Welpe oder Erwachsener: Welcher Hund soll es sein? | PARTNER HUND Magazin

Welpe oder Erwachsener: Welcher Hund soll es sein?

Wenn die Entscheidung gefallen ist, sich einen Hund anzuschaffen, stellt sich die Frage, ob es ein Welpe oder ein erwachsenes Tier sein soll.
 
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wollen Sie einen Welpen oder einen erwachsenen Hund?

Für viele Kinder ist es ein großer Traum, einmal einen eigenen Hund zu besitzen. Für sie ist das Tier ein Freund, der immer da ist, mit dem sie spielen und knuddeln können und der sie nie im Stich lässt. Allerdings bedeutet die Anschaffung eines Hundes eine große Verantwortung für die ganze Familie und sollte somit gut durchdacht werden.  Die wichtigste Frage, die sich eine Familie bei der Entscheidung, ob sie sich einen Hund anschaffen soll, stellen muss, ist: Sind alle Familienmitglieder mit dem Haustier einverstanden? Wenn auch nur ein Mitglied der Familie dagegen ist, sollte das Tier nicht angeschafft oder bei der Planung darauf geachtet werden, dass die betroffene Person bei der Versorgung des Hundes nicht mit einbezogen wird. Die Meinung, dass sich ein Kind oder gar das Elternteil, das sich nicht für Tiere interessiert, schon an den Vierbeiner gewöhnen wird, ist falsch. In wenigen Fällen passiert dies zwar, eine richtige Bindung oder gar ein Verantwortungsbewusstsein wird aber eher nicht aufgebaut.

Außerdem muss auf jeden im Haushalt, der einen Hund haben möchte, Verlass sein, damit das neue Familienmitglied immer ausreichend versorgt wird. Falls der Hauptverantwortliche für den Hund einmal krank oder unterwegs ist, ist es wichtig, dass er sich auf die restlichen Familienmitglieder verlassen kann, damit diese sich um den Vierbeiner kümmern. Eine weitere wichtige Frage ist bei Familien in Mietwohnungen, ob ein Haustier überhaupt in der Wohnung erlaubt ist. Im Mietvertrag ist dies in der Regel angegeben. Dennoch der Vermieter in jedem Fall um Erlaubnis gebeten werden. Wenn in dem Vertrag nur allgemein die Tierhaltung erlaubt wird, ist laut inselhunde.de ein schriftlicher Nachtrag, in dem explizit die Hundehaltung geregelt wird, zu empfehlen.

Es fallen laufende Kosten an

Ein Hund kostet Geld. Egal, ob sich eine Familie für einen Welpen oder einen erwachsener Hund entscheidet, beide müssen zu Anfang mit dem wichtigsten ausgestattet werden - Futter- und Trinknäpfe, einem Körbchen und eventuell einer Decke, Halsband und Leine, sowie Spielzeug und Futter. Die laufenden Kosten beschränken sich auf das Futter, Versicherungen und Steuern, sowie Tierarztrechnungen, beispielsweise für die regelmäßige Wurmkuren und Impfungen. Sollte das Tier einmal krank sein oder gar eine OP benötigen, können die Kosten schnell auf einige Hundert bis Tausend Euro steigen - viele Hundebesitzer haben aus diesem Grund eine OP-Versicherung, damit sie ihrem Hund die Behandlung in jedem Fall bezahlen können.  Neben dem finanziellen Faktor, muss aber auch der Zeitaufwand bedacht werden. Ein Hund ist kein Spielzeug, das bei Bedarf zur Verfügung steht, sondern benötigt jeden Tag Aufmerksamkeit und Pflege. Mindestens drei Mal am Tag sollte der Hund eine halbe Stunde Bewegung beim Gassi gehen bekommen, was jedoch je nach Größe, Alter und Rasse variiert und schnell mehr werden kann. Wenn der Hund zudem nur in der Wohnung gehalten wird und keinen Garten für einen kleinen Auslauf zur Verfügung hat, sind regelmäßige, ausgedehnte Spaziergänge umso wichtiger.

Zu dieser Zeit kommt noch die Spielzeit: Das Tier will nicht nur körperlich, sondern auch geistig beschäftigt werden. Hunde die nicht genug zu tun haben, langweilen sich schnell, was das Risiko von Unarten wie das Anknabbern von Möbelstücken und Schuhen, dauerhaftes Bellen oder Ähnliches enorm erhöht. Apportieren und Suchspiele sind daher sehr zu empfehlen, sowie auch der Besuch in einer Hundeschule oder einem Hundesportverein. Vor allem für die Sozialisation ist der Besuch solcher Einrichtungen wichtig, damit der Vierbeiner Kontakt zu Artgenossen erhält. Außerdem sollte ein Hund aus diesem Grund nicht allzu lange allein gelassen werden. Gerade ein Welpe sollte in den ersten Wochen gar nicht allein gelassen und dann erst langsam daran gewöhnt werden, damit er das Vertrauen entwickeln kann, dass seine Familie wieder nach Hause kommt.

Es gibt Vor- und Nachteile

Steht fest, dass ein Hund einziehen soll, stellt sich die Frage, ob es ein Welpe oder ein schon erwachsenes Tier sein soll - da sich die meisten Familien einen Welpen wünschen, sind nachfolgend die Vor- und Nachteile aufgeführt, teilweise im Vergleich mit einem erwachsenen Hund. Beim Kauf selbst sollte zudem auf einige Kriterien geachtet werden, wie die Haltung der Tiere oder wie der Züchter mit ihnen umgeht - auf hundeerziehung-online.com findet sich eine Übersicht der zu beachtenden Aspekte. Ein Welpe kann noch komplett geprägt werden. Er hat höchstwahrscheinlich noch keine traumatischen Erfahrungen hinter sich, wie es bei ältere Hunde aus dem Tierheim oder dem Tierschutz möglich ist. Dies bedeutet, dass die Familie dem Hund von Anfang ein schönes und entspanntes Zusammenleben mit der Familie beibringen kann. Im besten Fall begleitet der Welpe die Familie außerdem vom Beginn seines Lebens bis zu dessen Ende – Hunde können je nach Rasse zwischen zehn und fünfzehn Jahren alt werden. Kinder können mit den Tieren gemeinsam aufwachsen, die Familie wird merken, wie sie das Tier, dieses aber auch sie prägt. Die gesamte Entwicklung des Vierbeiners kann von Anfang an miterlebt und vor allem auch gestaltet werden. Ohne eine konsequente Erziehung lernt er schließlich nicht die richtigen Umgangsformen im Zusammenleben mit den Menschen. Der Welpe kann bei guter Erziehung zu einem guten und verlässlichen Begleiter ausgebildet werden, der die Familie immer begleiten kann. Selbst in ein Café oder Restaurant kann das Tier mit, wenn es sich entsprechend verhält; Tipps zum Antrainieren der richtigen Verhaltensweise gibt zooroyal.de . Bei einem älteren Hund ist dies zwar auch möglich - das Abtrainieren von Fehlverhalten, das durch eine falsche Erziehung entsteht, ist aber schwieriger, als dies dem Hund erst gar nicht beizubringen. 

Ein Welpe muss alles lernen

Ein Hund aus dem Tierheim, der schon einige Jahre alt ist, hat im besten Fall schon Erziehung erfahren. Das bedeutet, dass er die grundlegenden Kommandos wie Sitz, Platz und Aus kennt. Außerdem ist er an Leine und Halsband oder Geschirr gewöhnt und wehrt sich nicht dagegen. Ein Welpe muss dies alles erst noch lernen. Vor allem die Leinenführigkeit ist ein Punkt, der viel Geduld und Disziplin erfordert, damit das Tier nicht zu stark zieht, sondern gelassen neben seinen Menschen herläuft. Eine bezahlte Hundeschule ist empfehlenswert, damit keine groben Fehler in der Erziehung gemacht werden. Ein weiterer "Negativpunkt" bei Welpen ist die fehlende Stubenreinheit. Ein Hund macht zwar generell nicht dort sein Häufchen, wo er auch schläft - dies bedeutet bei Welpen aber erst einmal nur, dass sie sich nicht auf ihrer Decke oder ihrem Körbchen erleichtern. Bei einem Züchter, der Wert auf frühe Erziehung legt, lernen die Vierbeiner, ihr Geschäft auf einer Zeitung zu verrichten - dies bedeutet für die neue Familie zumindest, dass der Hund im Zweifelsfall eher die Zeitung als den Teppichboden beschmutzt. In den ersten Wochen muss der Hund alle zwei Stunde, teilweise noch öfter, nach draußen gebracht werden, damit er lernt, dass die Wohnung sein gesamter Schlafplatz ist und er deswegen sein Geschäft nicht in dieser verrichtet. Je nach Charakter des Hunds lernt er dies schneller oder langsamer - nicht nur der Charakter ist bei Welpen allerdings unbekannt. Auch die Größe ist oft nicht genau festzustellen, besonders dann wenn es ein Mischling ist und nicht alle Rassen, die in ihm vermischt sein könnten, bekannt sind.

Wer daher in jedem Fall ein kleines Tier haben möchte, sollte sich entweder einen kleinen Rassewelpen kaufen oder schon eben einen ausgewachsenen Vierbeiner.Bei Welpen bildet sich der Charakter erst noch heraus. Es gibt Hunde bestimmter Rassen, die beispielsweise einen Jagdtrieb entwickeln können. Andere brauchen ständige Beschäftigung, wieder andere sind zufrieden damit, auch einfach nur mal herumzuliegen und zu dösen - kein Züchter kann der Familie genau sagen, welche Charaktereigenschaften bei einem bestimmten Welpen dominieren werden. Die
Hundetrainerin Juliane Lange erklärt aus diesem Grund einen Welpentest, bei dem zumindest die Tendenz des Charakters bei Welpen herausgefunden werden kann. Alle Punkte können zwar bei einem Züchter oft nicht in ausreichender Form überprüft werden, aber zumindest die für die Familie wichtigsten Eigenschaften sollten diesem Test vor dem Kauf unterzogen werden.

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