Auf den Hund gekommen - So eröffnen Sie eine Hundepension | PARTNER HUND Magazin
Ein Beruf aus Leidenschaft

Auf den Hund gekommen - So eröffnen Sie eine Hundepension

Wer sich dazu entschließt, eine Hundepension zu eröffnen, sieht darin meist nicht nur ein Geschäft – stattdessen handelt es sich oftmals um eine persönliche Passion. Schließlich gilt es, sich liebevoll um die Vierbeiner zu kümmern, solange wie die Besitzer dies nicht können oder sich im Urlaub befinden. Die Leidenschaft für Hunde ist allerdings nicht alles, um ein florierendes Unternehmen aufzubauen. Dieser Leitfaden soll Interessierten dabei helfen, die ersten Schritte erfolgreich zu meistern.
 
Auf den Hund gekommen - So eröffnen Sie eine Hundepension © Sir_Oliver
Hund sitzt auf dem Sofa - Hundehotel

Die richtigen Voraussetzungen schaffen

Eine Hundepension ist eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung für Tiere und setzt daher ein gewisses Maß an Vorwissen voraus. Allgemeine Informationen über das Gründen eines Unternehmens erhält man bei spezialisierten Beratungsstellen . Diese werden durch den Staat gefördert, wodurch künftige Jungunternehmer einen Großteil der Kosten für die Erstberatung erstattet bekommen. Weitere Anlaufstellen sind sogenannte Gründertreffen, wo man Erfahrungen austauschen und wichtiges Feedback von Gleichgesinnten erhalten kann. In Hundeschulen und bei Fortbildungen zur artgerechten Haltung von Hunden lernen potenzielle Pensionsbetreiber alles Wissenswerte über Hunde für ihren weiteren Weg.

Einen Businessplan erstellen

Nicht jeder Gründer kann eine Hundepension aus eigenen Mitteln finanzieren. Daher benötigt man einen Businessplan, um Investoren, Geldinstitute und Geschäftspartner von sich und der eigenen Idee zu überzeugen. Denn nur wenn diese sowohl die Risiken der Investition abschätzen können als auch sehen, dass dieses Geschäftsmodell rentabel ist, werden sie einer Finanzierung zustimmen. Außerdem verhilft das Erstellen eines Businessplans dem Gründer, sich einen Überblick über die bevorstehenden Aufgaben zu verschaffen und herauszufinden, inwiefern das Projekt durchführbar ist. Schwachstellen werden auf diese Art und Weise frühzeitig erkannt und behoben. Folgende Dinge muss der Plan beinhalten:

  • Beschreibung der Geschäftsidee
  • Markt- und Zielgruppenanalyse
  • Organisation
  • Marketingstrategie
  • Finanzierungsplan
  • Risikomanagement

Mehr Informationen über den Inhalt und die Struktur eines Businessplans gibt es auf dem Existenzgründungsportals des BMWi .

Während der Ausarbeitung muss sich der Gründer darüber Gedanken machen, in welchem Umfang er seine Leistungen anbieten möchte: Beschränkt man sich auf die Pflege sowie Auslauf oder bietet man auch Trainingseinheiten an? Wichtig ist außerdem die Größe der Anlage, denn bei einer Tierpension werden nicht nur Räumlichkeiten benötigt, sondern auch genug Platz für ausreichend Auslauf. Zusätzlich wird ein Lagerraum für das Futter, Spielzeug und die Hilfsmittel gebraucht, ebenso wie ein Büro für die Verwaltung.

Genehmigungen einholen

Wer eine Hundepension führen will, muss einige Auflagen erfüllen. Daher ist die erste Anlaufstelle zunächst das Gewerbeamt, um sich anzumelden. Dort erhalten die Antragsteller auch die notwendige Gewerbeerlaubnis. Diese wird jedoch nur ausgestellt, wenn sich die Pension beispielsweise nicht in einem dicht besiedelten Wohngebiet befindet. Das Hundegebell könnte nämlich die Nachbarschaft stören.

Außerdem erfolgt eine Prüfung der Anlage durch einen amtsärztlichen Tierarzt, der auch die Sachkundeprüfung nach §11 des Tierschutzgesetzes durchführt. Im Rahmen dieser Untersuchung müssen folgende Dinge nachgewiesen werden:

  • Kenntnisse über die Haltung, Pflege und Handhabung von Hunden
  • Ausreichende Sicherheitsvorkehrungen des Gebäudes: hohe, ausbruchssichere Sicherheitszäune, etc.
  • Erfüllen der Auflagen: artgerechte Zwinger, Farben, Bodenbelege und Türen sowie ausreichende Belüftung
  • Einhaltung der baulichen Mindestvorgaben: Größe und Umfang des Auslaufbereichs sowie der gesamten Anlage

Bestenfalls klärt man die Bestimmungen bereits vor Baubeginn mit dem Veterinäramt ab.

Gewerbeversicherungen abschließen

Ganz wichtig ist eine Betriebshaftpflichtversicherung. Diese gewährleistet ausreichend Schutz, falls eines der Tiere krank wird, es zu Verletzungen kommt (sowohl beim Hund als auch beim Pfleger) oder ein Unfall passieren sollte. Sofern zusätzliches Personal eingestellt werden soll, kommen später noch Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge dazu.

Finanzen und Buchhaltung

Jedes Unternehmen ist gesetzlich dazu verpflichtet, eine lückenlose Buchhaltung vorzuweisen, um eine detaillierte Auflistung aller Einnahmen und Ausgaben zu gewährleisten. Inhaber einer Hundepension haben aber nicht nur die Finanzen im Blick zu behalten, folgende Teilbereiche der Buchhaltung gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben:

  • Warenwirtschaft
  • Auftragsbearbeitung
  • Finanzhaltung
  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen
  • Kundenmanagement

Schließlich müssen Vorräte permanent aufgefüllt, Rechnungen geschrieben und sowohl Personal- als auch Nebenkosten bezahlt werden. Das kann besonders Laien am Anfang überfordern. Es besteht die Möglichkeit, einen Steuerberater zurate zu ziehen und sich externe Hilfe zu suchen. Diese sind allerdings oftmals recht teuer, daher greifen viele Jungunternehmer zu Softwareprogrammen, die sie unterstützen. Allerdings ist es doch recht umständlich, sich für jedes Teilgebiet ein separates Programm zu kaufen. Es gibt eine Vielzahl an Anbietern, die eine Unternehmenssoftware als kaufmännische Komplettlösung anbieten, die alle genannten Aufgaben umfasst. Eine selbsterklärende und bedienungsfreundliche Software hilft dabei, die Buchhaltung, Auftragsbearbeitung und Lohnabrechnung mit wenigen Klicks unter einen Hut zu kriegen. 

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