Kooikerhondje | PARTNER HUND Magazin

Kooikerhondje

Ursprünglich wurde der hübsche Vierbeiner für die Entenjagd verwendet. Hiervon leitet sich auch sein Name ab. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Verhalten, Charakter, Beschäftigungs- und Bewegungsbedürfnis, Erziehung und Pflege der Hunderasse Kooikerhondje.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wahrscheinlich brachten spanische Adelige die bunten Vierbeiner während ihrer Herrschaft mit in die Niederlande.

Kooikerhondje

Widerristhöhe: 35 bis 40 cm
Gewicht: 9 bis 11 Kilo
Alter: 14 bis 15 Jahre
Ursprungsland: Niederlande
Fell: mittellang, leicht gewellt oder glatt
früher: Entenjagd
 
  • Bewegungsdrang: hoch
  • Erziehungsaufwand: mittel
  • Pflegeaufwand: gering
  • Zeitaufwand: mittel
  • Klassifikation: FCI Gruppe 8: Apportierhunde, Sektion 2: Stöberhunde
     
Wahrscheinlich brachten spanische Adelige die bunten Vierbeiner während ihrer Herrschaft mit in die Niederlande. Bereits aus dem 17. Jahrhundert existieren viele Gemälde, die kleine spanielähnliche Hunde zeigen, die dem heutigen Kooikerhondje sehr ähneln. 

Eine der ältesten niederländischen Hunderassen

Ursprünglich wurde der hübsche Vierbeiner für die Entenjagd verwendet. Hiervon leitet sich auch sein Name ab: In den Tümpeln, Sümpfen, Flüssen und alten Deichbrüchen gibt es Fangvorrichtungen für Wasserwild, sogenannte „Entenkooien“. Sie bestehen aus einem Kooitümpel und sind von Kooigebüsch umgeben, das den Wasservögeln Brutplätze und im Winter Schutz bietet. Hier entwickelte das Kooikerhondje zusammen mit dem Jäger, dem „Kooibas“, eine ganz besondere Jagdform. Die Enten werden mit Käfigen und Fangröhren gefangen. Die Hunde spielen dabei die Rolle des „Lockvogels“. Das Kooikerhondje läuft in die Fangröhre, sodass vom Ufer aus nur noch die weiße Schwanzspitze zu sehen ist. Die neugierigen Enten erkennen meist nur das Hinterteil des Hundes, dem sie arglos in die dunkle Fangröhre folgen. Am Ende gelangt das Federvieh in einen Käfig, aus dem es der „Kooibas“ mühelos herausholen kann. Noch heute gibt es in den Niederlanden etwa 100 „Entenkooien“, in denen die Vögel jedoch hauptsächlich für wissenschaftliche Untersuchungen gefangen werden.

Im Haus war der aufmerksame Vierbeiner ein eifriger Maulwurf-, Mäuse- und Rattenfänger, der auch das Anwesen seiner Familie bewachte. Trotz dieser guten Eigenschaften wäre die Rasse fast ausgestorben, hätte sich nicht Baronesse van Hardenbroek van Ammerstol für den Erhalt eingesetzt. Sie gab fahrenden Händlern eine Haarlocke und die Abbildung eines Hundes mit, um weitere Tiere zu finden. Tatsächlich stöberte ein Händler einige auf, mit denen die Baronesse 1939 ihre Zucht aufbaute. Ihre Hündin „Tommie“ gilt als Stammmutter des heutigen Kooikers. 1971 wurde die Rasse vom Raad van Beheer, dem Dachverband in den Niederlanden, anerkannt. Die internationale Anerkennung durch die FCI erfolgte erst 1990.

Die Welpenzahlen steigen kontinuierlich

Eine zunehmende Popularität auch bei uns verwundert nicht, schließlich verbirgt sich hinter dem hübschen Äußeren ein äußerst charmanter und liebenswerter Kern. Auch die Größe dieses intelligenten Vogelhundes ist sehr ansprechend. Das bedeutet nicht, dass sich der holländische Spaniel pauschal für jeden eignet. Seinen Bedürfnissen muss Rechnung getragen werden, damit er sein typisches Wesen entfalten kann. So ist und bleibt das Kooikerhondje ein agiler und aufgeweckter Arbeitshund. Daher möchte er auch in der Familie gefordert werden. Er liebt abwechslungsreiche Abenteuerspaziergänge mit viel Spiel und Spaß. Auch für den Hunde­sport ist er zu begeistern. Bis ins hohe Alter verspielt, sprüht er förmlich vor Lebensfreude. Insgesamt braucht er sehr viel Bewegung und Abwechslung.

Nach wie vor zeigen die Kooiker einen gewissen Jagdtrieb, der bei entsprechender Erziehung allerdings gut unter Kontrolle zu bekommen ist. Natürlich spricht die Rasse auch begeistert auf jagdnahe Beschäftigung wie Fährtensuche, Apportieren oder Wasserarbeit an. Eine jagdliche Ausbildung ist ebenfalls möglich. Im Haus ist der Spaniel bei angemessener Auslastung ruhig und bescheiden, aber auch wachsam und mutig; allerdings schlägt er nur an, wenn es einen Grund dazu gibt. An seiner eigenen Familie hängt der Kooikerhund enorm.

Bei der Erziehung des sensiblen Vierbeiners ist viel Feingefühl gefragt. Harte, laute Worte und Druck verträgt er nicht. Trotzdem ist Konsequenz sehr wichtig, wodurch der Hund die natürliche Autorität des Halters erkennt. Außerdem ist eine gute Sozialisierung des anfangs eher schüchternen Kooikerhondjes unerlässlich. Achten Sie daher unbedingt auf eine optimale Kinderstube bei einem verantwortungsvollen Züchter. Die Pflege des hübschen Vierbeiners ist einfach, allerdings ist regelmäßiges Bürsten Pflicht, damit das Haarkleid nicht verfilzt. Wer also einen lustigen, sportlichen Begleithund im praktischen Format sucht und Zeit für dessen Beschäftigung hat, ist mit einem Kooikerhondje gut beraten.

MITGLIEDSVEREINE

Deutscher Club für Kooikerhondje e.V.
Monika Dassinger
(1. Vorsitzende und Geschäftsstelle)
Adam-Stegerwald-Str. 16
63811 Stockstadt / M.
Tel.: 06027 2801
Fax: 06027 400567
vorsitz1@kooikerhondje-ev.de
www.kooikerhondje-ev.de

Österreichischer Kynologenverband
Siegfried-Marcus-Straße 7
A-2362 Biedermannsdorf
Tel.: 0043-(0)2236-71 06 67
Fax: 0043-(0)2236-71 06 67-30
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www.oekv.at


Kooikerhondje Club Schweiz
Ursula Bührer Theiler
(Präsidentin)
Müntzbergstrasse 291
CH-5400 Baden
Tel.: 0041-(0)56221-67 10
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