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Krankheitsbild Diabetes mellitus

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine der häufigsten Hormon- und Stoffwechselstörung bei unseren Vierbeinern.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Mit ein wenig Konsequenz und einem regelmäßigem Tagesablauf kann ein zuckerkranker Hund ein gutes und langes Leben führen.

Definition

Unter dem Diabetes mellitus ist ein absoluter oder relativer Insulinmangel zu verstehen, der primär Auswirkungen auf en Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel hat.

Die Funktion des Insulins

Insulin ist ein Hormon, das von bestimmten Zellen in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Nach jeder Mahlzeit schütte die Bauchspeicheldrüse Insulin aus, das dafür sorgt, dass der Zucker aus der Nahrung in die Körperzellen gelangt, wo er als lebenswichtiger Energielieferant benötigt wird. Die Funktion des Insulins ähnelt dabei der eines Schlüssels. Denn es öffnet bestimmte Zellporen für die Zuckermoleküle, die ohne Insulin geschlossen sind.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Bei einem absoluten Insulinmangel produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Insulin. Ursache hierfür können erbliche Veranlagung, Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, ein Cushing-Syndrom oder Schilddrüsenunterfunktion  sein. Außerdem können Störungen des Sexualhormonhaushalts bei unkastrierten Hündinnen sowie bestimmte Medikamente Diabetes mellitus auslösen. Von einem relativen Insulinmangel wird gesprochen, wenn die Bauchspeicheldrüse genügend Insulin produziert, die Zellen aber nicht  mehr auf das Hormon reagieren. Ein Insulinmangel hat zwei direkte Auswirkungen: 1. Die Körperzellen erhalten nicht genügend Treibstoff in Form von Zucker. Und 2. Im Blut sammelt sich eine große Menge Zucker an.

Klinisches Bild - Symptome

Der erhöhte Blutzucker schädigt  vor allem die Arterien, und es kommt zu Durchblutungsstörungen in verschiedenen Organen und Körperregionen. Folgen dieser Durchblutungsstörungen können beispielsweise eine Erblindung durch einen grauen Star oder schlecht heilende Wunden sein. Darüber hinaus führt der erhöhte Blutzuckerspiegel dazu, dass die Nieren erheblich mehr Urin produzieren und ausscheiden. Das ist die Ursache für die zwei Hauptsymptome eines Diabetes mellitus: ständiger Durst und große Harnmengen.
Ein weiteres wichtiges Alarmzeichen ist, wenn der Hund großen Appetit hat und mehr frisst als zuvor, aber trotzdem abnimmt, weil seine Körperzellen keinen Zucker mehr aufnehmen können. Dies hat wiederum weitere Folgen. Nerven, Organe und Muskulatur verlieren ihre Leistungsfähigkeit. Da der Körper auf andere Energiequellen zurückgreifen möchte, z.B. das Fett, kann es aber zu weiteren Problemen kommen. Unter Umständen bilden sich bei der Fettverbrennung sogar Giftstoffe, die so genannten Ketone, die zu einem lebensbedrohlichen Zustand, der diabetischen Ketoazidose, mit Bewusstseinsstörungen, bis hin zum Koma, Erbrechen und Austrocknung führen können.

Prognose

Bei einer Hündin kann eine Kastration dem Spuk ein Ende bereiten, denn hier wird Diabetes mellitus häufig vom Überschuss des Sexualhormons Progesteron ausgelöst. In der Regel jedoch ist die Zuckerkrankheit nicht heilbar und muss ein Leben lang behandelt werden.

Der Alltag mit einem zuckerkranken Hund

Mit ein wenig Konsequenz und einem regelmäßigem Tagesablauf kann ein zuckerkranker Hund ein gutes und langes Leben führen. Von zentraler Bedeutung ist das regelmäßige Spritzen von Insulin. Während den ersten Wochen nach der Diagnose sollte der Blutzucker des Hundes mehrmals täglich kontrolliert werden. Prinizipiell sollte ein zuckerkranker Hund ein sehr regelmäßiges Leben führen. Große Anstrengungen sollten genauso vermieden werden wie Mahlzeiten außer der Reihe. Denn sie können eine Unterzuckerung bzw. einen Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge haben.
 
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