Tipps gegen den Hund als Müllschlucker | PARTNER HUND Magazin

Tipps gegen den Hund als Müllschlucker

Hunde, die alles, was sie finden, in sich hineinschaufeln, leben gefährlich. Zum einen, weil sie häufig unter Verdauungsstörungen leiden und sich mit Krankheitskeimen infizieren können. Zum anderen aber auch, weil sie riskieren, vergiftete oder mit Splittern oder Nägeln gespickte Köder zu erwischen. Weil die meisten Allesfresser nicht aus Hunger Mülleimer plündern und unappetitliche Reste draußen vertilgen, sondern aus purer Lust am Fund, ist es nicht so leicht, ihnen anzutrainieren, gefundenes Fressen zu ignorieren. Ein paar Versuche ist es aber allemal wert. Und wenn gar nichts geht, dann greifen Sie zur Notlösung, unserem Tipp 1.
 
7 Tipps gegen den Hund als Müllschlucker © animals-digital.de
7 Tipps gegen den Hund als Müllschlucker
Von Ursula Birr
 

1 Schnauze halten

Die sicherste Lösung ist ein gut passender Maulkorb, der dem Hund zwar erlaubt, zu hecheln und zu trinken, aber das Aufnehmen von Nahrung verhindert. Für Hunde, die lange auf der Straße lebten und solche, die schon Routiniers in Sachen Resteverwertung sind, ist er manchmal auch die einzige Möglichkeit, sich draußen ungefährdet zu bewegen.

2 Das Beste zuerst

Wenn Sie Ihren Hund beim freien Laufen draußen immer im Blick behalten, kennen Sie die Signale, die ein Naschwerk ankündigen: Stehen bleiben, schnuppern, Nase runter. Dann hilft kein Schimpfen mehr. Aber Ablenkung könnte ihn an Ihre Seite locken. Rufen Sie mit verheißungsvoller Stimme, fassen Sie mit der Hand übertrieben deutlich in die Leckerlitasche. Und belohnen Sie ihn jedes Mal, wenn er daraufhin das Fundstück verschmäht und sich stattdessen die besten Stücke von Ihnen geben lässt.

3 Versuchung ade

Das ist nicht die ideale Lösung, aber sie verhindert verdorbene Mägen und Schlimmeres. Wo gerade frisch gejaucht wurde, wo Pferde ihre Äpfel hinterlassen haben oder Kühe ihre Fladen, wo offene Mülltonnen Essensreste bergen und Menschen sich im Gebüsch erleichtern, nehmen Sie Ihren Hund an die Leine und gehen zügig an den Versuchungen vorbei. Besser noch: Sie meiden diese Wege ganz. Vor allem dann, wenn Ihr Hund bereits Geschmack an den verbotenen Früchten gefunden hat

4 Saure Trauben

Kennen Sie die Fabel vom Fuchs, der nicht an die Trauben kommt, weil sie zu hoch hängen und der sie daraufhin als "zu sauer" verschmäht? Versauern Sie Ihrem Hund sämtliche Leckerbissen, die auf dem Boden liegen. Legen Sie kleine Wurststücke oder Käsehappen in der Wohnung aus und rufen ihn zu sich. Will er auf dem Weg blitzschnell so ein Leckerli zu sich nehmen, klatschen Sie in die Hände, rufen hart "Nein!" und locken ihn sofort wieder zu sich. Bei Ihnen gibt’s dann Belohnung satt. Das müssen Sie leider öfter trainieren, bis auch der überzeugteste Müllschlucker gelernt hat, alles köstlich Duftende, ohne eine Miene zu verziehen, zu passieren.

5 Kräcker to go

Ein absolutes No-Go sind Leckerbissen, die Sie auf den Boden werfen. Damit animieren Sie den Hund ja dazu, das, was er gefunden hat, auch zu sich zu nehmen. Stecken Sie für Suchspiele die Kräcker und Pellets in einen Futterbeutel und lassen Sie diesen suchen. Wenn der Hund ihn zu Ihnen bringt, darf er daraus naschen. Sonst gibt es nichts.

6 Dinner-Time

Bei Hunden, die noch nicht gewohnheitsmäßig Fundstücke verzehren, hilft ein strenger Fütterungsrhythmus. Servieren Sie die Hundemahlzeiten immer pünktlich zur selben Zeit am selben Ort – möglichst aus dem selben Napf. Hunde sind Gewohnheitstiere. Wenn sie sich an einen Rhythmus gewöhnt haben, kann es durchaus sein, dass sie zu anderen Zeiten keinen Appetit entwickeln. Allerdings nur dann, wenn ihre restliche Zeit mit spannenden Unternehmen ausgefüllt ist.

7 Guten Appetit

Auch einen Versuch wert: die Essens-erlaubnis. Das Futter steht vor dem Hund. Der muss sich setzen und warten, bis er das ersehnte "Nimm's" vernimmt. Dann darf er sich ungestört über den Napfinhalt hermachen. Gelehrige Hunde setzen sich bald von selbst und warten auf ihr Schlüsselwort. Bei anderen dauert es länger. Doch wenn sie es verinnerlicht haben, gehört das Sitzen vor dem Essen zu einer Handlungssequenz, die sie automatisch absolvieren. Das reduziert die Versuchung, mal eben draußen zu naschen, doch erheblich.
 

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Dieser Artikel ist in unserer Zeitschrift Ausgabe 2/2015 erschienen.
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