Hunde-Senioren im Check | PARTNER HUND Magazin

Hunde-Senioren im Check

Hunde scheren sich nicht ums Älterwerden. Das Jammern über den Verlust von jugendlicher Schönheit und Leistungsfähigkeit ist eine menschliche Eigenschaft.
 
Hunde-Senioren im Check © animals-digital.de
Hunde scheren sich nicht ums Älterwerden.

Erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten

Das Einzige, was dem Hundesenior wirklich zu schaffen macht, ist, dass er anfälliger für Krankheiten oder von Leiden geplagt ist. Leider sind Krankheitsverläufe beim Senior schwerer und langwieriger, denn alle Organe und das Immunsystem reagieren langsamer auf die krankheitsbedingten Veränderungen. Darüber hinaus leidet der vierpfotige Rentner meist unter verschiedenen Krankheiten gleichzeitig. Und nicht zuletzt: Die Heilungschancen sind im Alter schlechter.

Früherkennung für einen schönen Lebensabend

Tatsächlich sind viele typische Alterskrankheiten, wie Arthrosen an Gelenken und Wirbelsäule sowie Probleme mit dem Herzen nicht mehr rückgängig zu machen. Trotzdem kann man in den meisten Fällen sogar viel tun, um dem chronisch kranken Hund einen schönen Lebensabend zu bieten.
Allerdings: Nur Leiden, die entdeckt werden, können auch behandelt werden. Oder: Vor jeder Therapie steht die Diagnose. Und: Je eher eine Krankheit erkannt wird, desto erfolgreicher die Therapie. Gerade bei chronischen Erkrankungen trifft diese Faustregel zu. Denn die Behandlung soll hier das Fortschreiten der Krankheit aufhalten. Im Idealfall gelingt dies, bevor der Hund schwere Symptome hat.

Senioren-Check für Lebensqualität

Der sicherste Weg, chronischen Altersleiden frühzeitig auf die Schliche zu kommen, sind regelmäßige Gesundheitschecks beim Tierarzt. Mittlerweile bieten Tierärzte Untersuchungsprogramme speziell für ältere Hunde an. Bei diesen Seniorenchecks wird nicht nur eine gründliche Allgemeinuntersuchung durchgeführt, sondern ganz gezielt nach Hinweisen für typische Altersleiden gesucht.
Zu einem klassischen Senioren-Check gehören neben einer gründlichen Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und einer sorgfältigen klinischen Untersuchung die Laboruntersuchungen des Blutes und des Harns.

Prüfung auf Herz und Nieren

Bei der klinischen Untersuchung sieht sich der Tierarzt den Hund in Ruhe und Bewegung an. Besondere Aufmerksamkeit widmet er Augen, Ohren und den Körperöffnungen. Ältere Hunde leiden häufig unter Zahnproblemen, die nicht selten weitere Gesundheitsschäden zur Folge haben. Daher wird auch die Maulhöhle eingehend betrachtet. Beim Abtasten des Hundes spürt der Tierarzt Schwellungen, Verhärtungen oder schmerzhafte Stellen. Darüber hinaus beurteilt er den Zustand von Haut und Fell. Das Herz und das Kreislaufsystem müssen eingehen untersucht werden. Wenn das Abhören des Herzens oder Symptome wie Husten und nächtliche Unruhe Hinweise auf eine Herzerkrankung geben, sind Spezialuntersuchungen wie Röntgen, Ultraschall und EKG empfehlenswert. Denn mit rechtzeitiger medikamentöser Behandlung kann man den Prozess des schleichenden Herzversagens deutlich verlangsamen. Gerade beim Atmungsapparat ist eine normale altersbedingte Einschränkung der Funktion von einem krankhaften Geschehen oft schwer abzugrenzen. Zusätzliche Untersuchungen, wie Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, können nötig werden.

Blutbild zeigt versteckte Krankheiten

Schließlich sollen die Blut- und Harnuntersuchung das Bild vom Gesundheitszustand des Seniors ergänzen. Blutbild, Blutwerte von Nieren und Leber sind unverzichtbarer Standard. Diese Parameter geben darüber Aufschluss, ob das Tier unter subklinischen Erkrankungen leidet. Subklinisch bedeutet, dass die Krankheit noch keine von außen sichtbaren Symptome verursacht hat. So führt beispielsweise eine Nierenerkrankung erst zu Symptomen wie großem Durst, wenn bereits über 50% des Nierengewebes zerstört sind. Auch durch die Harnuntersuchung gewinnt der Tierarzt wichtige Erkenntnisse über den Zustand der Nieren.
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