Tipps zur Basiserziehung | PARTNER HUND Magazin

Tipps zur Basiserziehung

Das korrekte Verhalten im Alltag lernen weder Sie noch Ihr Hund in der Schule, sondern während des normalen Zusammenlebens – ganz nebenbei. Wenn Sie unsere Tipps dabei beherzigen, sind Sie und Ihr Hund bald ein eingespieltes Team, in dem sich jeder auf den anderen unbedingt verlassen kann.
 
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7 Tipps zur Basiserziehung
Von Ursula Birr
 

1 Einmal genügt

Egal, wozu Sie Ihren Hund auffordern, ob zum „Sitz“, „Platz“ oder „Hier“: Sobald Ihr Hund die entsprechenden Sicht- oder Hörzeichen kennt, führen Sie sie nur ein einziges Mal aus. Vielleicht müssen Sie anfangs ein bisschen Geduld und Selbstbeherrschung aufbringen. Aber denken Sie dran: Ihr Hund hat genau gehört, gesehen, was Sie wünschen. Bleiben Sie also stur, aber wiederholen Sie Ihren Wunsch nicht. Gehen Sie aber auch keinen Schritt weiter. Erst wenn der Hund tut, was Sie gewünscht haben, lösen Sie die Spannung auf – durch Clicker, Lob und Jubel, ein Spiel oder eine Belohnung.

2 Nur nicht übertreiben

Aufhören, wenn’s am schönsten ist, fällt schwer. Aber es motiviert fürs nächste Mal. Warten Sie nicht, bis die Hundekonzentration schwächer wird, das langsam neben Ihnen Gehen seine Nerven strapaziert oder die ersten kleinen Fehler sich einschleichen. Belohnen Sie sich und Ihren Hund für die gemeinsamen Erfolge und toben Sie ruhig ein bisschen mit ihm herum. Damit zeigen Sie am deutlichsten, wie einverstanden Sie mit ihm sind.

3 Ende der Vorstellung

Lösen Sie jede, wirklich jede noch so kleine Übung unbedingt auf: Sie sagen „Sitz“, der Hund setzt sich. Sie loben, der Hund muss weiter sitzen. Dann kommt Ihr „Okay, weiter geht’s“ oder „Voran“. Die Nichtauflösung eines Kommandos ist der häufigste Erziehungsfehler. Die Hunde verstehen das Lob als „Auflösung“ und machen sofort wieder, was sie wollen. Das kann dazu führen, dass ein Hund auf „Hier“ sofort angesprintet kommt und genauso schnell wieder lossaust.

4 Sinnloses Lob

Setzen Sie Lob, Jubel, Belohnung, Spieleinheit immer nur ein, wenn der Hund etwas wunschgemäß getan hat. Dauerndes Loben und Belohnen nützt sich ab und wird „erwartet“. Ein Lob für Unterlassen ist außerdem kontraproduktiv, denn der Hund kann keinerlei Zusammenhang erkennen. Wenn er den Briefträger nicht verbellt, ist das selbstverständlich und kein Lob wert. Genauso wie nicht an der Leine ziehen oder unterlassenes Losstürmen zu einem Hund. Wenn Sie dieses richtige Verhalten loben wollen, setzen Sie ganz schnell Ihren Wunsch davor und loben dann.

5 Unlogischer Tadel

Ein „Nein!“, „Pfui“ oder ein anderes Tadelwort kann, falsch eingesetzt, Vertrauen zerstören. Wenn Ihr Hund etwas falsch oder zu spät tut, ersparen Sie sich und ihm jeglichen Kommentar. Wenn er also auf ein „Voran“ neben Ihnen sitzen bleibt oder auf Umwegen auf Ihr „Hier“ zurückkommt, ist das weder Anlass für einen Jubel noch für Tadel, sondern eher für eine Korrektur. Legen Sie eine Zwischenübung ein, die er garantiert beherrscht, und loben Sie dann. Ein „Pfui“ oder „Nein“ ist dann angebracht, wenn der Hund aktiv etwas tut, was er nicht soll: etwas Gefundenes fressen, einen Jogger anblaffen etc. Dann dürfen Sie fürs anschließende Unterlassen auch loben.

6 Namensruf als „Hallo!“

Bevor Sie einen Ihrer Wünsche aussprechen, machen Sie den Hund durch Nennung seines Namens auf sich aufmerksam. Also „Santos, hiiier“ und nicht einfach „Saaaaantos“ oder „Hiiiier“. So lernt der Hund schnell, dass er gemeint ist und Sie außerdem etwas von ihm wünschen. Korrekt eingesetzt, ist diese Kombi aus Namen und Wunsch ein unschlagbares Erziehungsinstrument.

7 Erfolg durch Rückschritt

Hunde sind keine Roboter, die alles, was sie einmal gelernt haben, für immer speichern. Sie sind auch nicht jeden Tag gleich gut drauf, und Rückfälle wird es immer wieder geben. Ganz schlecht, wenn Sie dann missmutig Schluss machen und den gemeinsamen Spaziergang, das Spiel, die Trainingsrunde beenden. Bevor Sie sich anderen Angelegenheiten widmen, lassen Sie den Hund irgendetwas auf Wunsch tun, das er liebt und wo er richtig glänzen kann: Give five, Ball holen, tot stellen ... Dann finden Sie das prima, er hat sein Erfolgserlebnis – und der Tag ist gerettet
 

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Dieser Artikel ist in unserer Zeitschrift Ausgabe 9/2015 erschienen.
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