So erzeugt man Bindung zum Hund | PARTNER HUND Magazin

So erzeugt man Bindung zum Hund

Bevor Sie mit der Erziehung beginnen, müssen Sie an der Bindung zum Hund arbeiten. Wir verraten Ihnen, was Sie tun müssen, damit der Welpe Sie für seinen besten Kumpel hält.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Lernen Sie Ihren Hund kennen.

Anfangs ist die Bindung wichtiger als die Erziehung

Da kommt so ein putziger Welpe in unser Haus, voller Neugier, Tatendrang und Lernfreude, und wir machen ihm gleich das Leben schwer: "Nein!", "Hier!", "Pfui!" prasselt es vom ersten Tag an auf ihn nieder. Das versteht er nicht. Genauso wenig, wie Ihre Streicheleinheiten. Er ist noch viel zu sehr damit beschäftigt, herauszufinden, wer Sie eigentlich sind und was Sie von ihm wollen. Vergessen Sie die Erziehung (für ein paar Tage) und kümmern Sie sich lieber darum, dass zwischen ihnen eine Bindung entsteht! Beim Spielen passiert das quasi von selbst – allerdings nur, wenn Sie es auf seine (Kommunikations-)Art machen.

Quietschen, Kriechen, Kratzen

Und so funktioniert's: Suchen Sie sich Zuhause eine ruhige Ecke. Draußen wird der Welpe zu sehr abgelenkt. Und dann legen Sie sich auf den Boden und geben quiekende, schmatzende und hell knurrende Geräusche von sich! Rollen Sie herum! Kriechen Sie weg! Kratzen Sie am Boden herum, als ob Sie etwas suchen! Und vergessen Sie nicht die Geräusche: "Uiiiiiii", "Was hab'n wir denn da???" oder was auch immer Ihnen einfällt. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf.

Trieblaute zur Bindung

Sie sind von dieser Idee vielleicht nicht begeistert, aber Ihr Hund wird es sein! "Trieblaute" nennt Hundetrainerin Nicole Behrendt von der Hundeschule Dog-Worker in Heist diese hohen Töne, die auf jeden Welpen ungemein anziehend wirken, weil sie Geräuschen ähneln, wie sie in der Natur vorkommen. Ist der Welpe erst bei Ihnen – und er kommt garantiert! –, dann versuchen Sie, ihn mindestens 20 Sekunden bei der Stange zu halten. Je länger Sie es schaffen, desto besser, so lernt der Hund, dass es in Ihrer Nähe schön ist.

Spielzeug und Leckerchen

Wenn Sie ein Spielzeug benutzen wollen, dann sorgen Sie dafür, dass der Welpe es als Beute betrachtet. Dafür muss das Spielzeug "leben": sich bewegen, verstecken, hervorlugen, piepsen, etc. Legen Sie es ihm nicht einfach hin. Wichtig: Spielzeug bleibt niemals im Besitz des Hundes, sondern wird nach der Spieleinheit fortgenommen. Und: Leckerchen gibt es auch in dieser "Beziehungsaufbauphase" erst, wenn der Hund etwas Tolles gemacht hat. Wenn Sie sich an diese Tipps halten, wird der Welpe Sie bald für den "tollsten Menschen der Welt" halten. Aber vergessen Sie nicht, vor dem Spielen die Fenster zu schließen und die Vorhänge zuzuziehen. Sonst werden Ihre Nachbarn Sie vielleicht bald nicht mehr grüßen.
 
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Thomas Brodmann / animals-digital.de
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