Der Hund als schwieriger Beifahrer

Die wenigsten Hunde vertragen das Autofahren von Anfang an, aber die meisten gewöhnen sich schnell daran. Mit gutem Training oder Hilfsmitteln werden auch ängstliche Hunde und forsche Angeber angenehme Beifahrer.
 
Auch schwierige Hunde können Sie an das Autofahren gewöhnen. © animals-digital.de
Auch schwierige Beifahrer können Sie an das Autofahren gewöhnen.

Fahrtraining für schwierige Fälle

Heute wird der Welpe beim Züchter abgeholt. Die neuen Hunde-Eltern haben natürlich an alles gedacht: an Halsband, Leine und Körbchen. Wirklich gebraucht hätten die Gebhardts noch drei Dinge mehr. Da das Gleichgewichtsorgan des Welpen solche Schaukel-, Schüttel- und Kurvenpartien noch nicht kennt, schaltet das Gehirn auf Alarm und meldet dem Magen, er möge sich doch entleeren. Das blauäugige Hundebaby erbricht, und macht sich schon zum ersten Mal unbeliebt. Auch ein erwachsener Hund aus dem Tierheim kann ein völliger Autoneuling sein oder schlechte Erfahrungen mit dem Auto verknüpfen. Da ist ein bisschen Training nötig, damit jede Fahrt eine gute Fahrt wird und der Wuffi nicht nervt oder die schöne Polsterung besudelt. Nur zu dumm, dass der Hundefreund nicht gleich bei der Abholung des Hundes damit beginnen kann; man will ja so schnell wie möglich nach Hause. Was also darf bei der ersten Fahrt nicht fehlen? Eine uralte Decke oder Plane, eine Rolle Wisch-und-Weg-Papier und ein Eimer. Es gibt zwar Hunde, die eine Autofahrt von Anfang an locker wegstecken, und es gibt Züchter, die ihre Welpen bereits an die Fortbewegung im Wagen gewöhnt haben, doch die sind eher selten. Die meisten Wedler sind erst nach drei, fünf oder zehn Fahrten gern dabei. Denn  as übel riechende und brummende Ding bietet genau das, was sie wollen: Dabei sein!

Wenn der Magen des Hundes revoltiert

Hunde, die nach mehreren Fahrten immer noch massive Magenprobleme beim Autofahren haben, sollten erst kurze und dann immer längere Strecken zu einem begehrten Ziel wie beispielsweise der Hundewiese gefahren werden. Vor dem Transport sollte der Hund natürlich nicht gefüttert werden. Ist auch hier keine Besserung sichtbar, kann eventuell der Tierarzt mit einem Medikament helfen. Angsthasen müssen ganz besonders behutsam an das Vehikel herangeführt werden. Das Auto wird in das tägliche Spiel einbezogen. Erst fliegt der geliebte Ball in die Nähe des Wagens, dann hinein oder hindurch. So lange, bis der Hund wie selbstverständlich zusteigt. Dann wird zunächst mal die Wagentüre geschlossen und gleich wieder geöffnet, dann der Motor angestellt und gleich wieder abgeschaltet ... und weiter geht es peu-à-peu, so lange, bis schließlich eine immer längere Strecke gefahren werden kann.

Ruhe im Auto schont die Nerven von Tier und Halter

Wichtig ist, dass der nächste Trainingsschritt immer erst dann erfolgt, wenn der vorhergehende zufrieden stellend gemeistert wurde. Angst darf nie bestraft, sondern muss vom Hund überwunden werden, und sie wird es, wenn eine Vertrauensbasis zwischen Hund und Besitzer aufgebaut ist. Wenn das Ganze schon am Einsteigen scheitert, sollte der Hund bis auf weiteres nur im Auto gefüttert werden. Es gibt natürlich auch Hundekönige, die beim Autofahren laut protestieren, weil sie einen Kontrollverlust befürchten. Oder sich während der Autofahrt eine tolle Beschäftigung suchen: andere Hunde verbellen, die draußen vorbeigehen! Bei ihnen würde ich persönlich die Grunderziehung, hier also den „Platz“- und den „Ruhig“- Befehl, kräftig üben und festigen und notfalls mit einer mit Steinchen gefüllten Blechdose oder den Disc-Scheiben für Ruhe sorgen. Das Stillsitzen wird natürlich sofort belohnt. Wer es liebevoller angehen möchte, braucht fürs Training eine zweite Person, die fährt. Es gilt nämlich, jenen kurzen Zeitpunkt abzupassen und mit einem Lob zu markieren, in der der Hund gerade mal zwei Sekunden Luft holt und schweigt ...Wichtig ist das perfekte Timing für Lob und Belohnung. Geht der Lärm weiter, dann steht der Wagen still ... notfalls bis ultimo. Dann sind da noch die jenigen Hunde, die vor Begeisterung über das zu erwartende Gassi einen ganzen Schwarm „Wespen im Po“ haben und dies lauthals kundtun. Der gute Rat: Wehret den Anfängen! Der Wagen bleibt stehen, wenn das Gezeter beginnt, und fährt erst wieder an, wenn der Hund ruhig ist. Wenn er merkt, dass er mit dem Zirkus eher langsamer zu seinem Auslauf kommt, dann gibt er Ruhe. Lassen Sie den Hund am Zielort bei geöffneter Wagentüre noch so lange sitzen, bis er das Wort zum Aussteigen erhält.
 
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