Der ängstliche Hund | PARTNER HUND Magazin

Der ängstliche Hund

Es ist natürlich, dass Ihr Hund vorsichtig ist. Doch wenn er ständig flucht- oder abwehrbereit ist, müssen Sie etwas dagegen unternehmen.
 
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Wie können wir Menschen unserem Hund in dieser schweren Lebenslage helfen?

Die Urängste

Hätten Tiere in der Wildnis keine Angst, dann hätten sie keine wirkliche Überlebenschance: Vorsicht heißt die Mutter der "Man-frisst-sich-Gesellschaft". Auch Hunde tragen sowohl genetische als auch erworbene Ängste mit sich. Zu den Urängsten zählt die Angst vor großen, aufrecht gehenden Lebewesen (Bär!), vor dem Verlassen-Sein, Ängste vor Schüssen, Gewitter oder zischenden Geräuschen, vor engen und dunklen Räumen oder Schatten. Solche Urängste können schon durch gute Erfahrung verschwinden.

Erworbene Ängste

Bei erworbenen Ängsten handelt es sich um Erfahrungen, die Hunde gemacht haben. Da wurde es Waldi bei seiner ersten Autofahrt grausam schlecht, und dann ging’s auch noch zum Tierarzt. Seitdem sieht er im Auto ein Übel. Aber auch Erziehungsmethoden, die Schmerzen bereiten, können Urängste wecken.

Wie können wir Menschen unserem Hund in dieser schweren Lebenslage helfen?

Wir sollten ihn keinesfalls „trösten“ oder ihm „gut zuzureden“. Der Hund könnte lernen: „Wenn ich Angst zeige, bekomme ich positive Zuwendung.“ So wäre Trost nur ein Verstärker der Angst Gudrun Feltmann v. Schroeder, die häufig mit angstbesetzten Hunden umgeht, rät, den ängstlichen sowie den aggressiven Hund zunächst zur Ruhe zu bringen, damit er sieht, dass da jemand ist, dem man vertrauen kann. Sie hält den Hund ganz ruhig an der Leine, spricht nicht, schimpft nicht, bewegt sich nicht. Sie tut gar nichts. Sie wartet, bis er sich beruhigt und wieder ansprechbar wird. Dann kontrolliert sie mit einem Spielzeug oder mit einem kleinen Auftrag, ob der Hund wieder bereit ist, mit ihr in sozialen Kontakt zu treten.

Der Umgang mit Nervenbündeln

Bei Berühungsängsten hilft es, den Hund langsam von der Nasenspitze bis zu den Hinterpfoten abzustreichen (Tellington-Touch) und dabei monoton oder gar nicht zu sprechen. Die norwegische Hundetrainerin Turid Rugaas empfiehlt, scheuen Hunden in ihrer eigenen Sprache, mit den „Calming Signals“, wie Kopf wegdrehen, Blick abwenden, sich klein machen, gähnen, zu begegnen und sich keinesfalls nach vorne über sie zu beugen.
Für welche Methode Sie sich auch entscheiden: Nur mit Geduld, Einfühlungsvermögen und Verhaltenskenntnissen gelingt es, Ängste zu besiegen oder umzuleiten.

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