Leckerchen und Ballspender zum Nachbauen | PARTNER HUND Magazin

Leckerchen und Ballspender zum Nachbauen

Sie wollen Ihrem Hund eine Freude machen? Dann haben wir genau das Richtige für Sie. Ein tolles Spiel zum Selberbauen, mit dem Sie auch noch die Intelligenz Ihres Vierbeiners fördern können.
 
© animals-digital.de
Keine Bange. Selbst mit „zwei linken Händen“ können Sie die „Surprising Tubes“ („Überraschungs-Röhren“) im Handumdrehen nachbauen. Je nach Geschick müssen Sie mit nur 30 bis 60 Minuten Bauzeit rechnen. Die Idee dazu hatte Hundetrainerin Anja Jakob, die sich in ihrer Hundeschule auf Spiel, Sport und Spaß für Hunde mit Köpfchen spezialisiert hat. „Im gut sortierten Zoofachhandel gibt es zwar inzwischen viele Intelligenzspiele zu kaufen, die meisten sind aber richtig teuer, und je schlauer die Hunde werden, umso schneller haben sie den jeweiligen Mechanismus durchschaut“, meint sie. Da aber ihre Kunden großes Interesse am „Gehirnjogging“ für Hunde hatten, machte sie sich Gedanken, wie man kostengünstiger ein eigenes Spiel bauen kann, das einfach nachzubauen ist und an dem die Hunde und Menschen lange Freude haben. „Ich wollte etwas mit einem Kipp-Mechanismus bauen und suchte dafür einen Rahmen. Und da fiel mein Blick auf mein Flaschenregal in der Küche“, berichtet sie. Das Prinzip ist zwar für uns Zweibeiner ganz einfach, trotzdem erfordert es vom Hund ganz schön viel logisches Denkvermögen, um es zu durchschauen. An einem Ende verschlossene Plastikrohre werden mit einem Drehmechanismus versehen, in einem Gestell verankert und dann mit einem Leckerli befüllt. Am besten eignen sich harte, eher runde Leckerchen, die gut rollen. Damit der Hund in dessen Genuss kommt, muss er das Rohr so lange mit Pfote oder Schnauze nach unten halten, bis es herauskullert. Das war auch für Testhund Mogli, den sechsjährigen Mischlingsrüden der Hundetrainerin, die erste Klippe, obwohl er bereits Erfahrung mit solchen Spielen hat. Als er hörte, dass das Leckerchen im Rohr anfing zu kullern, ließ er die Röhre nämlich los und die Belohnung rutschte geräuschvoll zurück. Nach weiterem Probieren fand er jedoch heraus, dass er das Rohr ein bisschen länger festhalten muss und dass es sich außerdem lohnt, rundherum zu laufen, da in allen Rohren etwas versteckt ist. Ihr neun Monate alter Border-Collie Merlin versuchte es zunächst  mit der “Hau drauf”-Variante, und es dauerte eine Weile, bis er merkte, dass er mit etwas mehr Ruhe schneller zum Ziel kommt. Da ihm Leckerchen nicht so wichtig sind, versteckte sein Frauchen Spielzeug in den „Überraschungs-Röhren“. „Wenn es sich dabei um seinen Lieblings-Ball handelt, wird er allerdings immer noch schnell ungeduldig“, meint sein Frauchen. „Für ihn ist es daher nicht nur ein Intelligenz,- sondern auch ein Geduldsspiel.“ (Text: Saskia Brixner)

Tipps zum Gebrauch

Hunde, die keinerlei Erfahrung mit Intelligenzspielen haben, benötigen ein wenig Hilfestellung und Ansporn von ihren Menschen, damit sie nicht die Lust verlieren und zu schnell aufgeben. Viele der gekauften Spiele stehen deshalb oft ungenutzt in der Ecke. Lassen Sie ihn also nicht mit seiner Aufgabe allein. Ziel ist es ja auch, mit dem Hund gemeinsam Spaß zu haben. Andererseits sollten Sie nicht zu viel helfen, schließlich soll ihn das Gerät ja zum Denken anregen. Hunde, die bereits Erfahrung mit Intelligenzspielen haben, dürfen natürlich ohne Hilfe ausprobieren, wie sie zum Ziel kommen.

Belohnen Sie anfangs jedes erste vorsichtige Interesse verbal, durch ein Leckerchen, mit einem kleinen Spiel oder indem Sie den Mechanismus mit der Hand auslösen. Helfen Sie dann immer weniger mit, und lassen Sie den Hund selbst ausprobieren. Versucht der Hund, durch Anknabbern des Spielzeugs zum Erfolg zu kommen, beenden Sie das Spiel, indem Sie die Tubes z.B. kurz hochheben. Loben Sie ihn dann, wenn er einen neuen Versuch startet. Belohnen Sie bei Clicker erfahrenen Vierbeinern jede Aktion in die richtige Richtung mit einem Click und Leckerchen aus der Hand, bis er den Mechanismus verstanden hat. Hören Sie auf, wenn es am schönsten ist und der Hund noch aktives Interesse zeigt. Manche Hunde verlieren schon nach einer, andere erst nach zehn Minuten die Lust. Stellen Sie dann das Spiel am besten hoch oder in einen anderen Raum, so dass er sich nicht allein betätigen kann. Trainieren Sie lieber öfter am Tag oder in der Woche in sehr kurzen Einheiten, als einmal in einer langen Einheit. Ist ein Hund ängstlich oder vorsichtig, lassen Sie ihm Zeit. Manchmal hilft es, etwas ganz besonders Leckeres ganz vorne in das Rohr zu legen und es dabei ganz still zu halten, damit er die Scheu verliert.

Variationsmöglichkeiten

Hat der Hund das Prinzip kapiert, können Sie das Ganze schwieriger machen, indem Sie die Rohre mit einem Ball am Seil oder einem Fell-Dummy, wie es ihn für die Retriever-Arbeit gibt, verschließen. Runterdrücken alleine reicht nun nicht mehr, er muss erst die „Verstopfung“ beseitigen und das Rohr frei machen, um an die Belohnung zu kommen. Auch ein gefüllter Kong, ein in Packpapier eingepacktes oder in eine an den Enden zusammen gedrückte Klopapier- oder Küchenpapierrolle verstecktes Leckerli oder ein altes Paar Socken, die er mit den Zähnen herauszupfen muss, bieten immer wieder neue Überraschungs-Erlebnisse, die auch in einem gemeinsamen Zerrspiel enden können. Sie können die Rohre am oberen Ende auch mit einem Eckstück versehen, so dass die Öffnung nach oben zeigt, und den Verschluss am anderen Ende entfernen. Nun können Sie Ihrem Vierbeiner beibringen, oben einen Ball hineinzustecken, der dann unten wieder rausrollt. Da die Röhren von zwei Seiten zu befüllen sind, können auch zwei Hunde, die sich gut verstehen und nicht futterneidisch sind, gleichzeitig daran arbeiten. So lernen sie nicht nur beim zuschauen, den meisten Hunden macht es auch einen Heidenspaß, schneller oder geschickter als der Hundekumpel zu sein. „Manchmal arbeiten die Vierbeiner dabei allerdings unbeabsichtigt im Team zusammen. Während der eine den Mechanismus betätigt, ist der andere schneller beim Fangen des herauspurzelnden Leckerchens. Der andere schaut also dann buchstäblich in die Röhre. In dem Fall sollten Sie dem Hund, der den Mechanismus erfolgreich betätigt hat, separat ein Leckerchen geben, und ganz schnell die Rohre wieder neu befüllen“, rät die Expertin.

Die Bauanleitung

Das Material (rund € 16,00)
  • 1 IKEA-Flaschenregal „Hutten“
  • 2 Abflussrohre, 60cm lang mit 50mm Durchmesser
  • 1 Abflussrohr, 60cm lang mit 75mm Durchmesser
  • 2 Abflussrohrstopfen mit 50mm Durchmesser
  • 1 Abflussrohrstopfen mit 75mm Durchmesser
  • 1 Buchenholzrundstab, 26cm lang mit 8mm Durchmesser
  • 8 Sechskantmuttern mit M10er Gewinde
  • 1 Holzplatte, 35cm x 45cm und mindestens 15mm dick  (Reste sind beim Holzzuschnitt im Baumarkt oft kostenlos. Möchten Sie das Spiel im Freien benutzen, sollten Sie imprägniertes Holz (ungiftig!) nehmen
Werkzeug:
  • 1 kleinen Bohrer oder Akkubohrer (5mm und 8mm)
  • 1 kleine Säge
  • 1 Zollstock
  • 1 Stück Kreide
  • Schmirgelpapier
So geht’s
  1. Sägen Sie aus dem mittleren Regalboden des Flachenregals – den mit den Holzstiften an den Seitenteilen - die Querstreben heraus.
  2. Schmirgeln Sie eventuell vorhandene scharfe Kanten an den beiden übrig gebliebenen Seitenteilen des Regalbodens glatt und bohren Sie mittig zwischen den beiden mittleren (ehemaligen Querstreben)an beiden Seitenteilen ein 8mm großes Loch für den Buchenholzrundstab. Es geht leichter, wenn Sie mit einem 5mm Bohrer vorbohren.
  3. Sägen Sie von dem Buchenholzrundstab ein 26 cm langes Stück ab und bohren Sie dann durch die Mitte der Abflussrohre (bei ca. 28 cm von der offenen Seite der Rohre gemessen) je zwei 8mm große Löcher. Sie sollten etwas seitlich versetzt sein, damit auch größere Leckerlis gut durchrutschen können. Verbinden Sie nun alle Teile mit dem Buchenholzrundstab und stecken Sie als Trenner die Sechskantmuttern dazwischen.
  4. Bauen Sie nun das Flaschen-Regal nach der Anleitung von IKEA zusammen. In die Mitte kommt der Teil mit den auf dem Buchenholzstab mit den Sechskantmuttern zusammengesteckten Rohren. Je eine Mutter kommt links bzw. rechts und je drei zwischen die Rohre.
  5. Um dem Gerät mehr Stabilität zu verleihen, damit die Hunde es mit den Pfoten nicht zum Kippen bringen können, ist es ratsam, eine Bodenplatte unter dem Gerät zu befestigen. Bohren Sie dazu vier 13mm tiefe Löcher mit 8mm Durchmesser und verbinden dann das Regal mit Hilfe der im „Hutten“-Bausatz mitgelieferten Holzstifte miteinander. Die entsprechenden Löcher im Regal sind bereits vorhanden.
Tipp: Wenn Sie sich beim Holzzuschnitt im Baumarkt die zusätzliche Holzplatte zusägen lassen und nett fragen, sägt Ihnen der Mitarbeiter mit etwas Glück die Querstreben aus dem “Hutten”-Regalboden mit der Maschine heraus. So sparen Sie sich zu Hause viel Arbeit.

Die Expertin

Anja Jakob bietet in ihrer Hundeschule Click‘n Trick sowie bundesweit auf Einladung Workshops und Seminare rund um Spiel, Sport & Spass an. Zum Beispiel zum Thema Denk- und Schnüffelspiele, bei denen auch dieses Intelligenzspiel zum Einsatz kommt.

Kontakt:
Anja Jakob
Am Mönchswald 4
61462 Königstein
Tel. 0049 (0)6173 996 779
anja@clickntrick.de
www.clickntrick.de
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