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Weg mit der Unterwolle - ran ans Fell

Wenn die Tage länger werden, verlieren Hunde ihren wärmenden Winterpelz, die Unterwolle. Es lohnt sich, jetzt Zeit zu investieren. Nicht nur der Wohnung und der eigenen Kleidung zuliebe, sondern auch, weil damit die Wellness für Vierbeiner steigt
 
Weg mit der Unterwolle © animals-digital.de
Die Unterwolle ist oft so dicht, dass sie keine Luft mehr an die Haut lässt.

Runter mit der Wolle

Glücklich sind jetzt nur die Hundehalter, deren Tiere keine Unterwolle haben. Sie haben im Winter gelitten und mit ihnen die Vierbeiner, die keine wärmende Thermo-Unterwäsche durch die Jahreszeit begleitet hat. Sie zeigen jetzt keine deutlichen Fellveränderungen, denn das Deckhaar ist anderen Lebenszeiten unterworfen als die Unterwolle. Jedes einzelne Haar stirbt nach einer genetisch festgelegten Phase nach sechs bis acht Wochen ab und wird durch ein neues ersetzt. Die Winterkleidung aber, die megadicke Unterwolle, die die allermeisten Hunde, auch die kurzhaarigen, sicher vor Kälte geschützt hat, stirbt jetzt ab. Oft sind die ultradünnen, aber dichten Härchen nur millimeterkurz. Da macht es die Menge. Bis zu 20.000 dieser Härchen wachsen auf einem einzigen Quadratzentimeter bei nordischen Rassen wie dem Alaskan Malamute, dem Akita oder den Siberian Husky. Da kann schon mal ein Pfund, sogar ein Kilo zusammenkommen, wenn Sie die abgestorbenen Wollhaare entfernen. Aber auch der Goldie, der Langhaarschäferhund und die Spitze hüllen sich in Winterfell, das sie im Frühjahr loswerden müssen. Wirklich müssen. Denn die Unterwolle ist oft so dicht, dass sie keine Luft mehr an die Haut lässt. Gut bei Kälte, schlecht, wenn es wärmer wird. Zudem verbinden sich die toten Haare mit den nachwachsenden (spärlicheren) Sommerhaaren und dem Deckhaar und es droht Verfilzung. Ganz nebenbei ist ein Hund, der sich selbst von der Unterwolle befreit, kein appetitlicher Anblick, denn die toten Haare schieben sich in Platten durch das Deckhaar und verleihen dem Fell einen räudigen Look. Weil totes Haar von Bakterien besiedelt wird, die es zersetzen, muffeln die Hunde auch. Übrigens auch die kurz- und stockhaarigen Hunde, die mit wärmender Unterwolle gesegnet sind, wie Labrador oder die Sennenhunde und viele andere. 


Und so geht’s

Bei lang- und drahthaarigen Hunden bürsten Sie zunächst die Deckhaare gründlich durch. Das verhindert, dass sich die Unterwolle später darin verhakt. Auf welche Stellen es besonders ankommt, sehen Sie auf unserem Bild. Jetzt ist die Unterwolle dran. Empfehlenswert sind Drahtbürsten mit leicht gekrümmten Zinken. Bearbeiten Sie zuerst die dichtesten Stellen und leeren Sie die Bürste nach jedem Striegeln. Wenn Sie sehr gründlich vorgehen, kann bei den meisten Hunden während der nächsten vier Wochen einmal tägliches Bürsten genügen. Wer nicht die Geduld dazu hat, sollte morgens und abends eine Viertelstunde für die Unterwolle-Entfernung einplanen. Bei den Doppelfellhunden, kurzhaarigen, bei denen die Wollhaare genauso lang sind wie die Deckhaare, brauchen Sie eine Bürste mit längeren Zinken, weil Sie sonst nicht bis auf die Haut kommen. Nicht alle Hunde lassen sich das Bürsten anstandslos gefallen. Aber es muss sein, sonst drohen gesundheitliche Schäden. Sollte die Unterwolle schon verfilzt sein oder der Hund sich stark zur Wehr setzen, lassen Sie’s einen Profi machen, zum Beispiel in einem Hundesalon. Dort wird das tote Haar dann in einer Sitzung komplett entfernt, und Sie haben eine Woche Pause. Wann der Spuk vorbei ist? Meistens nach spätestens acht Wochen. Dann ist statt des dicken Pelzes nur noch eine Sommerflaumschicht oder am Bauch sogar die pure Haut zu sehen. 

 © Pixabay: Dorena


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