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Zahnhygiene beim Hund

Manche lächeln noch ungläubig über die Vorstellung, dass man Hunden die Zähne putzt. Doch wer auch bei seinem vierbeinigen Freund die Zahnpflege nicht vernachlässigt, lächelt länger. Denn Zahnerkrankungen sind bei den Nachkommen der Wölfe häufiger, als man denkt, und haben schlimmere Folgen, als man vermutet.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Im Prinzip wird der Hundezahn von den gleichen Gefahren bedroht wie unser Gebiss.

Zahnerkrankungen rechtzeitig vermeiden

Gebisse für den Hund gibt es noch nicht, aber wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten „Dritten" für den Hund entwickelt und vermarktet werden. Besser für Hund und Herrchen ist es aber, dafür zu sorgen, dass sich die Frage nach einer Zahnprothese gar nicht erst stellt. Im Prinzip wird der Hundezahn von den gleichen Gefahren bedroht wie unser Gebiss. Vor Zahnstein, Parodontose und Karies ist auch der Hundezahn nicht gefeit.

Gleiche Gefahren bei Mensch und Hund

Karies kommt allerdings nicht so häufig bei Hunden vor, wohl weil sie weniger Lollis lutschen als Menschen. Und das ist der erste Hinweis auf die Zahnpflege. Die fängt nämlich beim Futter an. Schokolade, Bonbons und anderes zuckriges Naschwerk haben im Hundemaul nichts verloren. Eine ausgewogene Ernährung schützt auch die Zähne. Einige Hersteller bieten sogar Futter an, das die Zähne schon beim Fressen pflegen und dem weit häufigeren Zahnstein vorbeugen soll. Als Snack und als Belohnung bieten sich zahnpflegende Kaustrips an, die es beim Tierarzt gibt. Apropos Zahnstein: Er kommt häufig vor und verursacht neben unangenehmem Mundgeruch auch schmerzhafte Entzündungen des Zahnfleisches, unter denen rund 85 Prozent aller Hunde leiden. Der Zahnstein entsteht hauptsächlich an der Zahnfleischgrenze. Dort bleiben Futterreste kleben und geben Bakterien im Maul Nahrung. Diese Bakterien vermehren sich explosionsartig und bilden Beläge, die schließlich steinhart, also zu Zahnstein werden.

Paradontose verschont auch Hunde nicht

Früher oder später lösen die Bakterien dann Entzündungen am Zahnfleisch aus. Was dann passiert, hat jeder schon in unzähligen Zahnpasta-Werbespots gesehen. Das Zahnfleisch zieht sich zurück, bildet Taschen und legt den empfindlichen Zahnhals frei. Die berühmt-berüchtigte Paradontose ist entstanden. Zahnfleisch, das sich zurückgezogen und den Zahnhals, in schlimmen Fällen gar die Zahnwurzel, freigelegt hat, wächst nicht mehr in seine Ausgangsposition zurück. Unbehandelt schreitet die Erkrankung fort, bis die Zahnwurzeln freigelegt werden und gar der Kieferknochen angegriffen wird. In diesem Stadium ist der Zahn nicht mehr zu retten. Schlimm genug – aber noch nicht alles. Denn in den Zahnfleischtaschen, im Zahnstein und in den Zahnbelägen gedeihen Bakterien, die über die Blutgefäße in andere Körperregionen gelangen und dort Krankheiten auslösen können.

Futterreste regelmäßig entfernen

Vorbeugend sollten Futterreste regelmäßig entfernt werden. Tierärzte empfehlen, alle zwei Tage die Zähne des Hundes zu putzen. Zahnbürsten und Zahnpasta für den Menschen eignen sich nicht für den Hund. Zahnbürsten für den Menschen sind in der Regel zu hart für das empfindliche Zahnfleisch des Hundes. Und Zahnpasta mit dem üblichen Minzegeschmack ist dem Hund ein Graus. Mittlerweile gibt es spezielle Zahnpflegeprodukte für den Hund beim Tierarzt. Begeistert sind die Vierbeiner allerdings von der Maulhygiene erst einmal nicht. Am besten, man gewöhnt bereits den Welpen an Manipulationen in seinem Fang. Spielerisch öffnet man immer wieder sein Mäulchen, bis es für ihn die normalste Sache der Welt ist, dass Menschen sich an seinem Fang zu schaffen machen.

Welpen ans Zähneputzen gewöhnen

Als wertvoll erweist sich die erlernte Gelassenheit bei der Maulkontrolle übrigens dann, wenn sich der Hund zum Beispiel einmal einen Holzsplitter einbeißt oder anders im Fang verletzt. Auch Zahnfehlstellungen oder Probleme beim Zahnwechsel werden so frühzeitig erkannt. Um den Welpen ans Zähneputzen zu gewöhnen, massiert man erst einmal ohne Bürste nur mit dem Finger das Zahnfleisch. Erst wenn er das Massieren akzeptiert, kann man es auch mit der Bürste versuchen. Wichtig ist, dass das Üben spielerisch und sanft erfolgt, damit der Hund keine Angst vor der Zahnhygiene bekommt.

Alternative zum Zähneputzen

Hunde, die das Zähneputzen nicht dulden, sollten viel kauen, denn der Speichel, der beim kauen gebildet wird, schützt Zähne und Zahnfleisch. Für Hunde, die zu schlechten Zähnen neigen gibt es ein Spezialfutter beim Tierarzt. Lassen Sie sich von Ihrem Haustierarzt beraten. Regelmäßige Zahnkontrollen sollten beim Hund genauso selbstverständlich sein wie beim Menschen.
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