Haftpflichtversicherung für Hunde | PARTNER HUND Magazin

Haftpflichtversicherung für Hunde

In einigen Bundesländern sind Haftpflichtversicherungen für Hunde bereits Pflicht. Auch wer sich frei entscheiden kann, sollte lieber kein Risiko eingehen, denn ob Sach-, Personen- oder Vermögensschäden - die Haftpflicht zahlt, wann immer sich Ihr Hund daneben benimmt.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wie wählt man die richtige Versicherung aus?

Verzicht kann teuer werden

Wer glaubt, dass eine Haftpflichtversicherung für seinen Vierbeiner rausgeschmissenes Geld ist, kann schnell eines besseren belehrt werden. Stellen Sie sich vor: Ihr Hund sieht auf der anderen Straßenseite eine Katze, sprintet los. Ein Autofahrer kann nicht mehr bremsen, weicht aus und knallt in ein entgegenkommendes Fahrzeug. Zwei kaputte Autos, zwei verletzte Fahrer – den Schaden, die Kosten für Arzt, Krankenhaus und Pflege sowie das Schmerzensgeld zahlen Sie, denn Ihr Tier hat den Unfall verursacht.

Zusätzlich können schnell immense Kosten für Einkommensverluste, Schmerzensgeld und eine lebenslange Rente stehen. Das ist kein Horrorszenario, sondern Gesetz (Paragraph 823 und 833 BGB). Eine Vielzahl von tierischen Fällen vor Gericht zeigt die Brisanz des Themas Tierhalterhaftpflicht . Auch wenn eine Haftpflichtversicherung in Ihrem Bundesland nicht vorgeschrieben ist: Sind Sie häufig mit Ihrem Vierbeiner unterwegs, ist sie auf jeden Fall sinnvoll.

Wie wählt man die richtige Versicherung aus?

Wie bei allen Versicherungen gibt es auch hier zahlreiche Anbieter. Einen passenden zu finden, ist nicht schwer, weiß Tobias Klingelhöfer, Rechtsexperte bei der ARAG SE: „Im Gegensatz zu anderen Versicherungen, deren Bedingungen sehr unterschiedlich sein können, sind die Konditionen bei Haftpflichtversicherungen recht ähnlich.“ Man kann also durchaus preisbewusst wählen. Eine günstige Hundehaftpflichtversicherung kostet etwa 70 Euro pro Jahr ohne Selbstbeteiligung. Achtgeben sollten Tierhalter hingegen auf die Deckungssummen der Policen. Hier existieren bei den Angeboten oft deutliche Unterschiede. Klingelhöfer weiter: „Gerade für Personenschäden raten wir dazu, im Zweifel immer eine hohe Deckung zu wählen, zumal die Beiträge für solche Policen kaum teurer ausfallen.“

Darauf sollten Sie achten

Neben dem Preis sollten Sie darauf achten, dass folgende Punkte erfüllt sind:
  • Der Anbieter sollte Erfahrung mit Tierhalterhaftpflichtversicherungen haben.
  • Besteht in der Stadt, in der Sie leben, Leinenpflicht für Hunde und enthalten Ihre Versicherungsbedingungen einen entsprechenden Passus, wird die Assekuranz im Schadenfall nur dann zahlen, wenn Ihr Hund angeleint war.
  • Der Versicherungsschutz beim ungewollten Deckakt – d. h. wenn ohne die Zustimmung des Halters einer Hündin Nachwuchs im Anmarsch ist – ist in die Hundehaftpflicht integriert. Als Halter eines männlichen Hundes sind Sie damit auf der sicheren Seite: Ihre Versicherung zahlt in aller Regel für Tierarztbesuche und die Aufzucht der Welpen, falls gewünscht, auch für eine Abtreibung.
  • Die Versicherung sollte auch einspringen, wenn nicht Sie als Halter, sondern Freunde oder Bekannte auf Ihren Hund aufpassen (Hundehüterisiko).
  • Wohnen Sie in einer Mietwohnung mit hochwertigem Inventar, sollten die Schäden, die der Hund hier verursachen kann, mitversichert sein (Mietsachschäden).
  • In Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg sind Haftpflichtversicherungen für Hunde vorgeschrieben (Stand 2014).
 
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