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Krankheitsbild Canine Parvovirose

Die Canine Parvovirose gehört zu den gefährlichsten Virusinfektionskrankheiten für den Hund. Vor allem Welpen sind sehr gefährdet.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Vor allem Welpen sind sehr gefährdet an Canine Parvovirose zu erkranken.

Definition

Unter der Parvovirose, die durch das canine Parvovirus (CVP 2) hervorgerufen wird, ist eine akute Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder entzündliche Erkrankung des Dünndarms (Enteritis) zu verstehen. Das kleine Virus ist sehr widerstandsfähig. So hält es sich in Räumen mit Zimmertemperatur monate-, vielleicht sogar jahrelang.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Der Erreger wird über den Mund aufgenommen. Es vermehrt sich anschließend in schnell sich teilenden Zellen. Ist der Hund weniger als drei Monate alt, so findet diese Teilung im Herzen statt. Bei Hunden über drei Monaten ist die Lokalisation im Darm. Durch die geschädigte Darmwand können Toxine und Bakterien in den Kreislauf eindringen, die eine Sepsis verursachen können.

Klinisches Bild - Symptome

Die bei Welpen unter drei bis vier Monaten resultierende Herzmuskelentzündung läuft rasch ab und führt binnen weniger Stunden bis Tage zum Tod. Die Symptome sind die eines akuten Herzversagens mit Lungenödem (Eindringen von Blutflüssigkeit in das Lungengewebe): Atemnot, röchelnde Atemgeräusche, Blaufärbung der Schleimhäute und Fieber. Ältere Hunde bekommen Fieber und heftige flüssige Durchfälle, die bald blutig werden. Aufgrund des Wasserverlustes kann sich das Gewicht um bis zu 15 Prozent verringern.

Prognose

Die Prognose bei einer Myokarditis ist sehr ungünstig. Die bei einer Enteritis unter Therapie etwas besser (dennoch viele Tote). Probleme können aber immer noch aufgrund einer zu starken Dehydratation auftreten.

Prophylaxe

Ältere Hunde kann man am besten durch eine Impfung schützen. Bei Welpen ist die Sache insofern komplizierter, als dass sie (soweit die Mutter geimpft war) zunächst zwar durch die mütterlichen Antikörper geschützt sind, diese aber rasch unter den schützenden Pegel absinken. Meist schon in der fünften Lebenswoche. So früh zu impfen ist aber nicht sinnvoll, denn die verbleibenden mütterlichen Antikörper behandeln das abgeschwächte Impfvirus als Infektion und inaktivieren es. Gegen eine echte Infektion reichen sie aber nicht aus, weshalb man von einer „immunologischen Lücke“ spricht.
 
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