Welcher Sport passt zu mir und meinem Hund?

Hundesport tut Hund und Mensch gut. Damit wirklich alle Beteiligten dabei glücklich werden, sollten Sie die Veranlagungen und Bedürfnisse Ihres Hundes kennen und Rücksicht darauf nehmen. Dann kann der gemeinsame Sport die Bindung zwischen Ihnen und dem Tier noch intensiver und harmonischer machen.
 

Veranlagung des Hundes berücksichtigen

Jede Hunderasse ist für eine bestimmte Aufgabe – Hüten, Bewachen, Jagen, Stöbern, Schwimmen, Suchen, Rennen, gezüchtet worden, und diese Fähigkeiten tragen die einzelnen Rassen und die aus ihnen hervorgegangenen Mischlinge in sich. Früher wurden unsere Hunde entsprechend ihrer Veranlagungen als Wachhunde, Hütehunde oder Jagdhunde gehalten. Heute hat der Hund einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft: Er ist Freizeitpartner, Familienmitglied und Wegbegleiter bei Spaziergängen. Aber leider bedeutet das für die meisten Hunde eine geistige Unterforderung. Mehrere Spaziergänge am Tag kommen zwar dem natürlichen Bewegungsdrang eines Vierbeiners entgegen, aber die Kopfarbeit bleibt weiterhin auf der Strecke. Das macht den Hund nicht nur unglücklich, sondern häufig auch krank: Unterbeschäftigung kann im schlimmsten Fall extreme Folgen wie Allergien, Aggressivität oder das stereotype Wiederholen bestimmter Bewegungen, haben. Meistens machen sich diese Störungen durch den Mangel an „Arbeit“ in einem Alter zwischen einem und drei Jahren bemerkbar.

Die Triebe des Hundes steuern

Der natürliche oder angezüchtete Arbeitstrieb (Hütetrieb, Schutztrieb, Jagdtrieb usw.) kann in andere Richtungen gewissermaßen umgepolt werden. Dazu braucht man aber Erfahrung und Geduld. Aus dieser Kenntnis heraus haben sich in den letzten Jahren viele Hundesportarten entwickelt, die Mensch und Hund als gleichwertiges Team fordern. Dabei wird auch die Bindung zwischen Mensch und Hund enorm intensiviert. In guten Hundeschulen oder Hundesportvereinen wird ein vielseitiges Programm angeboten, die Hundeausbildung hat sich enorm entwickelt. Vom Schutzhundeplatz und dem Turnierhundesport (THS) ging es direkt zum Agility, zum Flyball, zum Dog Dance, zum Disc Dogging (Hundefrisbee) bis hin zum Obedience.

Rasse hilft bei der Vorauswahl der Sportart

In den einzelnen Sportarten findet man viele Aufgabenbereiche, die der natürlichen Veranlagung eines Hundes entgegen kommen, wieder. Unter Berücksichtigung dieser rassespezifischen Eigenschaften kann man dann schon einmal eine kleine Vorauswahl treffen. Sie sollten auch berücksichtigen, dass Sie bei der einen oder anderen Hundesportart auch selber mehr oder weniger aktiv sein müssen. Beim Agility, beim Turnierhundesport und auch beim Disc Dogging werden nicht nur vom Hund, sondern auch vom Menschen sportliche Aktivitäten erwartet. Das soll aber nicht heißen, dass nur der menschliche Spitzensportler diese Sportarten betreiben kann. Jeder so, wie er kann und möchte, auch dem Alter sind hier keine Grenzen gesetzt.

Ausbildungsstätte genau unter die Lupe nehmen

Bei der Wahl der Ausbildungsstätte sollten Sie kritisch sein. Schauen Sie sich ruhig mehrere an. Haben Sie den Eindruck, dass es dort sehr militärisch mit Gebrüll, Zwang und übertriebenen Strafen zugeht, sollten Sie sich schleunigst wieder verabschieden. Gehen Sie nur auf einen Ausbildungsplatz, auf dem Ihr Hund einfühlsam unterwiesen, aber keinesfalls gedrillt wird! Sie sollten auch darauf achten, ob ein umfangreiches Programm in den jeweiligen Hundesportarten angeboten wird, damit eine objektive Beratung überhaupt möglich ist. Die körperliche Gesundheit Ihres Hundes müssen Sie auf jeden Fall berücksichtigen. Ein vorhergehender Check-Up des Vierbeiners durch einen Tierarzt ist sinnvoll. Sie sollten sich außerdem immer bewusst sein, dass ein Hund, mit Freude und Spaß viel erlernen kann. Die Basis dafür ist gegenseitiges Vertrauen.

Wichtige Fragen bei der Wahl des Hundesports

Fragen, die Sie sich bei der Wahl einer Sportart außerdem stellen sollten:
- Welcher Rasse gehört mein Hund an und was sind deren Veranlagungen?
-  Ist mein Hund selbstsicher oder eher in manchen Situationen unsicher?
-  Wie verhält sich mein Hund anderen Vierbeinern gegenüber?
-  Wie verhält sich mein Hund in fremder Umgebung?
-  Welche Wahrnehmungen meines Hundes sind sehr ausgeprägt und welche weniger?
-  Wie sind seine körperlichen Fähigkeiten?
-  Was spielt mein Hund gerne?
-  Welches Temperament zeigt mein Hund?
-  Welchem Temperament würde ich mich selber zuordnen?
-  Wie sind meine körperlichen Fähigkeiten?
-  Wo sind Problempunkte in der Beziehung zu meinem Hund?
-  Braucht mein Hund in bestimmten Situationen einen Ausgleich?

Für gemeinsamen Sport brauchen Hund und Halter nicht immer einen Verein

Sie können sich in einer guten Schule oder einem Verein bei der Auswahl des richtigen Sports helfen lassen; allerdings sollten Sie sich nur an renommierte Ausbildungsstätten halten. Und auch außerhalb von Vereinen bietet sich genügend Gelegenheit zur Sportlichkeit, zum Beispiel beim Laufen am Rad, beim Joggen, Reiten, Nordic Walking oder Langlaufen. Allerdings steht hier vor allem das Laufen im Vordergrund, die Kopfarbeit wird eventuell vernachlässigt, dem müssen Sie dann zusätzlich entgegensteuern. Auf einem eigenen Blatt stehen Sportarten wie Schlittenhundesport, Windhunderennen, Skijöring und Leistungshüten. Diese speziellen Sportarten sind nicht für Anfänger und vor allem wirklich nur für geeignete Rassen empfehlenswert. (Text: Thomas Behrendt/Marzena Fiok)

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