Tipps zur Wahl der Hundeschule | PARTNER HUND Magazin

Tipps zur Wahl der Hundeschule

Für Hund und Halter sind die Zeiten in Deutschland kälter geworden. Ein gut erzogener Hund ist darum nicht nur ein angenehmer Begleiter, sondern er verbessert das Image des Hundes in der Öffentlichkeit.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
In Deutschland gibt es keinen staatlich anerkannten Ausbildungsweg für Hundeerzieher.

Auf die Ausbildung des Hundetrainers achten

Der Erziehungsmarkt boomt. Unzählige selbst ernannte Hundeexperten und flüchtig ausgebildete „Hundetrainer“ springen auf diesen Zug auf. Hundeschulen sprießen wie Pilze aus dem Boden und wollen am finanziellen Kuchen mitnaschen. Für den unerfahrenen Hundehalter ist es schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen, nicht auf die aufdringlichste Werbung oder auf schamlose Abzocke reinzufallen.

Augen auf bei der Auswahl der Hundeschule

In Deutschland gibt es keinen staatlich anerkannten Ausbildungsweg für Hundeerzieher. Eine Hundeschule kann jeder aufmachen. Auch Titel und Berufsbezeichnungen sind nicht staatlich verliehen und geprüft, sondern selbst angeheftet. Um eine gute und seriöse Hundeschule zu finden, ist es wichtig, auf folgende Kriterien zu achten:
  • Der Hundeführer selbst sollte ein gutes Gefühl haben. Er sollte verstanden werden und verstehen, was er erklärt bekommt. Er sollte nicht mit militärischem Drill oder mit Macho-Gehabe eingeschüchtert werden. Er sollte ohne Angst seine Fragen stellen können und diese zu seiner Zufriedenheit beantwortet bekommen.
  • Die Hundeschule sollte die Möglichkeit bieten, zunächst einmal beim Training zusehen zu dürfen, oder sie sollte zum Probetraining einladen.
  • Der/die Ausbilder/in sollte bereitwillig Auskunft über die eigene Qualifikation und Erfahrung geben (eine alte Tradition ist keine Garantie dafür, dass verhaltenskundig und nach neuesten Erkenntnissen gearbeitet wird).
  • Die Hundegruppen sollten nicht zu groß sein. Das Training sollte nicht ausschließlich auf dem Hunde-Platz stattfinden, sondern praxisbezogen auch in der Öffentlichkeit. Der Trainingsablauf sollte nicht langweilig gestaltet sein. Der Unterricht sollte so aufgebaut sein, dass die Hunde viel Pausen zum Entspannen und Spielen haben. Auch ein theoretischer Unterricht oder Seminare sollten angeboten werden.
  • Zum Training sollten Hunde aller Rassen, Mischlinge und Kleinhunde angenommen werden. Ein Rasse- oder Großhundfetischismus ist unangebracht.
  • Problemhunde sollten gesondert geschult werden; hier muss der Hundetrainer auch einen Hausbesuch einbeziehen und er sollte dem Besitzer alle Maßnahmen genau erklären.
  • Hunde, die häufig Beschwichtigungssignale zeigen oder gar mit angelegten Ohren, eingezogener Rute und in tiefer Körperhaltung herumschleichen, sind mit Sicherheit am falschen Platz. An Hilfsmitteln sollten keine schmerzbereitenden Halsbänder, bei Fuß-Trainer oder E-Geräte eingesetzt werden. Werden Hilfsmittel beim Training verwendet, die dem Besitzer des Hundes nicht behagen, sollte er protestieren und weitere Trainerstunden absagen.
  • Rassespezifische Besonderheiten der Hunde und die Fähigkeiten des Halters müssen erkannt und die Individualität des Mensch-Hund-Teams muss berücksichtigt werden.
  • Welpenspielstunden müssen ohne Stress für die Kleinen durchgeführt werden: z.B. keine gravierenden Altersunterschiede; keine mobbenden, zu heftigen Hunde dazunehmen; die Gruppen überschaubar halten; kein Lern-Zwang; kein Erschrecken; unterschiedliche Rassen mischen; ab und zu sollten gut sozialisierte erwachsene Hunde hinzugezogen werden; es sollte nur eingegriffen werden, wenn es brenzlig wird. Hun-deschulen, wo der Hund abgegeben und nach zwei Wochen „perfekt erzogen“ wieder abgeholt wird, sollte man komplett vergessen! Die Hundeschule ist immer auch eine Schule für den Hundeführer, der dort vieles vom Wolf im Hundepelz lernen kann: dessen Reaktionen, dessen Körpersprache, dessen Lernverhalten. Dann kann sich der Mensch auf hündische Art mit seinem Tier verständigen, denn Verständnis ist die Basis für Gehorsam. Das absolut sicherste Prädikat für eine gute Hundeschule aber ist die Vorfreude, mit der Hund und Mensch hingehen.
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