Sicherungspflicht für Hunde

Schätzungsweise 80 Prozent der in Autos mitgeführten Hunde sind ungesichert. Was Halter nicht wissen: Ist das Tier ursächlich für einen Unfall, zahlt die Kaskoversicherung nicht.
 
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Genauso wie Gurtpflicht für Menschen gehört auch das Sichern von Ladung dazu.

Der Hund als zu sichernde Ladung

Genauso wie Gurtpflicht für Menschen oder eine Freisprecheinrichtung beim Telefonieren im Auto eine Vorschrift zur Verkehrssicherheit ist, gehört auch das Sichern von Ladung dazu. Der Gesetzgeber betrachtet auch Hunde als solche, daher ist eine ordnungsgemäße Sicherung des Vierbeiners Pflicht. Wer sein Tier im Auto frei mitfahren lässt und erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 35 bis 50 Euro rechnen.

Grob fahrlässiges Verhalten

Das dürfte die Meisten noch nicht zwingend dazu veranlassen, Ihren Hund ab jetzt sicher zu verwahren. Wenn die Kaskoversicherung bei einem Unfall jedoch die Begleichung eines Schadens zurückweist, wird jedem schnell klar, wie wichtig diese Vorsichtsmaßnahme sein kann. Erfahren musste das ein Geschäftsmann, dessen ungesicherter Hund ins Lenkrad sprang, woraufhin der Pkw von der Fahrbahn abkam, eine Leitplanke durchbrach und sich überschlug. Der Fahrzeughalter blieb auf dem Schaden von 47.000 Euro sitzen: die Versicherung weigerte sich zu bezahlen, weil er sich den Unfall selbst zuzuschreiben habe und bekam vor Gericht Recht. Der Fahrer habe die einfachsten Vorsichtsmaßnahmen unterlassen und dadurch grob fahrlässig gehandelt.

Transportbox oder Sicherheitsgeschirr?

Es ist aber nicht nur eine Frage des Geldes, auch stellt ein ungesicherter Hund eine große Gefahr für sich und andere Fahrzeuginsassen dar. Bei einem Aufprall von 50 km/h würde ein Hund mit dem Dreißigfachen seines Körpergewichts durch den Innenraum fliegen. Dabei würde ein 20 kg schweres Tier mit über einer halben Tonne Last aufprallen. Daher sollte sich für Hundehalter nicht die Frage stellen, ob, sondern nur wie sie ihr Tier sichern wollen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Wer einen Kombi hat, kann zur sichersten Variante, einer fest installierten Box, greifen. Allerdings ist die Anschaffung relativ teuer und bedeutet einen dauerhaften Platzverlust im Kofferraum. Kaum weniger Sicherheit bietet eine Transportbox. Sie bietet den großen Vorteil, dass sie problemlos aus dem Kofferraum geholt werden kann. Lediglich einmal befestigen muss man ein Trenngitter oder –netz. Hierbei ist auf die Qualität zu achten, da ein dünnes Netz seine Aufgabe nicht erfüllen wird. Es gibt auch noch Sicherheitsgeschirr für Hunde. Damit wird der Hund ähnlich wie ein Mensch angeschnallt. Zwar ist der Fahrer dadurch kaum beeinträchtigt, doch die Hunde werden nicht optimal geschützt, da sie erst nach einer Beschleunigungsphase gestoppt werden. Einen ausführlichen Test hat der ADAC durchgeführt.
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