Zerrspiele zwischen Mensch und Hund | PARTNER HUND Magazin

Zerrspiele zwischen Mensch und Hund

Ringkämpfe und wüste Verfolgungsjagden gehören zum normalen Verhaltensrepertoire des Hundes. Gönnen Sie Ihrem Wolf den Spaß, aber behalten Sie die Kontrolle.
 

Gemeinsam Beute machen

Energiegeladene Hunde , die keinen Punching-Partner haben, können Sie mit gezielten Spielen das Abreagieren der überschüssigen Kraft ermöglichen. Zerrspiele zum Beispiel sind besonders beliebt bei Terriern, Hirten- und Treibhunden. Ein dickes, an den Enden geknotetes Tau, ein Hartgummireifen, ein Weichholzast und ein Schleuderball eignen sich dafür. Damit Sie als ebenbürtiger Gegner anerkannt werden, reizen Sie Ihren Rabauken erst zum Fassen des Spielzeugs, indem Sie es zeigen, hochheben, verstecken, wieder zeigen und schließlich entweder werfen oder ihn packen lassen. Geübte Rangler stemmen dann minutenlang die Vorderläufe fest in den Boden, versuchen durch gezieltes Schütteln die Beute aus der Menschenhand zu entwenden, lassen kurz locker, um sofort nachzuhaken und sich ein paar Zentimeter mehr vom Happen zu sichern. Geschickte Zweibeiner wiederum reagieren blitzschnell auf den kurz geöffneten Fang, holen sich das Zerrspiel zurück und wirbeln es durch die Luft oder rennen damit weg.

Das Ende bestimmen Sie!

Zehn Minuten Zerrspielen bringt auch den temperamentvollsten Hund aus der Puste und Sie können das Spiel beenden. Zu einem sinnvollen Finale haben Sie zwei Möglichkeiten, die Sie abwechselnd nutzen sollten. Die erste: Sie stoppen abrupt den Gegenzug, behalten das Spielzeug in der Hand und geben dem Hund durch ein „Sitz“ zu verstehen, dass finito ist. Bestehen Sie dann unbedingt auf dem Sitz, loben Sie den Hund kurz und bestimmen Sie dann „Aus“. Wieder kurz loben, dann Ball, Ast oder Tau ohne aufreizendes Schütteln wegnehmen.

Oder aber...

Sie lassen absichtlich von der Beute ab und motivieren den Hund zu triumphierendem Besitzerstolz, indem Sie ihm nachlaufen oder scheinbar versuchen, des Spielzeugs wieder habhaft zu werden. Lassen Sie ihm den Spaß, den Sieg durch rasende „Flucht“, kräftiges Totschütteln oder geräuschvolles Kauen zu genießen. Erst nach einer Pause bedeuten Sie ihm „Aus“ und nehmen das Spielzeug wieder an sich. Sinnvoll sind solche Mensch-Hunde-„Kampf“-Spiele nicht nur, um bei aufgeladenen Energiebolzen ein bisschen Kraft abzulassen, sondern auch zum Aufbau von Selbstbewusstsein extrem ängstlicher Tiere, zur Motivation bei Sport-Hunden. Ganz nebenbei festigt es natürlich Ihre Autorität, weil Sie Start und Ende jedes Spiels bestimmen, und es gibt Ihnen ein Lockmittel in die Hand, mit dem Sie jederzeit die Aufmerksamkeit Ihres Vierbeiners auf sich lenken können. Denn gemeinsame Beute ist wesentlich begehrter als das Spielzeug, das ihm allein gehört.
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