvirus ausgesetzt gewesen sein könnten, in Kontakt gekommen zu sein (vom Tierarzt zu bestätigen). Die Einreise ist auch gestattet, wenn es seine Mutter begleitet, von der es noch abhängig ist. Die Mutter muss die Einreisebedingungen erfüllen. Für Schweden, Irland, Malta und Großbritannien/Nordirland gelten weiterhin zusätzliche Anforderungen (siehe Länder). Einige Länder haben zudem nationale Sonderregelungen, die zu beachten sind.

Allgemeine Empfehlungen - Gelistete Drittländer

Hier entspricht der Tollwutstatus dem der EU. Bei Wiedereinreise aus diesen Staaten nach Deutschland (Rückreise) gelten daher die EU-Bestimmungen (Heimtierpass, Kennzeichnung, Tollwutimpfung, alternativ eine vom Amtstierarzt ausgefüllte Veterinärbescheinigung). Eine Einreise von Welpen, die jünger als drei Monate sind, ist nur mit Einfuhrgenehmigung möglich, die rechtzeitig vor der Einreise beantragt werden sollte. Bei Einreise in diese Staaten gelten noch länderspezifische Bedingungen, die ausgewählt ausgeführt werden.
 
Außerdem werden noch folgende Drittländer gelistet, die einen den EU-Mitgliedsländern vergleichbaren Status hinsichtlich des Tollwutsituation zeigen: Ascension, Argentinien, Vereinnigte Arabische Emirate, Antugua und Barbuda, Niederländische Antillen, Australien, Aruba, Barbados, Bahrain, Balarus, Bermuda, Bosnien Herzegowina, Britische Jungferninseln, Kanada, Chile, Fidschi Falklandinseln, Hongkong, Krotaien, Jamaika, Japan, St. Kitts und Nevis, Kaimaninseln, Montserrat, Mauritius, Mexiko, Neukaledonien, Neuseeland, Fraznzösisch-Polynesien, St. Pierre und Miquelon, Russische Föderation, Rumänien, Singapur, St. Helena, Taiwan, Trinidad und Tobago, Vereinigte Staaten von Amerika (USA), St. Vincent und die Grenadinen, Vanuatu, Wallis und Futuna, Mayotte.

Diese Länder müssen einen Nachweis über den Tollwutstatus erbringen und Anforderungen erfüllen, die in Artikel 10 der Verordnung 998/2003 beschrieben sind.

Wer in diese Länder reist, sollte die Einreisebestimmungen bei Anreise berücksichten (einige Länder sind unten aufgeführt, ansonsten geben auch hier Botschaften/Konsulate Auskunft). Wer aus diesen Ländern Tiere einführt/zurückbringt, benötigt eine Veterinärbescheinigung gemäß Entscheidung 2004/824/EG, ansonsten gelten die in den EU-Bestimmungen festgelegten Regeln.

Allgemeine Informationen

Informationen zu Einreisebestimmungen in Urlaubsländer sind auch über das Urlaubsberatungstelefon des Deutschen Tierschutzbundes, Tel.: +49 (0)228 6049672 von Montag bis Freitag zwischen 10.00-18.00 Uhr (erreichbar vom 2. Mai bis 15. September) erhältlich.
 
Außerdem finden Sie auch auf der Webseite von Intervet: http://www.intervet.de . wichtige Information zur Ein- bzw. Ausreise.
 
Die Anzahl der Tiere, die in Flugzeugkabinen mitreisen dürfen, ist auf ca. zwei beschränkt. Diese dürfen nicht schwerer als fünf Kilo sein. Größere Tiere werden in Boxen im Transportraum untergebracht. Aufgrund der unterschiedlichen Regelungen der Fluggesellschaften sollten Sie sich rechtzeitig informieren.
 
Alle Formalitäten, soweit nicht genannt, erfragen Sie bitte beim Konsulat. Alle touristischen Informationen, Gebiets- und Ortsprospekte usw. gibt Ihnen das Fremdenverkehrsamt.
 
Erste-Hilfe-Maßnahmen und Reisekrankheiten im Urlaub – mehr dazu unter 0190 - 213 265 022.

Allgemeine Information - Nicht gelistete Drittländer

Neben Chip/Tätowierung sowie nachgewiesener und gültiger Tollwutimpfung, die in dem EU-Pass oder einer Veterinärbescheinigung dokumentiert ist, ist auch ein Bluttest (Tollwutantikörpertest) in einem zugelassenen EU-Labor erforderlich (Blutentnahme frühestens 30 Tage nach Impfung). Vom Zeitpunkt der Blutentnahme bis zur Einreise nach Deutschland ist eine Wartezeit von mindestens drei Monaten einzuhalten. Für Jungtiere ergibt sich dadurch eine frühestmögliche Einreise mit sieben Monaten. Da dies für Urlaubsländer wie Ägypten, Türkei, Marokko, Thailand, Tunesien und viele andere gilt, sollten Sie auch keine Fund-, Hotel- oder Strandtiere mitnehmen!
Die Drei-Monats-Frist vor der Einreise gilt nicht für die Wiedereinfuhr von Heimtieren aus einem nicht gelisteten Drittland in die EU, wenn bei diesen Tieren vor der Ausreise aus der EU eine Blutuntersuchung mit positivem Ergebnis durchgeführt wurde und dies im Heimtierausweis dokumentiert ist.
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