Dubioses Geschäft mit Welpen: Gericht verurteilt Hundehändler | PARTNER HUND Magazin

Dubioses Geschäft mit Welpen: Gericht verurteilt Hundehändler

Es ist ein positives Zeichen für den Tierschutz, vor allem aber für einen fairen Handel mit gezüchteten Hundewelpen. Das Amtsgericht Seligenstadt verurteilte ein Ehepaar wegen gewerbsmäßigem Betrug zu 15 Monaten Haft ohne Bewährung und verhängte ein fünfjähriges Berufsverbot für die Zucht und den Handel mit Hunden. Das Paar hatte kranke Welpen nach Rückgabe der Erstkäufer wieder verkauft - ohne auf die gesundheitlichen Probleme hinzuweisen.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Dubioses Geschäft mit Welpen: Gericht verurteilt Hundehändler
Ein positives Zeichen schickt das Amtsgericht Seligenstadt in Richtung Hundezucht und Hundehandel. Es hat ein Hundehändlerehepaar wegen gewerbsmäßigem Betrug verurteilt. Das Paar hatte seit fast 20 Jahren eine dubiose Verkaufsmasche: Es hatte kranke Welpen als gesund ausgegeben und verkauft - auch mehrfach. Das Fass zum Überlaufen brachte ein Vorfall im Dezember 2012 als ein Dackelwelpe mit einem Herzfehler vom Erstkäufer zurückgegeben wurde.

Der kranke Welpe wurde nur einige Tage später weiter verkauft – ohne die Papiere, die seinen Herzfehler belegten und ohne einen Hinweis auf seine Krankheit. Das Urteil von Seligenstadt beinhaltet 15 Monate Haft ohne Bewährung sowie ein fünfjähriges Berufsverbot für die Zucht und den Handel mit Hunden. Tierschutzorganisationen bewerten dies als sehr positiv.

Illegales Welpen-Geschäft boomt seit Jahren

Seit Jahren boomt der Handel mit Welpen, vor allem mit Rassewelpen. Über das Internet werden die Hunde angeboten, aber auch in Tierhandlungen oder an Schwarzen Brettern finden sich derlei Angebote. Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" warnt schon lange vor diesen illegalen Machenschaften, da die Hundebabys unter widrigen Bedingungen in Osteuropa gezüchtet werden, die Welpen viel zu früh der Mutter entrissen werden und dann ohne Papiere oder mit gefälschten Impfpässen durch Europa gekarrt werden. Meist sind die Tiere krank. Die neuen Besitzer müssen daher mit hohen Tierarztkosten und/oder einem frühen Tod rechnen.

"Vier Pfoten" fordert daher eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde. Die Dunkelziffer der illegalen Welpenverkäufe liegt wahrscheinlich um ein Vielfaches höher als bisher bekannt. Es handelt sich fast um mafiose Strukturen – nicht umsonst geistert seit Jahren der Begriff „Hundemafia“ durch die Medien. Es soll jedes Jahr ein Millionenumsatz auf diesem Weg erreicht werden. Selbst das Fernsehen hat sich bereits mit der Thematik beschäftigt, der "Hessische Rundfunk" strahlte erst vor Kurzem eine Dokumentation dazu aus.

Hier sehen Sie Teil 1 der "Hundemafia" vom "Hessischen Rundfunk":

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