Windhund-Rennen

Von gemeinsamen Unternehmungen mit ihrem Windhund abgesehen, können Sie durch ihn eine ganz neue Sportart entdecken den Windhund-Rennsport. Teilnahmeberechtigt sind Hunde aller Windhund-Rassen, die in einem anerkannten Zuchtbuch eingetragen sind. Die Rennsaison dauert gut sieben bis acht Monate im Jahr.
 
© Viktor Petrow/pixelio.de
Das Lebenselexier des Windhundes ist das Laufen.

Die schnellsten Hunde der Welt

Mit den verschiedenen Windhunden begegnet uns eine Gruppe Hunde, die sich sowohl durch ihr Äußeres als auch durch ihre Eigenschaften stark von allen anderen Rassen unterscheidet. Unter den vom DWZRV betreuten Windhund-Rassen finden Sie den schnellsten Hund der Welt – den englischen Greyhound; den größten Hund der Welt – den Irish Wolfhound; die wohl älteste Hunderasse – den persischen Saluki; den sagenumwobenen Windhund aus den afghanischen Felslandschaften – den Afghanen; den Begleiter der arabischen Fürsten und Scheichs – den Sloughi; den zierlichen Windhund der Damen der mittelalterlichen Fürstenhäuser – das Italienische Windspiel; den Wolfsjäger der russischen Großfürsten – den Barsoi; den Windhund der Tuareg-Nomaden – den Azawakh und den spanischen Galgo-Espagnol, den polnischen Chart Polski, den schottischen Deerhound, den ungarischen Magyar Agar sowie den Pharao-Hound.

Windhunde sind anders

Das Lebenselexier des Windhundes ist das Laufen. Ab und zu möchte er aus voller Seele und mit voller Kraft losjagen und bis zur Grenze des Möglichen alle seine Energie in Geschwindigkeit umsetzen. Hat er seinen Auslauf bzw. seine sportliche Betätigung, kann er auf der anderen Seite der ruhige, gelassene, in sich ruhende Familien- und Wohnungshund sein, wofür er von seinen Besitzern ebenfalls sehr geschätzt wird. Entdecken Sie für sich und Ihre Familie eine ganz neue Sportart ... den Windhund-Rennsport. Der Windhund-Sport nutzt die ursprüngliche Begabung der Windhunde, einem sich bewegenden Objekt zu folgen. Wo anders sollten sie ihr „totales“ Lauf- und Jagderlebnis unter heutigen Umweltbedingungen haben als auf dafür speziell eingerichteten Windhund-Rennbahnen oder Coursing-Geländen. Der Windhundsport verschafft auch Ihnen viel Bewegung an der frischen Luft, hält Sie gesundheitlich fit und macht Sie mit vielen Menschen bekannt, die Natur- und Tierfreunde sind und die ihr Leben mit außergewöhnlichen Hunden teilen. Organisiert wird der Windhund-Sport in Deutschland von „Deutschen Windhundzucht- und Rennverband“ (DWZRV), der alle bei uns bekannten Windhund-Rassen und ca. 50 örtliche Windhund-Sportvereine betreut, die über das ganze Land verstreut sind. Ca. 80 Windhund-Sportveranstaltungen, seien es Bahnrennen oder Coursings, finden alljährlich statt. Daneben gibt es auf allen Rennplätzen vom Frühjahr bis Herbst fast überall wöchentliche Trainingsveranstaltungen für jeden, dessen Hund Lust und Laune dazu hat. Die Rennsaison dauert gut sieben bis acht Monate im Jahr.

Welche Windhundrennen gibt es?

Beim Windhundrennen unterscheidet man die Bahnrennen und die Coursings. Erstere finden meist auf Rasenbahnen statt über Entfernungen von ca. 300 m bis höchstens 900 m, wobei die übliche Bahnlänge 450 m bzw. 480 m beträgt. Sind bei einer Rasse pro Geschlecht mindestens drei Hunde gemeldet, laufen Rüden und Hündinnen getrennt. Bis zu sechs Hunde werden in die Startboxen gleichzeitig eingesetzt. Dann lässt man sie hinter einem „künstlichen Hasen“ (bestehend aus Fell bzw. Kunststoff), der sich etwa 20 m vor dem ersten Hund vorausbewegt, auf die Bahn. Der „Hase“ wird an einer Schnur über Rollen von einer Hasenmaschine gezogen, wobei es um mindestens eine Kurve geht (U-förmige Bahn) oder um zwei Kurven (Doppel-U). Die Zeiten werden am Ziel gestoppt, und die Reihenfolge der einlaufenden Hunde wird festgehalten. In Vor-, Zwischen- und Endläufen werden die Sieger ermittelt. Sie erhalten zwar keine Geldpreise, auch werden hierzulande keine Wetten auf sie abgeschlossen. Dennoch kann ein schneller Windhund während seiner aktiven Zeit die verschiedensten Trophäen nach Hause bringen und begehrte Titel erwerben. Bei den in Deutschland und den meisten angrenzenden europäischen Nachbarländern üblichen Windhund-Rennen handelt es sich um „Amateur-Rennen“, die in erster Linie um der Hunde und ihrer Bewegung willen veranstaltet werden, wobei natürlich auch die Besitzer ihre Freude und ihr sportliches Erlebnis haben sollen.

Was ist Coursing?

Zwei Windhunde müssen gleichzeitig ihre Schnelligkeit und Geschicklichkeit bei der Jagd nach einer Hasenimitation beweisen. Ein Feldrichter beurteilt dabei die Arbeit jedes Paares und vergibt Punkte. Je nach Punktzahl kommen die Hunde im Wettbewerb weiter oder scheiden aus. Auch unsere Coursings werden im freien Gelände abgehalten. Im Unterschied zu Großbritannien ist bei uns jedoch die Jagd auf lebendes Wild verboten. Der Zickzackkurs des Hasenzugs imitiert die Fluchtbahn eines Hasen in freier Wildbahn. Die Strecke ist etwa 450 m lang und wird nach jedem Durchgang neu abgesteckt, um die teilnehmenden Windhunde vor eine neue Aufgabe zu stellen.

Was braucht ein Rennhund?

Die Ausrüstung für einen Rennhund besteht aus einem Satz verschiedenfarbiger Renndecken, die mit den Nummern 1 bis 6 versehen sind und über den Rücken gezogen werden. Dazu wird aus Sicherheitsgründen ein leichter Maulkorb aus weitmaschigem Draht bzw. Plastikgeflecht angelegt. Und natürlich sind ein gut sitzendes Halsband und eine feste Leine nötig, um die Hunde vor und nach dem Rennen gut unter Kontrolle zu behalten. Die Rennhunde müssen im Besitz einer Rennlizenz sein, die sie durch einwandfreie Trainingsläufe erworben haben. „Einwandfreies“ Laufen bedeutet, dass der Rennhund aus dem Startkasten startet und das vorweggezogene Lockmittel verfolgt, ohne den Rennablauf zu stören.

Kontakt und weitere Informationen

Interessenten wenden sich an den Deutschen Windhundzucht- und Rennverband e.V., www.dwzrv.com , E-Mail: dwzrv@dwzrv.com Die Autoren: INGEBORG UND ECKHARD E. SCHRITT befassen sich seit 1971 mit den Windhunden, ihrer Zucht und ihrer sportlichen Verwendung. Sie sind Verfasser diverser Publikationen und Bücher zum Thema Windhunde und wurden mehrfach ausgezeichnet. Weitere Auskünfte: www.sloughi.de



Foto: © Viktor Petrow/ www.pixelio.de
 
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