Förster

Als Waldhüter mit Hut und Hund ist er unermüdlich für die Natur im Einsatz, dabei kerngesund und glücklich... So stellt man sich eine Förster vor, und ganz verkehrt ist das auch nicht, nur dass man sich heute zum Hut und Hund noch Notebook und Geländewagen, Funktelefon und Motorsäge dazudenken muss. Und gelegentlich auch harte körperliche Arbeit, die den Beruf für Frauen schon weniger attraktiv  macht.
 
© Rainer Sturm/pixelio.de

Nicht nur Wald-Idylle

Eine Forsthaus-Falkenau-Idylle pur gibt's nur für wenige. Die meisten Forstingenieure müssen sich neben ihrem Einsatz im Revier wie andere Arbeitnehmer mit Chefs, Bürokratie und Schreibtischarbeit auseinander setzen. Vor der Wald-Romantik liegt überdies ein umfangreiches Studium und ein schwieriges Auswahlverfahren, um eine der seltenen freien Stellen in einem Forstamt zu bekommen. Schon einen Studienplatz zu kriegen ist nicht einfach. An der Fachhochschule Weihenstephan kommen auf 126 Studienplätze 328 Bewerber.

Selbstständiger Förster

Neben dem Staatsdienst gibt es für Forstingenieure auch die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen, Privatwald zu betreuen, sowohl jagdlich als auch forstwirtschaftlich, mit allem, was dazugehört, vom Einschlag bis hin zum Holzexport in ferne Länder. ein solcher Pionier als selbstständiger Förster ist Michael Sommer (33) aus Wenden im Sauerland. Innerhalb von vier Jahren konnte sich seine Firma so gut etablieren, dass sein "Forstkotnor Sommer" inzwischen heimisches Fichtenholz bis nach Dubai und China liefert und er einen zweiten Forstingenieur sowie weitere Mitarbeiter einstellen wird. Die Forstämter können nur wenigen Forstingenieuren nach dem Studium eine Lebensstellung bieten. Privatwälder wiederum sind häufig nicht groß geneug, dass es sich für den Besitzer lohnen würde, einen eigenen Förster dafür in Festanstellung zu nehmen. Viele junge Forstingenieure müssen sich daher neu orientieren und entweder in artverwandte Tätigkeitsfelder auszuweichen oder versuchen, sich als Unternehmer zu behaupten. Als Auftraggeber kommen zunächst die kleineren Waldbesitzer in Frage, wobei hier das Angebot erst die Nachfrage schafft. Das heißt: Wenn es die Möglichkeit gibt,die forstwirtschaftliche Betreuung des Waldes auch einem Unternehmer in Auftrag zu geben, werden dies mehr Waldabesitzer nutzen, die ansonsten ihrern Wald selbst oder vom Forstamt bewirtschaften lassen würden. Es kostet sie nur mehr, aber wer das Holz clever vermarkten kann, holt diese Kosten und mehr wieder herein. Das Forstkotnor Sommer verlangt pro Jahr und Hektar entweder eine Pauschale zwischen 35 und 60 Euro oder  einen geringeren Sockelbetrag plus Gewinnbeteiligung. Das ist viel mehr als das, was das Forstamt verlangt und tortzdem läuft der Laden.

"Berufsaussichten hochinteressant"

So sieht Michael Sommer, die Berufsaussichten für Mensche, die als selbstständige Forstingenieure wirklich erfolgreich sein wollen, als "sicherlich hochinteressant" an. Er rät Einsteigern dazu, sich vor der Gründung eines eigenen Unternehmens ausführlich beraten zu lassen und betriebswirtschaftlich kundig zu machen. "Die größten Schwierigkeiten für einen Neuling in der Branche sind mangenlnde Erfahrungen im Unternehmertum, fehlende Kontakte, Probleme, die eigene Marktposition zu erkennen und zu finden. Wer dann nicht davon überzeut ist, es zu schaffen, oder wer eigentlich lieber einen Chef hätte, sollte es besser gleich bleiben lassen." Wer noch nicht weiß, ob ihm Förster als Beruf zusagt, sollte unbedingt so viele Praktika machen wie möglich.

Ohne Jagdhund keine Aufträge

Ein Hund gehört selbstredend dazu, allein deshalb, weil Waldbestizer, die ihren Wald von einem privaten Förster bewirtschaften lassen, das Revier auch jahrelang versorgt sehen wollen und vertraglich auch das Führen eines Jagdhunds verlangen. An der Jagd, so scheint es, fürht kein Weg vorbei. Den Jagdschein kann ein Student schon an der Uni machen. Wie man aber einen solchen ausbildet, lernt man nur vor Ort von den Fachleuten, Züchtern und Jägern, wobei es auch hier Spezialisierung gibt. Der achtjährige "Anton" von Michael Sommer ist eine Alpenländische Dachsbracke. Er hat ihm selbst zum Schweißhund ausgebildet, und das bedeutet, dass Herr und Hund im Gespann verletztes und krankes Wild aufspüren können und das bei Bedarf auch tun - und das im Übrigen ehrenamtlich.

Waldpolizist, Jäger, Holzfäller

Beamte und Beamtinnen des gehobenen Forstdienstes verwalten, betreuen und bewirtschaften den forstlichen Grundbesitz des Landes. Als Leiter eines Forstbetriebsbezirkes (Revierförsterei) sind sie für den Waldbau, die Arbeitsorganisation und Kapazitätsplanung, aber auch für die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung zuständig. Sie nehmen dabei auch Aufgaben des Naturschutzes und der Landschaftspflege wahr. Sie sind überwiegend in Forstämtern, Forstbehörden oder Ministerien für Umwelt, Raumordung und Landwirtschaft trägt.



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